Bist Du etwa auch schon ein Handy-Holic?

Brilon.  Das Smartphone ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich fürs Telefonieren und zum Versenden von Textnachrichten gebraucht, wird es heute von vielen Menschen exzessiv genutzt. Nicht allein im sozialen Bereich, sondern auch im Business ist ein Mobile Phone fast Pflicht.

Unter Jugendlichen wird mittlerweile weniger telefoniert oder SMS geschrieben. Stattdessen steht das Internet bei den Nutzern weit im Vordergrund. Bei den Jugendlichen nimmt das Handy so mehr Zeit ein, als ihnen eigentlich für solche Dinge zur Verfügung stehen sollte.

Wenn das Multifunktionsgerät von den Nutzern nicht mehr aus der Hand zu legen ist´ kann von einer Abhängigkeit geredet werden. Eng verwandt mit der in Deutschland weit verbreiteten Internetsucht ist die Angst, für soziale als auch für geschäftliche Kontakte unerreichbar zu sein. Diese Angst hat einen Namen: Nomophobie (No Mobile-Phone Phobia). 2008 wurde Nomophobie in Großbritannien von dem Institut One Poll untersucht.

Auch in Deutschlanden wurden Jugendliche wegen Handysucht psychiatrisch behandelt, darunter waren auch einige nomophobe Jugendliche. Die Betroffenen haben Angst etwas zu verpassen in der Zeit, in der das Smartphone nicht mehr nutzbar ist, z.B. aufgrund von Akkuschwäche oder Empfangsschwierigkeiten.

„Ich habe mein Handy immer dabei, um jederzeit von meinen Freunden erreichbar zu sein. Wenn etwas Wichtiges passiert kann ich sofort zur Stelle sein.“, sagt Lea Marie Rettke (15).

Ähnlich die Beobachtung einer Erzieherin: „ Das Handy wird kaum aus der Hand gelegt.“ Im Zuge der Selbstoptimierung suchen sich viele ihre positive-Bestätigung in Sozialen-Netzwerken. Dieses Verhalten tritt meistens bei jungen Erwachsenen auf, wird jedoch heute bei immer jüngeren Kindern beobachtet, Klar, sie bekommen auch immer früher ein eigenes Handy.

Im Fall eines Ausfalls, also wenn der Nutzer nicht mehr erreichbar sein sollte, treten ähnlich wie bei abhängig machenden Substanzen Entzugserscheinungen auf. Die Hände werden schwitzig, man kann nicht mehr klar denken usw.. Wahrscheinlich kommt manchem von euch diese Symptome bekannt vor. Nomophobie lässt sich ähnlich wie Handysucht und Internetsucht behandeln.

Sich selbst kritisch hinterfragen

Eine Rat: Schaltet eure Handys zu gewissen Zeiten aus,. Oder noch besser: Legt Zeiten fest, in denen ihr es euch erlaubt, nach eurem Handy zu greifen. Doch das ist nicht der erste Schritt. Zuerst kommt die Frage: Warum muss man sich einer Sucht entziehen oder einer Angst stellen? Ganz einfach: Süchte, zu denen man auch letztlich Nomophobie zählen kann, schränken das normale Leben ein. Es bleibt weniger Zeit, um es zu genießen. Stellt euch selber die Frage, womit ihr glücklicher seid.

Der nächste Schritt ist, die Einsicht zu haben: Bin ich wirklich abhängig? Bin ich dazu gezwungen, wiederholt in kurzen Abständen auf mein Handy zu gucken? Gezwungen von mir selbst?

Einsicht bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Aber sie kommt meistens erst spät. Wenn überhaupt.

Zuletzt noch der Wille, etwas zu ändern. Manche Leute sind glücklich mit ihrem derzeitigem Zustand und verstehen es nicht, dass ihr Umfeld sie zu einer Änderung bringen will.

Mit etwas Selbstdisziplin sollte es den meisten Jugendlichen möglich sein, das Smartphone auszuschalten.. Man wird schon nichts in der Zeit verpassen und es macht meist keinen Unterschied, ob du erst nach ein paar Stunden auf eine Nachricht antwortest. Sollte dies nicht möglich sein, ist von echter Sucht zu reden und man muss sich professionelle Hilfe suchen.

 
 

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