Windkraft-Vorrangzonen in Bad Laasphe vor der Abstimmung

Seit fünf Jahren befasst sich die Stadt Bad Laasphe mit der Diskussion um Windkraft-Vorrangzonen.
Seit fünf Jahren befasst sich die Stadt Bad Laasphe mit der Diskussion um Windkraft-Vorrangzonen.
Foto: WP
Die Stadt Bad Laasphe hat sich beraten lassen und will drei Potenzialflächen endgültig für Windkraft ausweisen.

Bad Laasphe. Was lange währt, wird endlich gut, sagt ein altes Sprichwort. Ob dies auch für die Akzeptanz der Windkraft-Vorrangzonen in Bad Laasphe gilt, ist offen. Seit 2011 befassen sich Politik und Verwaltung mit dem Problem, bestätigt der 1. Beigeordnete Dieter Kasper im Gespräch. Zwischenzeitlich war es auf Votum der Politik auch noch einmal vertagt worden. Doch jetzt gibt es ein entscheidungsreifes Papier. Die Vorlage für die nächste Sitzung des Bauausschusses am kommenden Montag (17.30 Uhr) präsentiert Wolfgang Theofel vom Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner. Theofel hat die Planung von Beginn an begleitet. Mit diesem Papier könnte im Zustimmungsfall die seit mehreren Jahren geführte Debatte zumindest verwaltungsrechtlich beendet werden.

Abstände zu Häusern

Das Papier erläutert ausführlich, welche Ausschlusskriterien die Fachberater und die Verwaltung bei der Auswahl von potenziellen Windkraft-Vorrangzonen berücksichtigt haben. Wichtig sind dabei Mindestabstände von 800 Metern zur Wohnbebauung in Siedlungsflächen. 450 Meter sind es zu gemischt genutzten Flächen und 200 zu Gewerbeflächen. Auch für die Bebauung im Außenbereich, also Einzelgehöfte und Streusiedlungen, gibt es Abstände: Um Streusiedlungen wird ebenfalls ein 800-Meter-Radius geschlagen und bei einzelnen Häusern sind es immerhin 500 Meter. Das trifft vor allem auf den Nordwesten, sprich den Großraum Feudingen zu. Zu Parkanlagen oder Friedhöfen sollen 300 Meter Abstand gehalten werden. Der Kurpark in der Kernstadt bildet hier aber als wichtiger Bestandteil des Kneipp-Heilbades einen Sonderfall und hat somit einen 500 Meter Abstand-Radius.

Fauna und Flora Hintergrund

Daneben müssen auch Gutachten zur Fauna und Flora, speziell zu Fledermäusen und Vögeln wie dem Schwarzstorch berücksichtigt werden, um artenschutzrechtliche Konflikte zu vermeiden. Ein weiteres Spannungsfeld spielt ebenfalls eine Rolle: Wie sollen der Schutz hochwertiger Laubwaldgebiete und das Einräumen substanziell viel Raum für die Windenergie unter einen Hut gebracht werden, wenn „der ganz überwiegende Teil von möglichen Konzentrationszonen innerhalb von Waldflächen liegt“? Deshalb sollen sich die potenziellen Zonen auf Kyrill-Windwurfflächen oder Nadelwaldbereiche beschränken. Laubwaldbereiche können als „weiche Ausschlusskriterien“ eingestellt werden.

Das gleiche gilt für „Wildnisgebiete“ wie den Wald in Heiligenborn, der viele sehr naturnahe Bereiche aus autochthoner Buche, Quellen und Moore mit naturnahen Bachläufen enthält oder aber Flächen im „Denkmalschutz“ wie die historische Altstadt oder die Wallburgen als Bodendenkmäler.

Letztes Argument für die Auswahl sind offenbar auch bereits bestehende Anlagen.

 
 

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