„BRI“-kannt wie ein bunter Hund

Sonja Funke
Bernhard Mühlenbein aus Rösenbeck fährt einen alten Hanomag Henschel F 223 mit BRI-Kennzeichen. Er ist mit ihm noch täglich auf Baustellen im Einsatz. Foto: Sonja Funke
Bernhard Mühlenbein aus Rösenbeck fährt einen alten Hanomag Henschel F 223 mit BRI-Kennzeichen. Er ist mit ihm noch täglich auf Baustellen im Einsatz. Foto: Sonja Funke
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Im Hochsauerlandkreis ist sein Lkw - Kennzeichen „BRI DP 68“ - bekannt wie ein bunter Hund: Bernhard Mühlenbein aus Rösenbeck fährt mit seinem blau-roten Hanomag Henschel F 223 von Baustelle zu Baustelle. Er sei der letzte Lkw im Einsatz mit einem Briloner Kennzeichen, weiß Mühlenbein. Das kann sich ändern. Am 29. Juni entscheidet der Kreistag, ob „Bri“ als Wunschkennzeichen wieder zugelassen wird. Landrat Dr. Karl Schneider ist dagegen.

Rösenbeck. Bernhard Mühlenbein kann alles gelassen sehen, sein Auto ist angemeldet. Im nächsten Jahr wird der Kipper stolze 40 Jahre alt. Immer noch fährt Mühlenbein täglich von 6 bis 17 Uhr für die Firma Eley mal Steine, mal Erdgut zu Baustellen. „Dieses BRI-Kennzeichen kennt jeder“, erklärt der 71-Jährige. Er glaubt, dass es eine gute Reklame für Brilon und Umgebung wäre, wenn das alte Kennzeichen wieder eingeführt würde. „Aber nur, wenn es kein Zwang wird. Dann kann ja jeder selbst entscheiden, ob er HSK oder BRI möchte.“

Auch Mühlenbein hatte damals die Wahl - zwischen MES für Altkreis Meschede (Sitz des Kreises) oder BRI für Altkreis Brilon. Denn für eine Übergangszeit fuhren im Altkreis Brilon auch Pkw mit „MES“-Kennzeichen herum, bevor 1979 das jetzige „HSK“ flächendeckend eingeführt wurde.

Ob es nun wunschweise ein „Zurück“, gibt, dafür muss erst einmal der Bundesrat die Weichen stellen. Die Länderverkehrsminister haben den Bund in 2011 gebeten, die Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung zu unterstützen. Dabei geht es neben den Altkreis-Nummernschildern auch darum, Wechselkennzeichen einzuführen. Dann könnten bis zu drei Personenkraftwagen auf ein Nummernschild angemeldet werden. Noch ist aber nichts entschieden, der Bundesrat ist in den nächsten Monaten am Zuge, denn es müsste zwingend eine gesetzliche Verordnung geändert werden.

„Meiner ist der letzte Lkw im normalen täglichen Einsatz - also ohne ein ,H’ für historisches Kennzeichen vor dem BRI“, erklärt Mühlenbein. Zu Baustellen fahren will er noch so lange, wie sein Wegbegleiter mitmacht. „Solange, wie wir ihn noch wieder hinkriegen“, ergänzt Schwiegersohn Olaf Ritter. Der ist praktischerweise Kfz-Mechaniker und hat ein Ersatzteil-Lager für den alten Kipper parat.

„Und wenn ich nicht mehr fahre, dann bekommt der Olaf ihn als Oldtimer“, freut sich Mühlenbein. Egal, was die Politiker entscheiden: Sein blau-roter Hanomag Henschel wird wohl noch lange „BRI“-Werbung im Hochsauerlandkreis machen.