Total marode, oder noch lange gut?

Die Straße "Zum Ebsch" in Hesselbach.
Die Straße "Zum Ebsch" in Hesselbach.
Foto: Benedikt Bernshausen WP

Hesselbach..  So unterschiedlich kann man einen Straßenzug bewerten. Für Franz-Wilhelm Sklorz sind in seiner Straße eigentlich „kaum Löcher drin“, für Klaus Pankalla, der bei der Stadt für den geplanten Ausbau zuständig ist, gehört „Zum Ebsch“ zu den schlechtesten Straßen im gesamten Stadtgebiet, übertroffen vielleicht noch von einer Straße in Fischelbach, die vor drei Jahren erneuert wurde. Der Zustand der Straße in Hesselbach beschäftige Verwaltung und Politik schätzungsweise 30 Jahre. Jetzt will die Stadt endlich bauen - in diesem Fall gegen den Willen der Anlieger, die sich offenbar damit abgefunden haben, dass eine nicht ganz so glatte Piste zu ihrem Haus führt.

„Das hätte man vor Jahren machen können. Jetzt nützt das niemandem mehr wirklich“, moniert Franz-Wilhelm Sklorz die Ausbaupläne, die nicht nur ihn viel Geld kosten sollen. „Jetzt sind hier alle über 70 und können sich solche Investitionen nicht mehr leisten.“

500 000 Euro soll der Ausbau kosten. Ungefähr 50 Prozent davon müssen die Anlieger tragen – 19 an der Zahl. Weit über 10 000 Euro, hat Franz-Wilhelm Sklorz ausgerechnet, kämen auf jeden einzelnen Nachbarn zu.

Die einfache Rechnung kann Klaus Pankalla im Detail nicht bestätigen, weil einige Variablen Einfluss auf die Einzelberechnung haben werden. Die Größe des Grundstücks beispielsweise oder die Geschossflächenzahl. Im Grundsatz allerdings liegt die erste Kostenschätzung schon bei 500 000 Euro und der Anliegerbeitrag auch bei 50 Prozent – und damit im Vergleich noch niedrig. „Es gibt Kommunen, die 70 Prozent berechnen.“

Schmalerer Ausbau

Für überzogen hält er den Ausbau auch nicht. „Wir haben vor zehn Jahren für solche Straßen noch mit 5,50 Meter Ausbaubreite geplant. Jetzt sind es noch 4,75 Meter – gerade so viel, dass sich ein Pkw und ein Klein-Lkw im Schritttempo begegnen können.“

Über solche Details, vor allem aber wohl über die Finanzierung, soll jetzt während einer Anliegerversammlung gesprochen werden, die am 20. November im Bürgerhaus in Hesselbach stattfinden soll. Denn grundsätzlich hat Klaus Pankalla schon Verständnis für die Sorgen der Anlieger, die Angst davor haben, dass sie die Maßnahme nicht finanzieren können. „Aber da gibt es Möglichkeiten wie Stundung und andere Dinge.“ Eine Möglichkeit, alles zu belassen wie es ist, sieht er unterdessen nicht. Denn die Straße sei in katastrophalem Zustand.

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