Über den Ersten Weltkrieg

Jens Gesper
Dr. Johannes Burkardt hielt im vergangenen Jahr den Eröffnungsvortrag zur Ersten-Weltkriegs-Ausstellung im Berleburger Haus der Kirche, sein Vortrag zum Kirchlichen Kriegsgedenken in Siegerland und Wittgenstein liegt inzwischen in dem Buch „Der Erste Weltkrieg und die reformierte Welt“ vor.
Dr. Johannes Burkardt hielt im vergangenen Jahr den Eröffnungsvortrag zur Ersten-Weltkriegs-Ausstellung im Berleburger Haus der Kirche, sein Vortrag zum Kirchlichen Kriegsgedenken in Siegerland und Wittgenstein liegt inzwischen in dem Buch „Der Erste Weltkrieg und die reformierte Welt“ vor.
Foto: Ev. Kirchenkreis Wittgenstein

Bad Berleburg.  Die Zeit vergeht wie im Fluge: Schon ist es wieder ein Jahr her, dass man sich allenthalben an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnerte. Im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein war es das Thema einer sehr gut besuchten Pfarrkonferenz, bei welcher der Berleburger Dr. Johannes Burkardt zwar auch auf das große Ganze zurückblickte, aber genauso auf die spezielle Situation im Wittgensteiner Kirchenkreis und seinen Gemeinden.

Wittgenstein und Siegerland

Im Herbst gab es im Bad Berleburger Haus der Kirche eine Ausstellung zum Thema, ebenfalls mit einem besonderen Blick auf Wittgenstein und Siegerland sowie mit zahlreichen Exponaten aus dem kreiskirchlichen Archiv. Kein Wunder, hatte die doch Johannes Burkardt mit zusammengestellt. Und der ist nicht nur Staatsarchivdirektor im Landesarchiv NRW in Münster, sondern betreut auch noch ehrenamtlich das Archiv des Wittgensteiner Kirchenkreises.

In Siegen wurde die Ausstellung bereits im Sommer vier Wochen lang in der Universitätsbibliothek gezeigt. Hier gehörte sie zum Rahmenprogramm einer internationalen Konferenz an der Philosophischen Fakultät der Uni mit Referenten aus ganz Europa von Schottland bis Siebenbürgen, von Paris bis Prag. Ihr Titel: „Der Erste Weltkrieg und die reformierte Welt“.

Mehr als 500 Seiten

Und unter genau diesem Titel ist inzwischen ein Buch in der Reihe „Forschungen zur Reformierten Theologie“ der Neukirchener Verlagsgesellschaft erschienen. Herausgegeben hat es Dr. Hans-Georg Ulrichs, Heidelberger Hochschulpfarrer und Mitglied vom Leitungsgremium des Reformierten Bundes, in Verbindung mit Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner von der Siegener Uni.

Das Buch versammelt auf mehr als 500 Seiten die Aufsätze der Referenten bei der Siegener Tagung und gibt so Gesamtüberblicke, Länderstudien und Einzelstudien.

Dabei finden sich neben vielen internationalen Namen der Autoren auch welche aus dem heimischen Raum:
Der aus Feudingen stammende Dr. Marco Hofheinz – inzwischen Professor für Systematische Theologie in Hannover – fragt im Buch „(Friedens-)Theologie treiben, als wäre nichts geschehen? Resonanzen reformierter Friedenstheologie nach dem Ersten Weltkrieg“.
Veronika Albrecht-Birkner beleuchtet unter der Überschrift „Der Erste Weltkrieg im Spiegel von Quellen aus Archiven reformierter Kirchengemeinden“ das Beispiel Siegerland.
Johannes Burkardt präsentiert für „Kirchliches Kriegsgedenken“ Beispiele aus den südwestfälischen Kirchenkreisen Siegen und Wittgenstein.
Dr. Georg Plasger, Professor für Systematische und Ökumenische Theologe an der Siegener Universität, stellt seine Analyse „Der Erste Weltkrieg in den Predigten Karl Barths“ vor.
Und schließlich spricht der in Bad Berleburg lebende Pfarrer Johannes Weissinger über Friedrich Siegmund-Schultzes deutsch-britischen Friedensaktivitäten vor und im Ersten Weltkrieg, sein Leitmotiv für den Aufsatz hat sich Johannes Weissinger bei Friedrich Siegmund-Schultze geliehen: „Weil der Planet ein Dorf geworden ist.“