Von Windkraftbetreibern nicht akzeptiert

Die Vorstandsmitglieder Dr. Frank Leyener, Rudolf Niesyto, Friedrich-Wilhelm Becker und Erich Horchler stellten sich gemeinsam mit dem Aufsichtsratvorsitzenden Ulrich Krüger den Fragen.
Die Vorstandsmitglieder Dr. Frank Leyener, Rudolf Niesyto, Friedrich-Wilhelm Becker und Erich Horchler stellten sich gemeinsam mit dem Aufsichtsratvorsitzenden Ulrich Krüger den Fragen.
Foto: Wolfgang Thiel

Bad Laasphe..  Zur ersten Mitgliederversammlung der Energiegenossenschaft Bad Laasphe nach der Gründung am 27. Juli 2013 konnte Aufsichtsratvorsitzender Ulrich Krüger 20 Mitglieder und drei Gäste im Hotel Lahnblick begrüßen.

Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat machten deutlich, dass sich die Energiegenossenschaft in der Lahnstadt bereits innerhalb dieser kurzen Zeit auf dem Weg hin zu einem Erfolgsmodell befindet. Die Idee dahinter ist so simpel wie überzeugend: Privatpersonen schließen sich zusammen, um gemeinsam die Stromerzeugung und –versorgung zu übernehmen. In einem Zusammenschluss, in Bad Laasphe ist es eine Genossenschaft aus der aktiven Bürgerschaft mit Partnern der Stadt sowie der Volksbank Wittgenstein und Mittelhessen, werden Photovoltaik-, KWK- oder Biomasseanlagen errichtet und betrieben. Aus Bürgern werden so Energieerzeuger.

Genossenschaftliches Konzept

Das genossenschaftliche Konzept in der Lahnstadt sieht vor, in Abstimmung mit der Stadt zunächst Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern zu installieren und zu betreiben. Aktuell ist als erstes Projekt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des energetisch sanierten Städtischen Gymnasiums mit einer Nennleistung von 99,5 kWp (Bezeichnung für die elektrische Leistung von Solarzellen) bei einer Direkteinspeisung von circa 80 Prozent in Betrieb. 380 Solarmodule wurden dafür auf dem Flachdach der Schule installiert und über Wechselrichter mit dem Stromnetz verbunden. Der Weg beim Zustandekommen dieses Projektes sei jedoch mit Schwierigkeiten und einigen Rückschlägen gepflastert gewesen, so Vorstandsmitglied Rudi Niesyto in seinem Rückblick. So habe der Verlegeplan der Module Fehler aufgewiesen, die mittlerweile jedoch weitestgehend behoben seien: „Optimierungsbedarf ist jedoch immer noch vorhanden.“ Mittlerweile „brummt“ die Anlage und man ist in der Lage, erste pauschalierte Rechnungen auszustellen.

Auf der Zielgeraden befindet sich bereits als zweites Projekt der Energiegenossenschaft eine PV-Anlage auf einer Dachseite der ehemaligen Kläranlage in Feudingen (15 kWp Nennleistung), die in den nächsten Tagen installiert werden und noch im Juli in Betrieb gehen soll. Dies zeige deutlich die Zielrichtung der Genossenschaft, wie Vorstandsmitglied Friedrich-Wilhelm Becker im Gespräch mit unserer Zeitung betonte: „Ökologie und Wertschöpfung vor Ort.“

KWK-Modellkommune

Dies gelte auch für weitere Gespräche, die man unter dem Aspekt „KWK (Kraft-Wärme-Kopplung)-Modellkommune Bad Laasphe“ mit der Stadt, die bereits verbal Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet habe, führen werde. Windkraft scheint hingegen zurzeit auf der Prioritätenliste der Energiegenossen keinen Spitzenplatz einzunehmen. „Wir sind nicht gegen Windkraft, sehen uns von JUWI als Partner jedoch nicht akzeptiert. Belastbare Zahlen wurden uns von den Windkraftbetreibern bis heute nicht geliefert“, so Ulrich Krüger auf eine Frage von Arno Vomhof.

Vorstandsmitglied Erich Horchler hatte zu Beginn der Versammlung auf Eckdaten des vergangenen Geschäftsjahres und die Mitgliederentwicklung der Genossenschaft hingewiesen. Vor einem Jahr sei man mit 17 Unterstützern an den Start gegangen, aktuell könne man auf 41 Mitglieder mit 94 Geschäftsanteilen zählen: „Wir haben in den vergangenen Monaten einen sehr guten Grundstock gelegt, müssen aber weiter verstärkt um Mitglieder werben.“ Für die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft spricht viel: Neben dem ökologischen Aspekt einer sauberen und nachhaltigen Energieversorgung zählen dazu auch ökonomische Gründe einer lukrativen Investition.

 
 

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