45 815 Einsprüche gegen Windkraft am Mannstein

Olsberger Windkraftgegner liefern mehr als 45 000 Einsprüche gegen die geplanten Anlagen am Mannstein zum Rathaus
Olsberger Windkraftgegner liefern mehr als 45 000 Einsprüche gegen die geplanten Anlagen am Mannstein zum Rathaus
Foto: WP
  • Mehr als 45 000 Menschen haben gegen eine geplante Windkraftanlage unterschrieben
  • Die Anlage ist am Mannstein zwischen Brunskappel und Wulmeringhausen geplant
  • Die Einsprüche werden an den Kreis als Verfahrensträger weitergeleitet

Olsberg..  Der Pappkarton wackelt, kippt. Didi Burmann kann ihn gerade noch auffangen. „Das war knapp!“ Fast ist der Weg zum Eingang des Rathauses schon zugebaut. Braune Kisten stapeln sich, Briefumschläge sind manchmal ordentlich, manchmal chaotisch darin verpackt. Eine Besucherin quetscht sich zwischen Busch und Barriere hindurch. „Was ist den hier los?“ „Wir sind gegen Windkraft“, lautet die Antwort.

Mehr als 45 000 Unterschriften wurden gegen die geplante Windkraftanlage am Mannstein zwischen Brunskappel und Wulmeringhausen gesammelt. Bis Montag müssen die Einsprüche eingegangen sein. Den größten Teil, gesammelt in tagelanger harter Arbeit, haben einige der Windkraftgegner nun eigenhändig zum Rathaus gebracht. Nach und nach stapelt sich die Barriere höher. Gelbe Plakate zeigen: Aus jeder Ortschaft Olsbergs gibt es die Rote Karte für die Pläne der Bezirksregierung. Zusammen tragen die Windkraftgegner die Kartons vor die Information des Rathauses. Bürgermeister Wolfgang Fischer knetet seine Finger. „Da müssen wir wohl direkt den Bauhof rufen, um die ganzen Kartons nach Brilon zu schaffen“, sagt er und scherzt: „Zum Glück müssen wir nicht auf jeden Umschlag einen Eingangsstempel machen. Dafür ist der Kreis als Verfahrensträger zuständig.“ Ihm werden auch die Einsprüche vorgelegt.

Neue Freundschaften

Didi Burmann zeigt sich begeistert: „Diese enorme Zahl an Einsprüchen ist ein Zeichen, dass Windkraft zwar spaltet, aber auch sehr zusammenschweißen kann. Durch den gemeinsamen Einsatz sind Freundschaften entstanden.“ Bis zur letzten Minute haben die engagierten Bürger Unterschriften gesammelt, auch an Wochenenden, manchmal bis mitten in die Nacht hinein. Jetzt heißt es warten.

Bürgermeister Fischer zeichnet kein allzu hoffnungsvolles Bild. Er betont, dass das Verfahren in den Händen des HSK liege. „Die Energiewende ist von der Regierung beschlossen. Durch landesgesetzgeberische Vorgaben sind wir gezwungen, Flächen für die Energiegewinnung zu finden. Welche das schlussendlich sind, das wird sich zeigen.“ Die Stadt Olsberg betreibt selbst ein laufendes Verfahren, welches sich an dem Flächennutzungsplan orientiert. Die Einsprüche der Bevölkerung haben in diesem Verfahren allerdings keine Auswirkungen.

Die Windkraftgegner wollen aber noch lange nicht aufgeben. „Wenn sich 80 oder 90 Prozent der Bevölkerung gegen Windkraft aussprechen, dann kann nicht einfach gegen sie entschieden werden.“ Sie hätten Rechtsanwälte und Ornithologen auf ihrer Seite. Didi Burmann: „Wir werden weiter kämpfen!“

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