Bereits seit 40 Jahren gibt’s St.-Cyriakus

Foto: WP

Bruchhausen..  In der kommenden Woche begeht die Bruchhauser Pfarrgemeinde ihr 40 jähriges Kirchweihjubiläum.

Zum 40. Mal jährt sich der Tag der Kirchweih seitens des damaligen Paderborner Erzbischofs Lorenz Kardinal Jaeger. Anlässlich des Jubiläums möchte der Pfarrgemeinderat an den Bau der Kirche erinnern und gleichzeitig den Stellenwert des Gotteshauses für die Gemeinde deutlich machen.

Im Geist des 2. Vatikanischen Konzils und mit dem Durchsetzungswillen des im Jahre 1966 nach Bruchhausen gekommenen Pastors Herbert Kringe entstand Ende der 60er Jahre eine Kirche , die weit über Bruchhausen bekannt ist. Konsequent wurde bei der Gestaltung des Kirchinneren die Gemeinde mit einbezogen, was damals noch als revolutionär galt.

Prägend war der Kirchbau nicht allein für das kirchliche, sondern auch für das dörfliche Leben und die Entwicklung des gesamten Dorfbildes.

Von der Deutsche Bauernsiedlung waren die landwirtschaftlichen Hofstellen Micheln und Kempen in der Feldgemarkung neu errichtet worden. Die in der Dorfmitte gelegenen Grundstücke ermöglichten nun erst den Bau der Kirche als Mittelpunkt des Ortes. Unter dem Oberbegriff Dorfsanierung mussten Haus Weidlich, die alte Schule, die Denkmalstreppe und das alte Kriegerdenkmal weichen. Platz schaffte man dadurch für eine Anbindung des Kirchplatzes an die Hauptstraße und den Neubau der Sparkasse, heute Volksbank. Vollendet wurde die in den 60er Jahren begonnene Sanierung mit dem Bau der Ortsdurchfahrt Ende der siebziger Jahre.

Die Bruchhauser Pfarrkirche ist somit nicht nur geistlicher und spiritueller Mittelpunkt der Gemeinde, sie ist auch ein zentraler Punkt der Dorfentwicklung, an der unzählige örtliche Honoratioren in Dorfpolitik und Kirchenvorstand ihren Anteil hatten. Der Bau war nicht nur ein finanzieller Kraftakt für die Gemeinde, er war auch kontroverses Gesprächsthema in vielen Familien und Gruppen. So manche bauliche Facette und theologische Begründung stieß damals auf vielfältige Skepsis in den Bruchhauser Köpfen.

Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf etwa 1,25Millionen DM und verteilten sich auf den reinen Kirchbau mit 980Tsd, das Pfarr- und Jugendheim mit 91Tsd, den Turmumbau mit 125Tsd und den Orgelbau mit 35Tsd.

Den Hauptanteil der Kosten trug das Generalvikariat in Paderborn, öffentliche Zuschüsse flossen für das Jugendheim aber auch die Spendenbereitschaft der Bruchhauser war gefordert. Die „Silbernen Sonntage“ einmal monatlich sind allen Zeitgenossen noch bekannt. Getragen wurde der Bau vom damaligen Pfarrer Kringe, dem Kirchenvorstand und einem eigens gebildeten Bauausschuss, mit in der Verantwortung waren die politische Gemeinde und das damalige Amt Bigge. Nur noch wenige der damals Verantwortlichen können dieses Jubiläum erleben. Die Bruchhauser Pfarrkirche war nach der Elleringhauser Kirche, Mitte der sechziger Jahre, eines der letzten Neubauprojekte im sakralen Bereich im oberen Sauerland.

Nach über 40 Jahren, die seit Planung und Bau vergangen sind, bieten sich ein geschichtlicher Rückblick der Zeitgenossen und die Information der heutigen Generation zwingend an.

Geschehen wird dies im Rahmen einer Kirchweihwoche. Hierzu hat der örtliche Pfarrgemeinderat ein umfassendes Programm ausgearbeitet, welches allen spirituellen, geschichtlichen und aktuellen Aspekten gerecht werden will.

Am Dienstag, 24.Mai, spricht zum Auftakt Professor Gisbert Hülsmann zum Thema: „Kirche als Haus Gottes unter den Menschen“. Professor Hülsmann war in der Bauphase Mitarbeiter des Architekten Dr. Stephan, der die Bruchhauser Kirche plante. Nach Hülsmanns Plänen entstand zehn Jahre später auch die Bruchhauser Friedhofskapelle. Mit einem anschließenden Empfang von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat wird die Festwoche im Pfarrheim eröffnet. An diesem Abend wird die geschichtliche Dimension der Baumaßnahme ausführlich gewürdigt.

Es folgt am Freitag, den 27. Mai, eine „Spirituelle Kirchenführung“ mit Monsignore Konrad Schmidt aus Hardehausen.

 
 

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