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Ruheforst Schloss Berleburg: Natürlich nahe bei den Lebenden

01.06.2012 | 20:00 Uhr
Ruheforst Schloss Berleburg: Natürlich nahe bei den Lebenden
Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Ruheforst-Geschäftsführer Jost Arnold, Forstdirektor Johannes Röhl, Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Landrat Paul Breuer und Superintendent Stefan Berk (v.r.) bei der Eröffnungszeremonie.

Bad Berleburg.   Der Ruheforst Schloss Berleburg trägt seinen Namen seit Freitag nun auch ganz offiziell. Mit feierlichen Worten und einer Andacht wurde dieser Begräbniswald seiner Bestimmung übergeben und das, obwohl seit seiner Einrichtung bereits einige Verstorbene ihre letzte Ruhe am Fuß von Fichten, Buchen oder Eichen gefunden haben.

Perfektes Timing. Die Atmosphäre passte zu diesem Ort und zum Anlass. Der Nebel eines regnerischen Vormittags stand zwischen den Bäumen. Doch die Vögel zwitscherten bereits wieder und das Licht, das durch die Wipfel des Mischwaldes am Burgfeld auf den Waldboden fiel, war ein ganz besonderes. Die Stimmung lag irgendwo zwischen einer vergehenden Traurigkeit und der wieder beginnenden Lebensfreude. Wie gemacht für die Einweihung einer Begräbnisstätte. Der Ruheforst Schloss Berleburg trägt seinen Namen seit dem gestrigen Freitag nun auch ganz offiziell.

Gute Partnerschaft

Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Landrat Paul Breuer, Forstdirektor Johannes Röhl, Ruheforst geschäftsführer Jost Arnold und Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (von links) pflanzen eine Buche.

Mit feierlichen Worten und einer Andacht wurde dieser Begräbniswald seiner Bestimmung übergeben und das, obwohl seit seiner Einrichtung bereits einige Verstorbene ihre letzte Ruhe am Fuß von Fichten, Buchen oder Eichen gefunden haben.

„Der Ruf nach neuen Bestattungsformen ist auch in Bad Berleburg immer lauter geworden“, sagte Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Die Stadt übernahm die Trägerschaft über den Ruheforst und ist damit Teil eines Dreiecks. „Es ist eine gut entwickelte Partnerschaft und hier ist ein Kleinod entstanden“, lobte Fuhrmann auch die anderen beiden „Ecken“. Das sind die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer als Waldbesitzer und die Ruheforst GmbH als Betreiber.

Rentkammerleiter Johannes Röhl hob den Ort hervor. Im Wald suchten viele Menschen Ruhe und immer mehr auch die letzte Ruhe. „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“, zitierte Röhl auch Martin Luther und betonte, dass das Burgfeld ganz bewusst für den Ruheforst ausgewählt worden sei, weil es so nah an der Stadt liege und die Menschen hierhin kommen könnten.

Der Ruheforst ist eng verknüpft mit der christlichen Religion und hat auch einen Platz für Andachten mit christlicher Symbolik geschaffen.

Damit unterstreicht die Lage des Ruheforstes auch die Idee, die die Betreibergesellschaft mit ihrem Konzept verfolgt: Den Tod als Thema ins Leben zurück zu holen, formulierte es Ruheforst Geschäftsführer Jost Arnold.

Anders als auf Friedhöfen

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder von der ev. Kirchengemeinde Bad Berleburg freute sich, dass dieser Begräbniswald ganz bewusst die Nähe zu den Kirchen gesucht habe und christliche Symbolik ihre Platz im Ruheforst hat.

Auch Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein erkennt im Ruheforst die Zeichen der Zeit: „Für viele Menschen meiner Generation ist das hier eine Alternative. Viele ziehen weg und können die Gräber ihrer Angehörigen nicht pflegen.“ Neben Pragmatismus ist es aber auch die Lage Ruheforstes, die den Waldbesitzer begeistert: „Es ist das Licht, das hier morgens herein fällt, wenn man spazieren geht. Und hier herrscht eine ganz andere Stimmung als auf einem Friedhof.“ Eine besondere Atmosphäre eben.

Lars-Peter Dickel


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