Veröffentlicht innachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg

Alles Wichtige gibt es in Olsberg

Alles Wichtige gibt es in Olsberg

Olsberg13074792 Luftbild-k7CB--656x240@DERWESTEN.jpg
Foto: www.blossey.eu
Olsberg ist eine Kleinstadt mittlerer Größe. Es ist nicht zu groß, so dass man sich nicht mehr kennt, aber auch nicht so klein, dass es noch einen guten Mix an Einkaufs-Möglichkeiten bieten kann, meint Helmut Schmücker, Werbegemeinschaftsvorsitzender.

Olsberg. 

Wie sieht sich Olsberg als Einkaufsstadt? Wo liegen Stärken, wo Schwächen? Kernpunkte dazu benennt Helmut Schmücker, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Bigge/Olsberg.

Frage: Charakterisieren Sie doch bitte einmal Olsberg als Einkaufsstadt. Wo liegen die Stärken, gibt es Schwächen? Gibt es einen gesunden Branchenmix?

Helmut Schmücker:

Olsberg ist ein sehr nettes Städtchen mittlerer Größe, was sich sehr harmonisch in einer Talsohle entwickelt hat. Nicht zu groß, so dass man sich nicht mehr kennt, aber auch nicht so klein, dass es noch einen guten Mix an Einkaufs-Möglichkeiten halten und bieten kann. Über die letzten Jahre hat sich herauskristallisiert, dass der Ortsteil Bigge immer mehr an Geschäften verloren hat. Im Ortsteil Olsberg hat sich im Kreuzungsbereich eine gute Einzelhändlerschaft etabliert.

Zwischen diesen beiden Ortsteilen hat sich über viele Jahre ein Einkaufszentrum gebildet, das sich sicherlich bei einer Ortsgröße von 15 000 Einwohnern nicht nur im Sauerland sehen lassen kann.

Was wird die Zukunft bringen?

Wenn sich nun auch noch ein Drogeriemarkt ansiedelt und der Umbau vom Aldimarkt abgeschlossen ist, dann kann das Käuferherz dort im Vollen schwelgen. Die Besucher können alles fußläufig erreichen und nicht nur ihre Grundbedürfnisse decken. Der Branchenmix im Ortsteil Olsberg ist noch einigermaßen gut erhalten. Wenn ich einen Vergleich mit anderen, etwas größeren Orten mache, stelle ich noch einige gute Einkaufsmöglichkeiten fest. Inhabergeführte Geschäfte bieten gute Beratung, Service, Umtausch. Die klassischen Modelabels gibt es auch. Daneben führen mehrere Geschäfte ausgesuchte Modefirmen, die ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Viele Kunden kommen deswegen nach Olsberg. In Olsberg gibt es neben Bekleidungs- und Schuhgeschäften und Märkten, die den Grundbedarf abdecken, noch relativ viele Geschäfte, die das Leben schöner machen: Blumen- und Dekogeschäfte, Accessoires und Liftstyle, hochwertige Sportartikel.

Wie beurteilen Sie, dass es im Prinzip zwei Einkaufszentren gibt?

Durch das Einkaufszentrum im Ortsmittelpunkt und die Einzelhändler im Ortsteil Olsberg kann man sagen, dass hier für die Größenordnung von Olsberg/Bigge ein guter Branchenmix vorhanden ist und es noch fast „alles Wichtige“ zu kaufen gibt. Leider sind diese beiden Einkaufszentren zu weit auseinander. Es muss nun überlegt werden, wie man dieses Manko beheben kann. Eine zumindest gefühlte Nähe dieser beiden Zentren sollte in der Zukunft hergestellt werden.

Olsberg profitierte natürlich auch von den Gästen. Ich möchte behaupten, dass einige Einzelhändler nur noch überleben können wegen der Urlauber vor Ort.

Ist ein Geschäft erstmal zu, bedauern viele Kunden dessen Schließung. Andererseits haben manche das Angebot vor Ort aber selbst kaum genutzt. Was glauben Sie, warum viele Leute ihr Glück zum Beispiel im Internethandel suchen und wie kann man dem begegnen?

Beim Internet ist das Verführerische, dass man an jedem Tag und zu jeder Tageszeit einkaufen kann. Auch die Auswahl ist um ein Vielfaches größer als es je ein Einzelhändler bieten könnte. Preisvergleiche bei dem gleichen Artikel kann nur das Internet bieten. Die Informationen über die Vielzahl von Produkten kann ohne Internet sehr aufwendig sein. Auch für die älteren Mitbürger, die jetzt so nach und nach das Internet zu erobern wissen, hat das Internet Vorteile. Sie können sich eine Auswahl schicken lassen und dann, nach der jeweiligen körperlichen Verfassung, diese Produkte ausprobieren. Auch werden dann diese Produkte von ihrer Wohnungstür wieder abgeholt. Um gegen das Internet ankommen zu können, muss man sich schon einiges einfallen lassen.


Wie sollte man auf den Käufer zugehen?

Wichtig ist dem Käufer klarzumachen, dass er die persönliche Beratung nur im Fachhandel bekommt. Ein Umtausch vor Ort ist immer unkomplizierter als es mit einem Hin- und Herschicken möglich ist. Das persönliche, was ein Kauf vor Ort mit sich bringt, geht im Internet ganz verloren. Es sollte selbstverständlich werden, dass die Einzelhändler die Waren auch nach Hause liefern werden.

Auch könnte ich mir vorstellen dass der Kunde, der keine Fahrmöglichkeit hat, in Zukunft mit einem Kundentaxi geholt und wieder nach Hause gebracht wird. Das Einkaufen muss als Erlebnis vermittelt werden. Chancen für den örtlichen Einzelhandel sehe ich durch noch mehr Service. Wer auf seine Kunden eingeht, sie aktiv nach ihren Wünschen fragt, wird auch in Zukunft am Markt bestehen können.

Nennen Sie doch einmal drei, vier Vorteile, die es mit sich bringt, wenn man vor Ort einkauft.

Jeder Euro, der vor Ort ausgegeben wird, kommt irgendwie der Allgemeinheit im Ort wieder zugute. Ein Ort mit Schaufenstern und Geschäften lebt, er ist nicht tot. Geschäfte bieten direkt am Wohnort Jobs und Ausbildungsplätze. Beim Einkaufen werden Kontakte geknüpft, Gespräche geführt. Das ist wichtig für ein soziales Leben für alle Generationen. Die Vielfalt der Angebote bleibt erhalten.

Wie hat sich die Umgehungsstraße in Olsberg auf das Geschäftsleben ausgewirkt?

Die Umgehungsstraße hat hauptsächlich der Gastronomie wehgetan. Der Einzelhandel wird das kaum am Umsatz gemerkt haben. In diesem Fall überwiegen mehr die Vorteile einer Umgehungsstraße als die Nachteile. Die Vorteile sind nicht nur, dass die eigene Lebensqualität steigt. Es wird sich auch die Verweildauer der Gäste weiter erhöhen. Dadurch wird mehr Umsatz im Ort generiert.

Was glauben Sie, wie die Einkaufswelt Olsberg in 20 Jahren aussieht – einmal optimistisch, einmal pessimistisch betrachtet?

Optimistisch gesehen hoffe ich, dass der Bestand an Geschäften nicht weiter abnimmt. Dass die Geschäftsinhaber ihre Lücken finden und damit Kunden an sich binden. Man kann froh sein über jedes Ladenlokal was vermietet ist. Pessimistisch: Es werden nur die Geschäfte überleben, die die Grundbedürfnisse decken.