Vom Fensterputzer zum Bildhauer

Sechs Künstler aus sechs Anrainernationen des „E1“, de Europawanderweges Nummer 1, stellen auf dem Stünzel ihr Können unter Beweis. Unter diesen sechs befindet sich auch Hubertus Schaper.

Der im September 1944 in Amsterdam geborene Niederländer lebt aus familiären Gründen seit 1975 in Larvik, im Südöstlichen Norwegen. Es heißt allbekannt „vom Tellerwäscher zum Millionär“. Im Fall Hubertus Schaper kann man sagen vom Fensterputzer zum Bildhauer. Bereits als Zehnjähriger hat er schwer gearbeitet und für den Familienunterhalt mitgesorgt, später gründete er als junger Mann eine eigene Reinigungsfirma mit zahlreichen Angestellten.

Das alles erfüllte ihn jedoch nicht wirklich. Ganz tief gab es immer eine Leidenschaft, die er eigentlich schon als kleiner Knabe für sich gelebt hat. Das Zeichnen und Holzschnitzen hat ihn nie losgelassen. Ein Nachbar in der Amsterdamer Altstadt hat ihn animiert, zur „alternative school of art“ zu gehen. Das tat er auch von 1956 bis 1959. Arbeitsjahre in den Niederlanden und dann in Norwegen brachten ihn schließlich in den Steinbruch, wo er die Liebe zum Stein entdeckte und sie sich für seine Bildhauertätigkeit zur Aufgabe machte.

Mit Holz, wie hier auf dem Stünzel, hat er zuletzt 1993 intensiv gearbeitet. Dabei entstand sein eindrucksvolles Werk „Compares to Space“ in Buchenholz und dem Gestein Larvikitt.

Geliebte auf dem Fernwanderweg E1

Hubertus Schapers Kontakt zu Symposiumsleiter Heinz Mengel kam durch die persönliche Freundschaft zum heimischen Bildhauer Gautam zustande. Mit Gautam hat der Künstler im Jahr 1998 die Künstlergruppe „Lamoer“ gegründet. Der Name entstand durch die beiden damaligen Wohnorte der Künstler, Larvik und das niederrheinische Moers. Hubertus Schaper kam gerne hierher, berichtet der Wahl-Norweger, erstellte mit Schweiß und Herzblut seine Skulptur aus Douglasienstamm „Geliebte auf dem Fernwanderweg E1“ und fährt jetzt nach über einer Woche in Wittgenstein mit einem guten Gefühl wieder heim.

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