Chancengleichheit für alle

Stellten  noch einmal die Ziele der Stiftung Chancengleichheit vor (v.l.): Karin Wigge (Fachbereich Soziale Angelegenheiten), Prof. Dr. Sigrid Blömeke und Bürgermeister Franz Schrewe.
Stellten noch einmal die Ziele der Stiftung Chancengleichheit vor (v.l.): Karin Wigge (Fachbereich Soziale Angelegenheiten), Prof. Dr. Sigrid Blömeke und Bürgermeister Franz Schrewe.
Foto: WP

Brilon..  Alle Kinder sollten die gleichen Chancen auf Bildung bekommen. Doch haben alle Eltern gleichermaßen die Möglichkeiten dazu? Genau vor einem Jahr gründete Prof. Dr. Sigrid Blömeke eine gemeinnützige Stiftung mit dem Namen „Chancengleichheit“. Die gebürtige Hoppeckerin machte 1985 in Brilon ihr Abitur. Sie studierte Geschichte und Sozialwissenschaften, arbeitet seit zehn Jahren an der Humboldt-Universität in Berlin und ist in der Bildungsforschung tätig. Ihre Stiftung hätte sie auch in der Bundeshauptstadt gründen können. „Aber ich wollte ein Projekt in meiner Heimatstadt verwirklichen, weil ich ihr und den Schulen vieles zu verdanken habe und der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte.“ 50.000 Euro brachte sie als Stiftungskapital ein, in den nächsten zehn Jahren sollen weitere 30.000 Euro folgen.

„Bildung von Anfang an, Kinder individuell fördern, ihren Horizont erweitern, Sprachförderung“ – das sind Schlagworte, mit denen sich die Idee der Stiftung umreißen lässt. Die ersten zwölf Paten aus Brilon, Olsberg und Marsberg dafür haben im vergangenen Jahr ihre Arbeit aufgenommen. „Es geht hier nicht um kostenlosen Nachhilfe-Unterricht; es geht darum, dass Kinder die Vielfalt der Welt entdecken“, betont Sigrid Blömeke. Überall gibt es Familien, die bildungsfern sind, einen Migrationshintergrund haben oder denen einfach das Geld und die Zeit fehlen, um mit dem Kind ins Museum zu gehen, ein Bergwerk zu besichtigen, ein Konzert zu besuchen oder eine Bücherei kennenzulernen. Hier setzen die Bildungspaten an.

Talente wecken und fördern

Sie ermutigen und unterstützen die Kinder in ihren Fähigkeiten, fördern und wecken Talente und Kompetenzen und stiften Chancen. Gemeinsam mit der VHS wurden im ersten Jahr 12 Leute – elf Frauen, ein Mann - in einem Workshop geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sie verrichten ihre Arbeit ehrenamtlich und unentgeltlich. Das Geld aus der Stiftung wird für Eintrittsgelder, Fahrtkosten o.ä. verwandt. Am Anfang steht ein guter Draht zu den heimischen Schulen. Sie wissen am ehesten, welches Kind eine besondere Förderung braucht. Danach folgen Gespräche mit den Eltern, dem Paten und dem Kind. Wichtig: „Die Eltern müssen einverstanden sein. Sie müssen das sichere Gefühl haben, dass sie die Hoheit über das Verfahren behalten, dass man ihnen nichts wegnimmt, sich nicht in die Erziehung einmischt. Und niemand muss Scheu haben, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt Sigrid Blömeke. Es sei ein Angebot, das man annehmen oder ablehnen könne.

Die Kinder zeigen dem Paten bzw. der Patin, wie sie leben und dann trifft man sich einmal pro Woche etwa zwei Stunden. Das Verhältnis zwischen dem Kind und dem Paten sei eher das eines Freundes oder Begleiters.

Weitere Paten gesucht

Zwölf Paten zum Anfang – das ist für die Professorin ein guter Start. Aber weitere Mitstreiter werden gesucht. Je mehr Paten, desto mehr Kinder können unterstützt werden. Interessierte müssen keinen pädagogischen Hintergrund haben. Mal sind es Mütter, deren eigene Kinder aus dem Haus sind. Mal aber auch junge Leute, die sich auf eine pädagogische Arbeit vorbereiten oder sich einfach ehrenamtlich engagieren möchten. So wie Irina Schneider aus Brilon, die als erste Bundesfreiwillige bei der Stiftung „Chancengleichheit“ arbeitet (siehe Interview). „Gerade dieses ehrenamtliche Engagement schätzen wir als Stadt sehr. Wer sich einbringt, kann den Ehrenamtsnachweis bei der Stadt bekommen und hat auch Anspruch auf die Ehrenamtskarte“, so Bürgermeister Franz Schrewe. Außerdem sei es wichtig, Kinder frühzeitig zu fördern.

Er begrüßt die Initiative von Sigrid Blömeke, die auch von der Stadtbibliothek unterstützt wird. Zugleich verweist er darauf, dass jeder Bürger der gemeinnützigem Stiftung finanziell helfen kann. Sei es über Zustiftungen oder auch in Form einer Einzelspende. Spendenkonto: 7900 839 700 bei der Volksbank Brilon.

 
 

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