Ohne Lehrgang plus Test geht’s nicht

Feuerwehr-Einsatz in schwerem Atemschutz – kann und darf das eigentlich jeder im Team?

Während zwei Feuerwehr-Kräfte bei unserer Übung über die Drehleiter Leute aus dem Obergeschoss retten, sind die anderen nicht untätig: Sie laufen unter schwerem Atemschutz in Haus und Scheune, um nach weiteren Menschen in Not zu suchen. „Schwerer“ Atemschutz heißt es übrigens nicht umsonst: Die Feuerwehrleute, die ein Atemschutzgerät auf ihrem Rücken tragen, müssen dafür zuvor eine Untersuchung, einen Lehrgang und einen Test absolvieren. Das ist so anspruchsvoll, dass es dabei vorkommen kann, dass Feuerwehrleute verletzt werden. Nicht nur bei den Tests. Auch in jedem Einsatz und bei jeder Übung kann das passieren.

Stichwort Atemschutz-Geräte: Wie muss man damit umgehen?

Der Einsatz von Atemschutzgeräten ist nicht ungefährlich. Die Geräte sind mehrere Kilo schwer, hinzu kommt die dicke Einsatzkleidung. Sie muss so dick sein, damit der Feuerwehrmann nicht verbrennt, wenn er in ein Haus geht, um Menschen zu retten. Durch die Maske im Gesicht gibt es für die Feuerwehrleute einen Atemwiderstand. Sie müssen bei der Ein- und Ausatmung die Atemluft richtig hin und her ziehen und pusten.

Was macht das Arbeiten unter Atemschutz so schwer?

Die körperliche Anstrengung, wenn die Feuerwehrleute mit Strahlrohr über eingestürzte Balken und Treppen klettern müssen, erschwert den Einsatz zusätzlich. Hinzu kommt die schlechte Sicht durch den Brandrauch und die extreme Hitze der Flammen. Die können so heiß sein, dass Lack an den Feuerwehrautos zu schmelzen beginnt. Bei Hitze ist es für die Feuerwehrleute im Sommer noch schlimmer.

Was ist zu tun nach so einem anstrengenden Einsatz?

Ein Atemschutz-Einsatz ist so kraftraubend, dass die Feuerwehrleute nur kurze Zeit damit im Einsatz sein können. Nach dem Einsatz haben sie sehr viel Flüssigkeit verloren, da sie sehr stark geschwitzt haben. Wenn sie unter der Maske hervor kommen, sind die Feuerwehrleute immer sehr erschöpft. Sie sagen das nicht. Aber man kann es ihnen ansehen. Sie sehen dann echt geschafft aus und sind k.o. Dann ist es wichtig, dass sie etwas trinken, damit sie keine Kreislauf-Probleme bekommen. Deshalb haben sie meist eine Kiste Wasser im Feuerwehrauto dabei, auch wenn die im Sommer warm wird. Sie trinken nicht aus Langeweile, sondern damit sie nicht umfallen. Trotz all dieser Gefahren werden sie alle das immer wieder tun.

Was treibt Feuerwehr-Leute an, sich derart intensiv zu engagieren?

Die Kameraden vom Bad Berleburger Löschzug 1 haben etwa vor einiger Zeit gemeinsam mit Kollegen einen Mann aus einem verqualmten Haus in der Kernstadt retten können. Das geschafft zu haben, ist für alle Motivation genug, sich immer wieder den Strapazen eines Atemschutz-Einsatzes auszusetzen. Das tun sie, um uns im Ernstfall zu retten. Das finde ich absolut mutig und ich bin mir sicher, dass sich das nicht viele – ich auch nicht – trauen würden. Umso mehr Anerkennung verdienen sie dafür, oder?

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