Bergwacht Winterberg – Rettung aus Windrädern im Fokus

Die "roten Engel" der Bergwacht beim iXS Dirtmasters in Winterberg
Die "roten Engel" der Bergwacht beim iXS Dirtmasters in Winterberg
Foto: DRK
Die Bergwacht Winterberg ist auf Hilfe im unwegsamen Gelände und in großen Höhen spezialisiert. Eine neue Herausforderung bringt die Energiewende mit.

Altkreis.  Die Wintersaison ist für die Rettungskräfte der Bergwacht Winterberg seit fünf Wochen beendet. Mehr als 400 Mal sind sie ausgerückt, um verunglückten Skifahrern zu helfen. Doch auch in den Frühjahrs- und Sommermonaten sind die Helfer unterwegs. Ein wichtiges Aufgabengebiet könnte künftig die Evakuierung aus Windkraftanlagen werden.

Zuletzt waren Mitarbeiter der Bergwacht vier Tage lang beim iXS Dirtmasters Festival in Winterberg im Einsatz, wo sie die Downhill-Strecke betreut haben. Jeden Tag waren zehn Bergretter dabei. Insgesamt rückten sie 44 Mal aus, um verunglückte Bikefahrer zu bergen. 480 Stunden wurden von den Männern und Frauen, die auch „rote Engel“ genannt werden, an dem Sport-Wochenende geleistet.

Vor zwei Wochen stand der Geländelauf „Runterra“ mit seinem unwegsamen Gelände auf dem Plan, Ende Mai folgt das Bikefestival in Willingen, Ende Juni auch die Schnade in Brilon. Zwischen den Terminen stehen für einige Winterberger Bergretter zusätzlich die Lehrgänge Notfallmedizin und Sommerrettung an.

Wälder, Steilhänge oder Höhenlage

Unwegsames Gelände – das ist ein wichtiges Stichwort für die Bergwacht, denn genau das ist ihr Spezialfach: Gebiete in dichten Wäldern, Steilhängen oder Höhen, in die Rettungswagen oder Feuerwehren kaum oder gar nicht vordringen können und für die die Bergwacht-Mitglieder deshalb eigene Zusatzausbildungen haben, denn zum Teil setzen sie bei den Rettungsaktionen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Zu zwei in Bäumen abgestürzten Gleitschirmfliegern wurden sie im letzten Monat gerufen. Beim Einsatz im letzten Juni, als ein 13-Jähriger beim Spielen eine 20 Meter tiefe Steinschlucht hinunter in den Bergsee bei Siedlinghausen gestürzt war, wurden sie ebenfalls zur Unterstützung der Feuerwehr und des Rettungsdienstes alarmiert.

Die Bergwacht-Einsatzkräfte sind Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten mit Zusatzqualifikationen und können bei Notfällen auch medizinische Maßnahmen ergreifen, wenn noch kein Notarzt vor Ort ist. Der Dienst bei der Bergwacht, die zum DRK-Kreisverband Brilon gehört, ist ehrenamtlich.

Nicht nur gewachsenes Gelände gehört zu den Kernkompetenzen. Die Bergretter sind in die Notfallpläne für Sessellift-Evakuierungen eingebunden und stimmen diese mit den Liftbetreibern ab. Hierzu finden regelmäßige Übungen statt, um den Ernstfall zu trainieren. Denn durch die Erweiterung der Pisten mit Sechser- und mittlerweile sogar Achterliften ändern sich die Anforderungen bei Ausfällen der Technik.

Ebenso standen sie im Rettungsplan der Bauarbeiten an der A46 zwischen Bestwig und Brilon, falls es auf den Brücken zum Unfall gekommen wäre.

Übung an Windrad absolviert

Ein wichtiges Aufgabengebiet könnte die Evakuierung aus Windkraftanlagen werden, so die Überlegungen der Bergwachtverantwortlichen. „Wenn auch nur ein Teil der geplanten, weit über hundert Meter hohen Windräder verwirklicht wird, ist es ein bedeutendes Thema für die Zukunft, sich auf die Rettung von Menschen bei den Bauarbeiten oder beim Betrieb aus den sehr hohen und schmalen räumlichen Bedingungen einzustellen“, erklärt Markus Hennecke aus dem Leitungsteam der Bergwacht. Eine Übung dazu haben er und seine Kollegen absolviert.

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