Rock ’n’ Roll pur - pünktlich zum Peter-Kraus-Geburtstag

Bildzeile 3peter1: Für viele Ausstellungsbesucher ist Peter Kraus ein guter „alter“ Bekannter.
Bildzeile 3peter1: Für viele Ausstellungsbesucher ist Peter Kraus ein guter „alter“ Bekannter.
Foto: Wolfgang Thiel
Am 18. März wird die deutsche Rock- und Schlager-Legende Peter Kraus 75. Für Maria und Wolfgang Thomas vom Siegener Rockmuseum Anlass genug, um mehrere Hundert Exponate aus ihrer privaten Sammlung in Bad Laasphe zu zeigen – darunter seltene Schallplatten, Filmprogramme und Filmposter aus den 50er und 60er Jahren.

Bad Laasphe..  „Rock ’n’ Roll im Wirtschaftswunder“ lautet der Titel einer Sonderausstellung aus Anlass des 75. Geburtstages der deutschen Rock- und Schlager-Legende Peter Kraus am 18. März, die am Samstag von Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann im Internationalen Radiomuseum Hans Necker eröffnet wurde. Maria und Wolfgang Thomas vom Siegener Rockmuseum zeigen mehrere Hundert Exponate aus ihrer privaten Sammlung, darunter seltene Schallplatten, Filmprogramme und Filmposter aus den 50er und 60er Jahren.

Kraus-Geburtstag liefern den Anlass

Dabei sei Peter Kraus mit seiner „Schwarzen Rose, Rosemarie“ zunächst überhaupt nicht sein Ding gewesen, so Wolfgang Thomas in seiner Begrüßung. Erst später habe er ihn schätzen gelernt. Während Mutti und Vati Willy Hagara und Fred Bertelmann lauschten, deren Erfolgstitel die deutschen Hitparaden dominierten, schwärmte der halbstarke Sohn eher für Zeilen wie „Wobbopaloolop alopbambam, Tutti frutti, over rootie…“ Dafür fehlte den Eltern jedes Verständnis – wer wollte es ihnen verdenken. Der aus den USA nach Europa überschwappende Rock´n Roll war nämlich einer Revolution gleichzusetzen.

Gesellschaft gerät aus den Fugen

Die vom Wirtschaftswunder verwöhnte Gesellschaft geriet aus den Fugen. Die Jugend entfernte sich von den elterlichen Idealen hin zu einer eigenen Kultur. Bill Haley und his Comets bringen 1954 mit „Rock around the clock“ die Massen zum Tanzen. 1955 gibt der junge Elvis Presley 160 Konzerte und war ab dann nicht nur musikalisch, sondern auch, was den Stil betrifft, der King.

Mädchen bekommen Weinkrämpfe

Die Amerikaner hatten also Elvis – Deutschland Peter Kraus. Er brachte den Rock ‘n’ Roll zu uns, wofür ihn die Jugend liebte – und die Eltern fürchteten. Als Peter Kraus zum ersten Mal Bill Haleys Superhit hört, ist er fasziniert. Er lässt sich von seinem Vater ein Tonbandgerät schenken, überspielt vom amerikanischen Soldatensender AFN alle Rock´n Roll-Titel und übt Tag und Nacht. 1956 tritt er als Gast in einem Konzert von Hugo Strasser im Kongress-Saal des Deutschen Museums München auf und singt „Rock a Beatin’ Boogie“, „Blue Suede Shoes“ und „Heartbreak Hotel“. Am nächsten Tag jubelte die Presse: „Deutschland hat einen deutschen Elvis“.

Kurze Zeit später landet Kraus mit „Tutti frutti“ seinen ersten Hit. Er geht mit Max Greger auf Tournee und erlebt die wilde Zeit des Rock ‘n’ Roll: Stühle gehen zu Bruch, Mädchen bekommen bei seinem Anblick Weinkrämpfe und bemalen sein Auto mit Lippenstift. 1958 nimmt er den Schmusesong „Wenn Teenager träumen“ auf. Dieser Titel verkauft sich weltweit über eine halbe Million mal als Single. Sein Film „Wenn die Conny mit dem Peter“ mit „Conny“ Cornelia Froboess, die 2013 ihren 70. Geburtstag feierte, wird der Kinorenner des Jahres und die beiden Hauptdarsteller zum Teenie-Traumpaar des deutschen Films.

1959: ein Löwe für „Sugar Baby“

Mit seinem Partner Jörg Maria Berg („Baby, ich schieß dir einen Teddybär“) singt Peter Kraus unter dem Namen „James Brothers“ einen Hit nach dem anderen. 1959 bekommt sein „Sugar Baby“ den begehrten Löwen von Radio Luxemburg“. Es folgen Lieder, die heute schon Legende und Synonym für die 50er Jahre in Deutschland sind: „Mit Siebzehn“, „Kitty Cat“ und „So wie ein Tiger“. Er produziert in Amerika, Frankreich und Italien und nimmt auch eine Jazzplatte auf.

Petticoats und Jeans voll im Trend

Neben Peter Kraus trug die Rock ‘n’ Roll-Welle jener Tage Ted Herold am höchsten – und am längsten. Seine größten Hits in den 50er und 60er Jahren waren „Moonlight“, „Ich bin ein Mann“ und „Da Doo Ron Ron“. 1960 läuft eine legendäre Tournee, die als „Herold-Kraus-Tournee“ in die Musikgeschichte eingeht: Durch Konkurrenzkämpfe der Fans beider Interpreten kommt es beinahe in jeder Halle zu Tumulten. Rock ‘n’ Roll setzt auch in der Mode Trends: Die Damen trugen Petticoats, die Jeans begann ihren Siegeszug. Man bewunderte sie vor allem an James Dean und Marlon Brando.

Und was macht heute Peter Kraus, dessen signiertes Tourhemd und eine von der Firma Framus eigens für ihn entwickelte viersaitige Gitarre unter anderem in der Laaspher Ausstellung zu sehen sind? Der Rock ’n’ Roll hat ihn jung und beweglich gehalten. Davon kann sich das Publikum überzeugen – geht Kraus doch in diesem Jahr mit „Das Beste kommt zum Schluss“ erneut auf Tournee.

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