Windpark-Betreiber hält an der Zone „Große Helle“ fest

Werden die Bürger aus Diedenshausen ihr Transparent erneut ausrollen müssen? Der Windpark-Entwickler Abo Wind hält nach Angaben seiner Teamleiterin Amaya Hilpert die Ausweisung der Vorrangzone „Große Helle“ auch „artenschutzfachlich umsetzbar“.
Werden die Bürger aus Diedenshausen ihr Transparent erneut ausrollen müssen? Der Windpark-Entwickler Abo Wind hält nach Angaben seiner Teamleiterin Amaya Hilpert die Ausweisung der Vorrangzone „Große Helle“ auch „artenschutzfachlich umsetzbar“.
Foto: WP
Stellungnahme des Investors: Artenschutz-Belange und Radaranlage werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Bad Berleburg.. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr hält den Bau von zwölf Windkraftanlagen im Bereich Kilbe, wie sie der Wiesbadener Betreiber von Windparks, „Abo Wind AG“, in einer „Voranfrage“ in Aussicht gestellt hat, für „nur in Teilen genehmigungsfähig“. Das hat Major Roland Gietzen (Köln-Wahn, Referat 3 II e) dem potenziellen Investor mitgeteilt. Mindestens vier der projektierten Windenergieanlagen, so heißt es in dem Schreiben, seien „aufgrund der zu geringen Entfernung zur Luftverteidigungsradaranlage“ in Erndtebrück in hohem Maße verschattungswirksam. Dadurch würden vorgeschriebene Grenzwerte unterschritten, ... „die Beeinträchtigung der Radarerfassung wäre nicht hinnehmbar“, so der Major.

Mangelhafte Abwägung

Dieser Aspekt aus der Antwort des Luftfahrtamtes ist für Abo Wind in der Abwägung der Stadt Bad Berleburg zur Änderung des Flächennutzungsplanes „Windenergie“ nicht ausreichend berücksichtigt. Das geht aus der umfangreichen Stellungnahme von Abo Wind zur gestern beendeten Offenlage der weiteren Planungen hervor.

Doch der Wiesbadener Windpark-Betreiber konzentriert sich offenbar nicht nur auf eine der drei verbliebenen Flächen Kilbe-Nord, Ohrenbach oder Osterholz, sondern sieht nach wie vor das größte Potenzial im Bereich „Große Helle“ bei Diedenshausen. Der Ausschluss dieser Fläche, so führt Abo Wind an, basiere auf mangelhafter Abwägung der Stadt, die sich u.a. bei den Belangen des Artenschutzes auf eine Einschätzung der Unteren Landschaftsbehörde (ULB) berufe. Diese wiederum, so die Stellungnahme, habe sich bei ihrer Einschätzung auf Vogelbeobachtungen oder Brutbeobachtungen Dritter bezogen.

Hintergrund Daher sei der Ausschluss von Potenzialflächen insgesamt aufgrund der Hinweise nicht zulässig. Sollte die „Große Helle“ – wie beschlossen – aufgrund der ULB-Hinweise „von der weiteren Betrachtung ausgeschlossen werden, da Brutplätze der Arten Rotmilan und Schwarzstorch im 2-3 km Radius um die Flächen vermutet werden oder gesichert sind, dann müssten“, so schlussfolgert Abo Wind, „auch die Flächen Ohrenbach, Prenzenberger Kopf und Hilscheider Gefälle aufgrund der Brutstandorte von Rotmilan und Schwarzstorch auf dem Prenzenberger Kopf in nur 500 Meter Abstand zwingend von der weiteren Betrachtung ausgeschlossen werden.“

Vertiefte Prüfungen

Generell erwartet Abo Wind von der Stadt Bad Berleburg vertiefte Artenschutzprüfungen, die bislang eigenständig nicht erfolgt seien. Teamleiterin Amaya Hilpert sagte unserer Zeitung, Abo Wind halte das Projekt „Große Helle“ bei Diedenshausen durchaus für „artenschutzrechtlich umsetzbar“.

Angeführt wird letztlich, „dass ein prozentualer Anteil von 2,2 Prozent in Bezug auf die Flächengröße der Stadt Bad Berleburg und das große vorhandene Potenzial zu gering“ sei.

Das war übrigens auch eine Forderung in der Bürgerversammlung Berghausen. Einer der dortigen Wortführer, der frühere Beigeordnete Jürgen Weber, untermauert seine Haltung noch einmal gegenüber unserer Zeitung: „Die Stadt hat es sich in der Abwägung viel zu leicht gemacht und darin handwerklich massivste Fehler eingebaut“.

Damit möglichst bis zur Stadtverordnetenversammlung am 26. September eine entsprechende Sitzungsvorlage erarbeitet werden kann, geht es im Rathaus ab heute an die Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen, darunter vier Eingaben von Investoren, die die Windparks entwickeln und betreiben möchten.

 
 

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