Outdoor-Kurs in erster Hilfe

Claudia Althaus

Wemlighausen.  Geocaching heißt die moderne Form der Schnitzeljagd. Man bekommt Koordinaten für einen bestimmten Punkt auf der Welt. Diesen findet man mit einem GPS-Navigationsgerät, dort gibt es dann eine Aufgabe, oft verbunden mit einem Rätsel, und immer einem kleinen Schatz.

Und so war das Szenario für eine Übung im Abenteuerdorf Wittgenstein in Wemlighausen ein ziemlich reales: Vier dieser modernen Schnitzeljäger wollen im Wald des Abenteuerdorfes einen Cache auf einem Baum ergattern. Einer von ihnen erleidet einen epileptischen Anfall, der Sichernde erschreckt sich daraufhin so, dass die Geochacherin im Baum aus einer Höhe von etwa vier Metern abstürzt. Zuerst fällt sie auf den Sichernden, dann auf den Boden. Kletterin und Sichernder verletzen sich schwer. Der vierte Geocacher springt zur Seite und bekommt einen Ast ins Auge.

Erlebnispädagogik

Auf dieses Szenario traf eine Gruppe von 15 Ersthelfern der Marburger Bibelseminar-Akademie, die am Wochenende einen Erste-Hilfe-Outdoor-Kurs im Abenteuerdorf Wittgenstein absolvierte. Der Kurs wurde gemeinsam mit dem Kreisverband Siegen-Wittgenstein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der MBS-Akademie entwickelt. Beteiligt war der Bereich Erlebnispädagogik. Das Angebot richtete sich speziell an Pädagogen und Gruppenleiter, die mit Kinder- und Jugendgruppen im Gelände unterwegs sind. Neben den üblichen Themen eines Erste-Hilfe-Kurses wurden die Teilnehmer an diesem Wochenende auch in der Betreuung von verletzten und unverletzten Betroffenen, Risiko-, Notfall- und Krisenmanagement, Orientierung und Notfallrettung im Gelände und weiteren speziellen Themen geschult.

Realistische Unfalldarstellung

Die Ersthelfer versorgten die Verletzten und betreuten sie bis professionelle Hilfe vor Ort war, setzten einen Notruf ab und wiesen den Rettungsdienst ein. Die professionelle Versorgung der Verletzten bei dieser Übung übernahm der DRK-Ortsverein Bad Berleburg. Gemeinsam mit den Helfern des Erste-Hilfe-Outdoor-Kurses wurden die Verletzten aus unwegsamem Gelände geborgen und für den Transport in Krankenhäuser vorbereitet. Die Verletzten spielten Mitglieder der Berleburger Ortsgruppe in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die speziell in realistischer Unfalldarstellung geschult wurden.

Nachdem alle Verletzten geborgen waren, wurde die Übung im Abenteuerdorf beim gemeinsamen Mittagessen besprochen. Ausbilder des DRK, die Mitarbeiter des Abenteuerdorfs Wittgenstein und die Verantwortlichen der MBS-Akademie waren mit der Übung sehr zufrieden.