Wenn der Chef zustimmt, kann man wieder radeln

Lahnradler werden mit diesem Hinweisschild bei der Wahlbachsmühle auf die Bundes- bzw. Landstraße geschickt. Der Lahntalradweg ist in dem Bereich nicht befahrbar.
Lahnradler werden mit diesem Hinweisschild bei der Wahlbachsmühle auf die Bundes- bzw. Landstraße geschickt. Der Lahntalradweg ist in dem Bereich nicht befahrbar.
Foto: WP

Saßmannshausen..  Als für die Beseitigung des Bahnübergangs in Saßmannshausen die Bundesstraße 62 voll gesperrt wurde, diente ein knapp vier Kilometer langes Stück des Rad- und Wanderweges an der Lahn für Feuerwehr und Rettungswagen als Verbindung zwischen Kernstadt und Oberem Lahntal. Es wurde geschottert, damit schwere Fahrzeuge problemlos durchkommen. Das war im Oktober.

Ein halbes Jahr später hat sich an dem Zustand nichts geändert; Radler und Wanderer sind stinksauer. Das bekommen die Damen am Schalter der TKS im Haus des Gastes oder Bauamtsleiter Klaus Pankalla im Rathaus fast täglich zu spüren. „Es ist ein Drama, dass der Weg so schlecht ist. Da fahren sich immer wieder Radler Reifen kaputt, Fußgänger können dort so gut wie gar nicht herlaufen“, so Pankalla.

Vereinbarung im Bauwagen

Er erinnert sich noch genau an ein Gespräch zwischen Stadt und dem Landesbetrieb Straßen.NRW. „Damals haben wir in einem Bauwagen zusammengesessen und über den Radweg gesprochen.“ Im Gedächtnis hat der Bauamtsleiter auch noch, wie der städtische Beigeordnete Dieter Kasper mit dem Landesbetrieb-Vertreter Hendrik Latos vereinbart habe, nach dem Ende der Vollsperrung den Radweg in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. „Wir verlassen uns darauf“, habe Kasper Latos mit auf den Weg gegeben. Eine schriftliche Vereinbarung hingegen gibt es nicht. Jetzt sei der Weg „den Bedürfnissen der Rentkammer angepasst“, beschreibt Pankalla Vorteile für die Holzabfuhr aus dem Wald im Bereich zwischen Friedrichshammer und Wahlbachsmühle. Ein Förster der Rentkammer sei es gewesen, der den Weg gegenüber dem Landesbetrieb Straßen damals abgenommen habe, weiß Pankalla, der kritisiert, dass „wir als Stadt gar nicht beteiligt worden sind. Wir hätten dem so niemals zugestimmt“.

Jetzt muss sich Pankalla nicht nur den Ärger von Gästen über den miserablen Wege-Zustand anhören, sondern auch das „Gemeckere“ von Kollegen im Rathaus. Dort gibt’s nämlich eine sechsköpfige Walking-Gruppe, der eine ihrer abendlichen Lieblingsstrecken zerstört wurde.

Mit Steinsand glatte Fläche schaffen

Aber der Zustand soll sich bald ändern. Diese überraschende Antwort auf Anfrage unserer Lokalredaktion kommt vom Sprecher des Siegener Landebetriebs Straßen, Karl-Josef Fischer. „Wir wollen die Sache nicht eskalieren lassen“, sagte Fischer. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Maßnahme „so ausgeführt wurde, wie vom Eigentümer gewünscht.“ Außerdem habe der Landesbetrieb auch die Abnahme der 30 000 Euro teuren Arbeiten durch den Besitzer. Der habe das besagte Wegestück noch einmal abwalzen wollen, aber, so Fischer, „das ist nicht zielführend.“ Und dann verriet er, dass „im Hause überlegt wird, Steinsand auf die Schottersteine zu streuen, damit eine ebene Fläche entsteht – wie eine wassergebundene Decke“. Dieser Vorschlag von Bau-Überwacher Stefan Kreher muss jetzt nur noch vom Landesbetriebs-Chef Ludger Siebert genehmigt werden.

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