Stahlschmidt gehört jetzt Hamburger Holding

Die SCS Stahlschmidt Cable Systems ist zum 31. Juli an die Peter Möhrle Holding aus Hamburg verkauft worden. Die Familie Stahlschmidt, die das Unternehmen vor etwa 91 Jahren gründete, hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen.
Die SCS Stahlschmidt Cable Systems ist zum 31. Juli an die Peter Möhrle Holding aus Hamburg verkauft worden. Die Familie Stahlschmidt, die das Unternehmen vor etwa 91 Jahren gründete, hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen.
Foto: WP
Die Wittgensteiner Unternehmerfamilie zieht sich auf eigenen Wunsch vollständig aus dem Geschäft zurück. Vom Wechsel betroffen sind rund 1000 SCS-Beschäftigte – weltweit.

Berghausen..  Die SCS-Gruppe hat einen neuen Besitzer. Das traditionsreiche Berghäuser Unternehmen schaut positiv in die Zukunft und will seinen Wachstumskurs nach der Krise von 2009 fortsetzen. Das erfuhr diese Zeitung in einem Gespräch mit SCS-Geschäftsführer Reinhold Klein.

Mit Stichtag Freitag, 31. Juli, hat die Hamburger Unternehmerfamilie Peter Möhrle das Familienunternehmen Stahlschmidt zu 100 Prozent erworben. Die fünf bisherigen Gesellschafter aus dem Familienkreis, darunter auch die Geschäftsführenden Gesellschafter Bernd und Andreas Stahlschmidt, sind aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Investitionen in Millionenhöhe

Wie der im Unternehmen verbliebene und künftig alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer Reinhold Klein im Gespräch mit dieser Zeitung betont, ändert der Besitzerwechsel nichts an der Unternehmensstruktur der Stahlschmidt Cable Systems mit ihren rund 1000 Beschäftigten. Derzeit werden Investitionen in Millionenhöhe am Standort Deutschland und in Polen geplant. Für Berghausen sollen fünf neue Spritzgussmaschinen und vier Spiralwindemaschinen angeschafft werden. Außerdem wird in den Werkzeugbau investiert und in Polen neu gebaut. Zusammengenommen sind dies mehrere Millionen Euro an langfristigen Investitionen, so Klein.

Außerdem kündigte der 2014 vom kaufmännischen Leiter in die Geschäftsführung berufene Klein auch an, dass die SCS-Group eine Tarifbindung eingehen werde. Die orientiert sich im Lohngefüge etwa an 90 Prozent der Höhe des Metalltarifvertrages.

Dass der Kurs seit dem großen Einbruch in der Automobil- und Zulieferindustrie wieder deutlich nach oben weist, zeigen auch die Stellenanzeigen der SCS-Group. „Wir haben zuletzt wieder viele Leute eingestellt. Und es sind auch viele zu uns zurück gekommen“, freut sich Klein.

Entscheidung im November gefällt

Bereits am 11. November 2014 hatten die Gesellschafter der Familie Stahlschmidt die Entscheidung getroffen, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. „Bei der Auswahl des Nachfolge-Gesellschafters wurde großer Wert darauf gelegt, eine langfristig orientierte, unabhängige Unternehmerfamilie zu finden, deren Interessen die nachhaltige Entwicklung der SCS ist“, heißt es in einem Schreiben zu den Kriterien.

Mit dem Investor Peter Möhrle und seiner Hamburger Holding scheint dies gelungen zu sein. Die von Dr. Kai Kunze geführte Gesellschaft hat zwei Schwerpunkte: Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Gerade der Bereich Beteiligungen ist derzeit ein Wachstumsbereich der Holding. Stahlschmidt ist nach Informationen dieser Zeitung eine von sechs mittelständischen Firmen, die die Peter Möhrle Holding seit 2010 erworben hat. Grundlage für Beteiligungen seien die Wachstumsaussichten, heißt es. Für die Wittgensteiner spricht ihr guter Ruf als Automobilzulieferer und ihre Marktposition als Hersteller und Entwickler in den beiden Geschäftsfeldern Bowdenzüge sowie Zug-, Druck- und Torsionsfedern. 2014, so Klein, habe man 50 Millionen Euro Umsatz gemacht und peile in diesem Jahr 52 Millionen an. Bis 2016 wird ein Wachstum auf 60 Millionen angestrebt.

Diese Wachstumsaussichten, gepaart mit dem Know-how der Mitarbeiter und dem Wunsch der Inhaberfamilie, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen, hat Investor und Verkäufer zusammengeführt.

 
 

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