CDU Brilon will nicht am Berufskolleg-Konzept rütteln

Blick auf das Berufskolleg Olsberg.
Blick auf das Berufskolleg Olsberg.
Foto: www.blossey.eu
Weil in der Ratssitzung die Reihen des Mehrheitsbündnisses aus SPD, BBL, FDP und Linke stark gelichtet waren, setzte sich die CDU durch.

Brilon..  Die Stadt Brilon schert aus der konzertierten Aktion von Kommunen und Wirtschaft im Altkreis aus, die Elektroniker-Ausbildung am Berufskolleg in Olsberg zu belassen. Mit 17 zu 14 Stimmen und bei zwei Enthaltungen lehnte der Rat es am Donnerstagabend ab, sich der von Olsberg initiierten Resolution an den Kreistag anzuschließen. Sämtliche 17 Gegenstimmen kamen von der CDU. Fünf fehlende SPD-Mitglieder und ein abwesendes BBL-Mitglied ließen die knappe Mehrheit von SPD, BBL, FDP und Linke platzen. Zwei CDU-Stadtvertreter enthielten sich der Stimme.

Wie berichtet, befasst sich seit 2013 eine Steuerungsgruppe aus den fünf HSK-Berufskollegien und Vertretern der heimischen Wirtschaft damit, angesichts rückläufiger Schülerzahlen kreisweit alle Berufskolleg-Standorte dauerhaft zu stabilisieren.

Aktuell auf dem Tisch: Der Wechsel der Elektroniker nach dem ersten Ausbildungsjahr von Olsberg zu den Berufskollegs in Meschede bzw. Arnsberg. Die CDU, so ihr Sprecher Eberhard Fisch, selbst Kreistagsmitglied, befürchtet, dass eine politische Zurückweisung des von der Steuerungsgruppe erarbeiteten Konzeptes die Bezirksregierung auf den Plan rufen könnte. Fisch: „Dann wird Arnsberg von seinem Direktionsrecht Gebrauch machen.“ Fisch räumte zwar ein, dass für die betroffenen Schüler aus dem Altkreis Brilon die Wege weiter würden. Das betreffe aber lediglich rund 0,5 Prozent der Schüler. Im Gegenzug würden im Rahmen des neuen Konzeptes andere und auch hochqualifizierte Studiengänge nach Olsberg und Brilon kommen.

Firmen fürchten Fachkräfteverlust

„Nicht die Wirtschaft muss sich der Schule anpassen, sondern die Schule der Wirtschaft“, sagte SPD-Ratsherr Ludger Böddeker. Er teilte die Befürchtung der großen heimischen Betriebe, dass sich junge Leute wegen der weiten Schulwege nach Meschede und Arnsberg beruflich anders orientieren und ihnen der qualifizierte Nachwuchs ausgehen könne. Egger, Hoppecke und andere, die auf Elektronik-Fachkräfte angewiesen sind, würden schon überlegen, ihre Auszubildenden künftig nicht mehr im HSK sondern in Paderborn, Warburg, Korbach oder Frankenberg zur Schule zu schicken.

Vier Stunden Fahrtzeit „schlichtweg unzumutbar“

Wirtschaftsförderer Oliver Dülme: „Damit fiele das Ziel des Schulentwicklungsplanes weg, weil im HSK schlicht und einfach die Schüler fehlen.“ Diese Gefahr sieht auch die Elektrotechnik-Innung, bei deren Frühjahrsversammlung das Thema breit diskutiert wurde. Man sei, so Geschäftsführer Jochem Hunecke, „der festen Überzeugung“, dass bei der Entscheidungsfindung „die Interessen der Auszubildenden wie auch der Ausbildungsbetriebe nicht genug berücksichtigt“ worden seien. Für einen Schüler aus Hallenberg seien vier Stunden Fahrzeit „schlichtweg unzumutbar“.

Der Kreistag wird sich am Freitag, 13. März, mit dem Thema befassen

 
 

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