Briloner Strom-Spezialisten sorgen für frischen Saft

Der IEB-Stand auf der CeMAT 2014: rund 100 qm
Der IEB-Stand auf der CeMAT 2014: rund 100 qm
Foto: Firma
Die Fa. Industrie Elektronik Brilon hat mit der CeMAT in Hannover gerade die erfolgreichste Messe ihrer Firmengeschichte absolviert. Das Unternehmen ist Spezialist für intelligente Ladetechnologie. U.a. wird der Elektro-BMW i3 mit Briloner Know How hergestellt.

Brilon.  Im Internet-Autoportal ist gerade das dritte Fahrzeug zum Verkauf eingestellt worden, ebenso viele sind zurzeit im Hochsauerland angemeldet. Keine Frage: der BMW i3 ist ein Exot auf den Straßen. Christiane Bergmann findet ihn „chic und stylisch“. Sie ist regelmäßig mit der futuristischen Kugel in Brilon unterwegs. Dienstlich. Denn der i3 gehört ihrem Arbeitgeber, der Firma Industrie Elektronik Brilon, kurz: IEB.

Das Unternehmen vom Almerfeldweg hat eine besondere Verbindung zu dem Elektroauto. Es hat das BMW-Werk Leipzig, in dem der i3 hergestellt wird, mit seiner i-Light-Ladetechnologie ausgestattet.



i Light steht für „Intelligentes Licht“ und bezeichnet ein in Brilon entwickeltes System zur Optimierung der Ladeleistung und Lebensdauer von Batterien, wie sie in Gabelstaplern, Hubwagen und anderen für die Logistik eines Industrieunternehmens dieses Kalibers benötigten Transportsystemen verwendet werden.

Üblicherweise, so Stefan Fiedler (46), Geschäftsführender Gesellschafter der IEB, tauschen die Mitarbeiter beim Batteriewechsel einfach eine leere gegen eine volle aus. Folge: Meistens wird dazu die gerade am nächsten liegende Ladestation angesteuert, in der sich eine frisch geladene Batterie befindet.

„Erfolgreichste Messe, die wir je hatten“

Bei der i-Light-Technologie ist das anders. Da misst ein Sensor bei jeder Batterie während des Ladevorgangs die Temperatur und gibt nur die frei, die anhand dieser Parameter jeweils an der Reihe ist. So werden alle Batterien gleichmäßig ausgetauscht. Stefan Fiedler: „Das hat einen massiven Einfluss auf die Lebensdauer.“ Die Zahl der Ladezyklen, sagt der Experte, lasse sich auf diese Weise um bis zu 50 Prozent erhöhen.

Lade-Technologie aus Brilon wird aber nicht nur bei der Produktion des i3 eingesetzt, sondern sorgt bei dem Elektro-BMW auch für mehr Beweglichkeit. Bei der CeMAT in Hannover, der weltgrößten Fachausstellung der Intralogistik, stellte IEB jetzt ein neues Hochfrequenz-Ladegerät „Filon Futur“ vor. Damit lässt sich der Wirkungsgrad von 90 auf 96 Prozent steigern - für die Branche „ein Quantensprung“, wie Stefan Fiedler mit Stolz sagt. Und alles made in Brilon. Fiedler: „Da haben wir viel experimentiert.“

Mit Hochfrequenz-Ladetechnik ist ein - und das passiert bereits nach rund 140 km - leergefahrener i3 in einer halben Stunde wieder „aufgetankt“. Dazu ist allerdings eine besondere Stromversorgung notwendig: Mit Drehstrom dauert das fünf Stunden und an der normalen 230 V-Steckdose zuhause in der Garage 12 Stunden.

Ebenfalls erstmals in Hannover präsentiert hat IEB ein neues Universal-Ladegerät, „Filon Futur expert“, mit dem alle Batterietypen mit frei wählbaren Ladekurven frischen Saft erhalten. Anhand des Steckers erkennt die Ladestation den Gerätetyp. Für das Briloner Unternehmen war die CeMAT 2014 „die erfolgreichste Messe, die wir je hatten.“ Noch nie zuvor waren die Briloner bei der alle drei Jahre stattfindenden Schau – Fiedler: „Für uns ist das die zentrale Messe“ - derart präsent. Rund 100 qm groß war der Stand. Mit neun Mitarbeitern war das Unternehmen vor Ort. „Wir sind nicht vom Stand runtergekommen“, sagt Stefan Fiedler, „Es waren permanent Leute da. Die Auftragsbücher sind dicke voll.“ Davon profitieren nicht nur die rund 80 Mitarbeiter im Almerfeldweg, sondern auch die Caritas-Werkstätten. Dort lässt IEB die Gehäuse fertigen. Deshalb liegt die Wertschöpfungsquote für die Produkte aus dem Haus IEB zu 90 Prozent in Brilon.

Umsatzziel für 2014: 20 Millionen Euro

Aus Fernost, aus Bangkok, kommen die Leiterplatten. Sie werden dort in einem eigenen Betrieb mit 35 Mitarbeitern exakt nach den Vorgaben aus dem Sauerland produziert. Regelmäßig sind Mitarbeiter aus Brilon dort, Stefan Fiedler selbst ist wenigstens einmal im Jahr dort: „Das ist Hightech. Das könnte auch bei uns in Brilon stehen.“

Zu den Kunden, die ihre Logistik mit Ladetechnik aus Brilon laufen lassen, gehören unter anderem Lufthansa, DHL und Daimler Benz. Der Vertrieb läuft über ein internationales Netzwerk selbstständiger Handelspartner. Auch für private Kunden gibt es ein Segment: Elektro-Roller, das E-Rocket, ein strombetriebenes Motorrad, und reine E-Bikes, bei denen keine Muskelkraft erforderlich ist, werden mit IEB-Geräten geladen.

 
 

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