Wieder Hoffnung auf Sanierung

Foto: WP
Nachdem Nils Geiser den 2012 erworbenen Bahnhof Erndtebrück nun gerne wieder verkaufen möchte, sind Bahn und Gemeinde offen für neue Investoren-Gespräche.

Erndtebrück.  Otto Wunderlich als Vorsitzender des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen ist froh, dass wieder Bewegung in die Sanierungspläne für den Erndtebrücker Bahnhof kommt. „Das muss in die Verantwortung der Gemeinde und von DB Station+Service geholt werden“, sagt er. Der Laaspher wünscht sich, dass der Erndtebrücker Bahnhof nach Bad Laaspher, Altenhundemer oder Kreuztaler Vorbild saniert und wieder ein echtes Aushängeschild für die Gemeinde und auch den Eisenbahnverkehr wird.

Wunderlich weiß, dass noch in diesem Jahr umfangreiche Arbeiten an Gleisen und Bahnsteigen anstehen. „Dies könnte man doch mit der Sanierung verbinden.“ Gleichzeitig stupst der Vorsitzende des Arbeitskreises im Gespräch mit der Heimatzeitung auch den Zweckverband Personennahverkehr (ZWS) und die Hessische Landesbahn (HLB) an: „Die könnten sich doch auch an dem Projekt beteiligen.“

Bisheriger Eigentümer mit am Tisch

Der ZWS winkt aber auf Nachfrage der Heimatzeitung ab, weil man nicht für die Immobilien zuständig sei. „Und einen Topf mit Geld haben wir hier auch nicht stehen“, so Markus Stirnberg vom Zweckverband. Er verweist an den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Münster. Die stecken in diesem Jahr tatsächlich sehr viel Geld in die Infrastruktur in Erndtebrück. MOF 2 heißt das Programm – zu deutsch Modernisierungsoffensive, wie Maria Hackmann vom NWL erläutert. Dieses Programm bezieht sich aber auf die Verkehrsstation in Erndtebrück. Die wird in Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn AG, DB Netz sowie Station+Service, modernisiert. Das Ziel: Neue Gleise, neue Bahnsteige, zwei Aufzüge und eine neue Anbindung zum Zentralen Omnibusbahnhof – künftig aber komfortabel und vor allem barrierefrei.

In diesen Plänen keine Rolle spielt allerdings das alte, denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude, das zwischen 1914 und 1916 im klassizistischen Stil erbaut wurde. 2012 kauften es Nils Geiser und sein Partner Yilmaz Arli von der Bahn.

„Wir fördern nur Verkehrsstationen und keine privaten Gebäude“, macht Maria Hackmann unmissverständlich klar – und schiebt den Schwarzen Peter weiter in Richtung Kommune. „Vielleicht hat ja die Gemeinde Erndtebrück Interesse, das Empfangsgebäude zu kaufen?“ „Bei der Finanzlage der Kommune ist das nicht darstellbar“, räumt Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau mit falschen Hoffnungen auf. Auch ein neuer privater Eigentümer scheint im Moment nicht in Sicht. Bei der Gemeindeverwaltung hat sich nach Nils Geisers Pressemitteilung und der Berichterstattung darüber hinaus noch niemand gemeldet.

Carsten Kirchhoff von der Essener Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG), die den Verkauf an Geiser und Arli seinerzeit abgewickelt hatte, steht nun neuen Investoren für Gespräche zur Verfügung – gemeinsam mit der Gemeinde Erndtebrück und dem bisherigen Eigentümer, wie er betont.

Objekt bald frei von Fahrgästen

Dabei könnten dann ganz individuelle Lösungen gefunden werden, so Kirchhoff. Er erwartet im Übrigen, dass sich die Attraktivität des Bahnhofs noch 2016 für Investoren erhöht – nämlich dann, wenn die Unterführung von den Bahnsteigen aus in Richtung Bahnhofstraße nicht mehr in der Empfangshalle endet – sondern neben dem Gebäude. Damit werde das Objekt „in einem Zuge umbaubar“, so Kirchhoff. Um die Fahrgäste so schnell wie möglich auf anderen Wegen zu den Gleisen zu führen, gehöre es bei der Bahnsteig-Modernisierung „zu den ersten Maßnahmen“, einen sicheren Weg über Gleis 1 hinweg in Richtung künftigem Park & Ride-Parkplatz hinter dem Bahnhof herzustellen.

 
 

EURE FAVORITEN