Westfälischer Schützentag in Erndtebrück ein fröhliches Fest

Ein tolles Fest: Rund 2000 Schützinnen und Schützen präsentierten sich am Samstag im Festzug beim 66. Westfälischen Schützentag in Erndtebrück.
Ein tolles Fest: Rund 2000 Schützinnen und Schützen präsentierten sich am Samstag im Festzug beim 66. Westfälischen Schützentag in Erndtebrück.
Foto: Peter Kehrle
Sonne satt, tolle Stimmung, eine harmonische Delegierten-Versammlung: Eine rundum gelungene Veranstaltung war der 66. Westfälische Schützentag in Erndtebrück.

Erndtebrück. Sonne satt, tolle Stimmung, eine harmonische Delegierten-Versammlung und klare Zielsetzungen für ein erfolgreiches Schützenwesen sowohl sportlich als auch gesellschaftlich - schlicht und ergreifend eine rundum gelungene Veranstaltung war der 66. Westfälische Schützentag in Erndtebrück.

Anneli Kleine neue Landeskönigin

Klaus Stallmann hatte schon am Freitagabend im Erndtebrücker Spiegelzeit das richtige Bauchgefühl. Beim „Erndtebrücker Abend“ zum Auftakt prophezeite der Präsident des Westfälischen Schützenbundes (WSB) den Veranstaltern des Schützenkreises Wittgenstein bestes Wetter für den Samstag. Und so kam es dann auch. Pünktlich zur Proklamation der neuen Landeskönigin Anneli Kleine (SV Fabbenstedt) und der neuen Landesjugendkönigin Joelina Röder strahlte die Sonne vom Himmel.

Beste Voraussetzungen also, um nach der Proklamation einen stimmungsvollen Festumzug zu genießen. Rund 2000 Schützen präsentierten sich am Samstag Nachmittag froh gelaunt den zahlreichen Zuschauern, die es nicht versäumen wollten, sich dieses Schauspiel auf den Straßen anzuschauen. Krönender Höhepunkt war schließlich der „Grüne Abend“ in der Schützenhalle.

Über 1000 Gäste feiern in der Schützenhalle

Dort klang der hervorragend organisierte 66. Westfälische Schützentag schließlich bei Tanz und vielen angeregten Gesprächen würdig aus. Über 1000 Gäste feierten in der Schützenhalle ausgelassen und demonstrierten damit auch die beim Schützentag so oft betonte und benötigte Geschlossenheit, um das Schützenwesen sowie seine Verdienste und Leistungen für die Gesellschaft auch in der breiten Öffentlichkeit publik zu machen.

Bevor jedoch Königinnen-Proklamation, Festzug und „Grüner Abend“ in den Mittelpunkt rückten, standen am Samstag Festakt und Delegierten-Versammlung auf der Tagesordnung. Musikalisch begleitet durch den Musikverein „Hoffnung“ aus Hünsborn betonten die Festredner u.a. um Landrat und Schirmherr Andreas Müller, Bürgermeister Karl Ludwig Völkel sowie dem Schützenkreis-Vorsitzenden Thomas Roth wie bereits beim „Erndtebrücker Abend“ insbesondere die Tradition und den hohen Stellenwert der Schützenvereine in der Gesellschaft sowie das beeindruckende ehrenamtliche Engagement der Schützen.

Auch der Schießsport ein Thema

Auch der Sport war natürlich Thema. Deutlich wurde in den Beiträgen, dass sich die Verantwortlichen klar zum Ziel gesetzt haben, auf internationaler Bühne und insbesondere bei Olympia künftig wieder Medaillen-Ränge ins Visier zu nehmen. Dies war in der Vergangenheit so und soll auch künftig wieder so sein. Bestes Beispiel für erfolgreichen Schießsport ist Matthias Dreisbach vom Sportschützenverein Girkhausen, der die Sportlerehrennadel des WSB im Rahmen der Ehrungen (siehe Kasten) erhielt.

Satzungsänderung: WSB-Präsidium wird Strukturen verkleinern 

Harmonisch und konstruktiv verlief die anschließende Delegierten-Versammlung. Im Mittelpunkt stand eine Satzungsänderung, die mit großer Mehrheit angenommen wurde und die künftige Struktur des WSB-Präsidiums maßgeblich beeinflusst.

„Wir wollen mit einer klaren Aufgaben-Zuteilung und mit klaren Verantwortlichkeiten für die einzelnen Bereiche die Strukturen verkleinern und verschlanken“, sagte Präsident Klaus Stallmann, der im Vorfeld intensiv für die Satzungsänderung geworben hatte. Die Zustimmung war u.a. auch deshalb so deutlich, weil bereits vorab klar kommuniziert wurde, dass ein Vertreter aus dem Jugendbereich grundsätzlich immer mit Stimmrecht an den WSB-Ausschuss-Sitzungen teilnehmen darf.

