Willi Graf ist tot: Trauer um einen Mann der leisen Töne

Foto: SPD-Ortsverein

Bad Berleburg..  Die Bad Berleburger Kommunalpolitik und besonders die Sozialdemokraten trauern: Mit Willi Graf, der am Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben ist, hat Bad Berleburg einen über Parteigrenzen hinweg geschätzten Politiker verloren. Ob als Parlamentarier oder Stellvertretender Landrat, Graf hat sich über die Grenzen seines Dorfes Raumland, der Stadt Bad Berleburg und des Kreises Siegen-Wittgenstein für seine Heimat eingesetzt. Willi Graf war ein bescheidener Mensch, ein Mann der leisen, aber bestimmten, Töne. Vielleicht wurde er eben deshalb auch gehört und erreichte mehr, als andere laute Streiter.

15 Jahre als Stellvertretender Landrat

1968 trat er in die SPD ein, die mit Willy Brandt an der Spitze damals großen Mitgliederzulauf verzeichnete. 47 Jahre lang, bis zu seinem Tod, blieb er Genossen. In der SPD machte Graf Karriere, führte zunächst den Ortsverein Raumland, später auch den Stadtverband Bad Berleburg.

Noch bevor er in den Berleburger Stadtrat einzog, war er in den Kreistag gewählt worden. Von 1979 bis 1999 bestimmte er dort die Politik mit: vor allem im Krankenhausausschuss, dessen Arbeit er 18 Jahre lang als stellv. Vorsitzender begleitete, dem Ausschuss für die Landwirtschaft und im Kulturausschuss.

Von 1984 bis 1999 hatte Graf ein Stadtratsmandat inne. In den 15 Jahren als Stadtverordneter stieg Graf auch zum Fraktionsvorsitzenden auf, nachdem Friedhelm Aderhold zum Bürgermeister gewählt wurde. Das war 1994. Zeitgleich wurde er auch Ortsvorsteher seines Heimatdorfes. Sein bedeutsamstes Amt füllte Willi Graf von 1984 bis 1999 aus. Drei Wahlperioden lang war er 2. Stellvertretender Landrat des Kreises Wittgenstein.

Hohe Auszeichnungen

Auch über diese öffentlichen Ämtern hinaus setzte sich der Verstorbene ein. Er ist Mitbegründer der Wittgensteiner Kunstgesellschaft, war für die Arbeiterwohlfahrt sehr aktiv und ihm lagen Traditionen und Brauchtum am Herzen, wie seine Mitgliedschaft im Verkehrs- und Heimatverein Bad Berleburg zeigt, um nur einen Bruchteil seiner vielen Betätigungsfelder zu nennen.

Für seine außerordentlichen Verdienste wurde Graf 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2001 Mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Die Stadt Bad Berleburg würdigte ihn für 15 Jahre Ratsarbeit 1999 mit dem Wappenteller.

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