Vier begnadete Stimmen in der Wingeshäuser Kirche

Vier begnadete Bulgaren in Wittgenstein. „Sacralissimo“ hinterließen den Beigeschmack von Ohrwürmern und großen Weltmelodien in der Wingeshäuser Kirche.
Vier begnadete Bulgaren in Wittgenstein. „Sacralissimo“ hinterließen den Beigeschmack von Ohrwürmern und großen Weltmelodien in der Wingeshäuser Kirche.
Foto: WP

Wingeshausen..  Vor gut drei Jahren hat Gerda Friedrich aus Wingeshausen die Stimme von Dilian Kushev zum ersten Mal gehört. Damals sang er noch im großen Ensemble der Zarewitsch-Kosaken. Ein Auftritt in der katholischen Kirche in Berleburg hat sie derart begeistert, dass sie ihn unbedingt wiederhören wollte. Es ergab sich in dieser Zeit auch, dass einige Sänger des Ensembles in Wingeshausen bei Gastfamilien untergebracht waren und somit herzliche persönliche Kontakte entstanden.

Im Laufe der Jahre hat sich einiges gewandelt. Der Kontakt speziell zu Dilian Kushev ist aber nicht abgebrochen. Inzwischen hat er sich mit eigenem Ensemble selbstständig gemacht und ist sehr erfolgreich.

Bereits vor über einem Jahr war der Besuch der Sänger von „Sacralissimo“ in der Wingeshäuser Kirche geplant. Doch es kam anders. Terminschwierigkeiten zwangen, auf 2012 auszuweichen. Eine randvolle Kirche, ein glücklicher Pfarrer Thomas Janetzki, ein sehr erfreuter Freundeskreis der Orgelmusik, der diesen Auftritt finanziell mit ermöglichte und allen voran eine überglückliche Gerda Friedrich – hier passte am vergangenen Mittwoch jeder Takt, jede Silbe und jeder einzelne Ton. Dilian Kushev (Bariton) hat mit seinen bulgarischen Freunden Wanio Skachkov (Tenor), Jordan Vodev (Bass) und dem Pianisten Manol Paskalev ein kunterbuntes internationales Gesangsprogramm erarbeitet. Die hervorragend ausgebildeten Musiker verfügen über ein breites Gesangspektrum und machten sich nicht bange, sprachlich rund um den Globus Kostproben zu geben. Insbesondere haben es ihnen aber die deutschsprachigen Komponisten angetan. Da bekam so mancher Zuhörer bei Franz Schuberts „Ave Maria“, Johannes Brahms´ „Wiegenlied“ und dem Klavier-Solo vom Bachschen Prelude eine Gänsehaut. Als Solostimmen begeisterten die vier, jeder einzelne, genauso. Und stimmgewaltig sind sie. Sie brauchen da nicht unbedingt die Hilfe der guten Raumakustik, die sie in Wingeshausen zweifelsohne antreffen.

Gerda Friedrich durfte bei den Proben im Vorfeld dabei sein und war schon restlos begeistert von den Stimmen in der ungefüllten Kirche: „Das Konzert ist grandios.“

Mit seinem E-Piano hat Manol Paskalev riesige Entfaltungsmöglichkeiten und die hat er auch reichlich genutzt. Ob er die sakralen Gesänge des „Agnus Dei“ von George Bizet nun begleitete oder lediglich leise als Hintergrundbegleitung von César Francks „Panis Angelicus“ intonierte, die Klänge bezauberten in jeder Hinsicht. „Sacralissimo“ hatten einen Durchreise-Stopp in Wittgenstein auf ihrem Weg nach Lüneburg gemacht. Dafür dankte ihnen das Wingeshäuser Publikum mit viel Applaus.

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