Vermisste Frau in Birkelbach stundenlang hilflos im Wald

Mehrere Streifenwagen-Besatzungen, fast 80 Feuerwehrleute, der Malteser Hilfsdienst und hilfsbereite Birkelbacher Bürger haben sich in der Nacht zu Dienstag an der Suche nach der vermissten Frau beteiligt.
Mehrere Streifenwagen-Besatzungen, fast 80 Feuerwehrleute, der Malteser Hilfsdienst und hilfsbereite Birkelbacher Bürger haben sich in der Nacht zu Dienstag an der Suche nach der vermissten Frau beteiligt.
Foto: Matthias Böhl
  • Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr suchten nach der 70-Jährigen
  • Mantrailer-Suchhund der Polizei kam ebenfalls zum Einsatz
  • Frau war mit gebrochenem Fuß unterwegs

Birkelbach.. Ein glückliches Ende hat in der Nacht zum Dienstag die Suche nach einer als vermisst gemeldeten Seniorin aus Birkelbach gefunden. Mit einem Großaufgebot haben Polizei und Feuerwehr nach der 70-Jährigen gesucht. Sie war nach ihrem täglichen Spaziergang mit dem Hund nicht wie sonst am späten Nachmittag nach Hause gekommen. Angehörige meldeten die Frau gegen 20.30 Uhr als vermisst.

Mit mehreren Streifenwagenbesatzungen und einem Hubschrauber samt Wärmebildkamera beteiligte sich die Polizei an der Suche nach der Frau. Unterstützung bekamen sie von rund 78 Kameraden aller drei Löschzüge der Erndtebrücker Feuerwehr. Im Verlauf der Suchaktion kam auch noch ein Mantrailer-Suchhund der Polizei zum Einsatz.

Mit gebrochenem Fuß unterwegs

Auch viele beherzte Bürger haben sich bei der Hilfe eingebracht, denn es wurden ortskundige Menschen benötigt. Sie durchsuchten Hütten, Feldscheunen, Hochsitze. Wie sich herausstellte, ist die Dame, für die eine 20 bis 30 Kilometer lange Wanderung ansonsten kein Problem darstellt, von der Sommerstraße in Richtung Wallburg Aue gelaufen. Ersten Erkenntnissen der Hilfskräfte zufolge soll sie sich dort bei einem Sturz den Fuß gebrochen haben und fast unbeweglich gewesen sein.

Wie sich später herausstellte, hat sich die resolute Dame bei minus zehn Grad kriechend und auf dem Boden robbend über einen Wanderweg in Richtung Eisenstraße begeben. Da war die Dunkelheit längst eingebrochen, die Alarmierung der Rettungskräfte erfolgte um 22.17 Uhr.

Wie der Erndtebrücker Gemeindebrandinspektor Karl-Friedrich Müller unserer Zeitung berichtet, sei bekannt gewesen, dass die Frau bei ihren täglichen Spaziergängen mit dem Hund „gut zu Fuß“ ist. Müller: „Deswegen haben wir alle Wege im Stundentakt doppelt absuchen lassen.“ Der angenommenen Kondition der Seniorin entsprechend ist das Suchgebiet recht weit gefasst worden: Zwischen dem Bereich Rösper Weiher Richtung Zinse, über die Bundesstraße bei Schameder, den gesamten Bilsberg bis Gutes Wasser, das Wolfsbachtal und die Ederauen am Forstbach.

In Decken und Folie verpackt

Glücklicherweise entdeckten dann Feuerwehrmänner der Löschgruppe Schameder die unterkühlte und leicht verletzte Frau im Bereich Birkefehler Höhe. Ehrenamtliche Helfer des Malteser Hilfsdienstes Bad Laasphe verpackten sie sofort in Alufolie und Wärmedecken und versorgten auch den unter Schock stehende Hund. Wenige Minuten später konnte die Frau im Krankenhaus weiter behandelt werden. Lebensgefahr bestand zu dem Zeitpunkt nicht, doch die Beteiligten waren sich einig, dass niemand die eiskalte Nacht im Wald überlebt hätte.

Was bei solch einem Erfolg bei den Rettern im Kopf herumgeht, beschreibt Karl-Friedrich Müller eindrucksvoll am Morgen danach: „Wir waren alle total glücklich. Das konntest du allen von den Gesichtern ablesen. Wenn ein Einsatz so endet, dann gehst du glücklich ins Bett. Zu sehen, dass immer weiter gesucht wird, dass keiner locker lässt, dass die Polizeibeamten ihren Dienstschluss ignorieren, und dass eine tolle Kameradschaft zugunsten der Sache zusammenwächst, dann ist das einmalig schön. Wenn das so ausgeht, dann weißt du, wofür du Feuerwehrmann geworden bist“.

Mobiltelefon kann Leben retten

Den Einsatz des Laaspher Malteser Hilfsdienstes hatten die Verantwortlichen bewusst gewählt, damit die Rettungswagen des DRK in einem anderen Notfall nicht blockiert gewesen wären, erklärte Karl-Friedrich Müller. Er rät in diesem Zusammenhang die Bürger, möglichst immer ein Mobiltelefon bei sich zu tragen. So bestehe für einen etwa Verletzten stets die Chance, selbst Hilfe zu rufen. Im Falle einer Bewusstlosigkeit könne das Telefon geortet werden.

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