Präsident Stallmann im Amt bestätigt

Folge des Beschlusses war schließlich die Neuwahl des gesamten Präsidiums. Dabei erhielt der bisherige Präsident Klaus Stallmann für zwei weitere Jahre das Vertrauen der Delegierten, Jochen Willmann bleibt Schatzmeister als Vizepräsident für Finanzen und Recht. Hans-Dieter Rehberg (Schützenverein Berghausen) wurde ebenfalls das Vertrauen als Vizepräsident für die Verbandsorganisation ausgesprochen.

Regina Vongehr ist Vizepräsidentin mit der Zuständigkeit Tradition und Brauchtum, Vizepräsident Leistungssport und Bildung wurde Stefan Buff, Vizepräsidentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Jasmin Pforth (beide setzten sich in geheimer Abstimmung durch). Rolf Dorn ist als Vizepräsident verantwortlich für Verbandssportangelegenheiten. Bestätigt wurde die Vizepräsidentin Jugend, Sabine Lüttmann.

Großes Lob an die Wittgensteiner Organisatoren

Die Verantwortlichen des WSB-Präsidiums sowie die Festredner, Gäste und Ehrengäste des Wochenendes lobten die Organisatoren und die zahlreichen Helferinnen und Helfer des Schützenkreises Wittgenstein mitsamt den angeschlossenen Vereinen für die Gestaltung des Schützentages in den höchsten Tönen. Auch Polizei und Rettungskräfte hatten maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg. Fazit: Ein beeindruckender 66. Westfälischer Schützentag, der von der Stadt Gütersloh als Gastgeber im kommenden Jahr nur schwer zu toppen sein wird.

WSB verurteilt Gewalt und steht finanziell auf solider Basis 

Bei der Delegierten-Tagung stimmte die Versammlung dafür, folgenden Passus in die Satzung unter Paragraph 4, Absatz 3 einzufügen: „Der WSB verurteilt und bekämpft jegliche Form von Gewalt, unabhängig davon, ob sie körperlicher, seelischer oder sexueller Natur ist.“ Darüber hinaus wurde auch ein im Verband erarbeitetes Präventions- und Schutzkonzept zur Vermeidung von sexualisierter Gewalt von den Delegierten beschlossen.

Der Westfälische Schützenbund steht auf einer soliden finanziellen Basis. Dies sagte der Schatzmeister Jochen Willmann. Nach dem Jahresabschluss 2014 werden 90 000 Euro in eine zweckgebundene Rücklage überführt. Dieses Geld fließt in die Sanierung des Landesleistungszentrums. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro.

Jahresbeiträge der Vereine bleiben gleich

Keine Veränderungen gibt es für die Vereine bei den Jahresbeiträgen 2016. Der Haushaltsplan 2016 wurde einstimmig genehmigt, das Präsidium einstimmig entlastet. Die Landesjugend wies im Rahmen der Tagung auf die Aktion „Schützenhilfe“ hin. Die Schützen können bei dieser Aktion Kartons unter anderem mit Kleidung und Spielzeug füllen, die dann Flüchtlingen zugute kommen sollen.

Zwei junge Schützen aus Wittgenstein beim Königsschießen erfolgreich 

Rein sportlich lief das Königsschießen insbesondere im Jugendbereich für zwei heimische Vertreter erfolgreich: Mit Lara Fabienne Althaus (SV Erndtebrück) auf Rang 5 und Florian Piepho (SV Birkelbach) auf Rang 6 landeten zwei junge Aktive unter den besten Zehn.

Mehr als zehn Stunden Anreise nahm eine Delegation aus Tirol und Südtirol auf sich, um in Erndtebrück dabei zu sein. Vom Südtiroler Sportschützenverband war es u.a. der Landesoberschützenmeister August Tappeiner sowie vom Tiroler Schützenverband u.a. Landesschützenmeister Andreas Hauser, die nach Wittgenstein gereist waren und beim Festakt kleine Präsente zu überreichen. „Es ist jedes Mal ein tolles Ereignis, bei dem Freundschaften gepflegt werden können“, lautete das Fazit der Ehrengäste.

Gütersloh ist Schützentag-Gastgeber 2016

Gäste waren auch die Gütersloher Bürgermeisterin Maria Unger und die stellv. Landrätin Dr. Christine Disselkamp, die als Gastgeber des kommenden westfälischen Schützentages 2016 eine kurze Präsentation ihrer Region vornahmen.

 
 

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