Neue Schutzhütte am „Potsdamer Platz“

Heiner Lenze
Neue Schutzhütte Wingeshausen
Neue Schutzhütte Wingeshausen
Foto: WP
Mit einer Stärkung in Form eines Frühstücks, spendiert von Wingeshausens Ortsvorsteher Karl-Heinrich Sonneborn, hat sich am Pfingstsonntag der so genannte „Clubby’s“ an den Potsdamer Platz bei Wingeshausen begeben, um auf 678 Höhenmetern, vis á vis dem Rothaarsteig, eine neue Schutzhütte zu errichten.

Wingeshausen.  Mit einer Stärkung in Form eines Frühstücks, spendiert von Wingeshausens Ortsvorsteher Karl-Heinrich Sonneborn, hat sich am Pfingstsonntag der so genannte „Clubby’s“ an den Potsdamer Platz bei Wingeshausen begeben, um auf 678 Höhenmetern, vis á vis dem Rothaarsteig, eine neue Schutzhütte zu errichten.

Laut Mitorganisator Roland Spies war das Vorgängermodell im Jahr 2007 dem Orkantief Kyrill zum Opfer gefallen. Einige umgestürzte Bäume hatten dem Hüttchen schnell den Garaus gemacht. Jetzt musste dringend Ersatz her, schließlich befindet sich der nächste Unterstand erst rund sieben Kilometer entfernt in Richtung „Millionenbank“.

Gestandene Handwerker

Der „Clubby’s“ besteht übrigens aus gestandenen Handwerkern wie Maurer, Dachdecker oder Zimmermann so Stefan Treude. Die Alleskönner hatten auch am Sonntag nahe der Sombornquelle und an den Radwanderwegen X10 und J4 das Sagen. Der idyllische Potsdamer Platz am Härdler war auch schon am Himmelfahrtstag Ort eines Arbeitseinsatzes.

Seinerzeit wurden die Fundamente in den Waldboden eingelassen. Die Hütte bietet jetzt auch größeren Gruppen bei schlechter Witterung Platz. Zuvor konnten nur zwei, drei Wanderer dem Wetter trotzen. 224 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben die Mitglieder von „Clubby’s“ um Achim Spies, Thomas Wetter, Frank Wetter, Uwe Beuter oder Burkhard Stremmel bereits investiert. Hinzu kommen noch einige Traktoren- und Maschinenstunden.

Klar ist, dass solch ein ehrgeiziges Unterfangen von den unterschiedlichsten Institutionen unterstützt werden muss. Finanzielle Zuwendungen kamen zuerst vom SPD-Ortsverein. Die Genossen stellten Geld aus dem Sammeln von Altpapier zur Verfügung. Spendabel zeigte sich auch die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer. Da war es kein Zufall, dass Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein versprochen hatte, am Sonntag vorbeizuschauen. Das hat auch eingehalten, und er hat länger mit Prinz Gustav am Potsdamer Platz verweilt, als die Initiatoren gedacht hatten.

Zudem hat das Sägewerk Wulf mit Sitz in Fleckenberg alle Sägearbeiten kostenfrei durchgeführt, und Roland Spies, Thomas Wetter, Stefan Treude und ihre Mitstreiter konnten bei der Realisation der Hütte auch auf die heimischen Firmen Heizung-Sanitär Reinhard Spies sowie auf Bedachungen Stenger bauen.

Bei der Errichtung der Fichtenhütte musste niemand von den Bauherren Durst leiden oder Kohldampf schieben. Neben dem Frühstück des Ortsvorstehers schmorten nämlich im selbst konstruierten fahrbaren Grill mehrere Rollbraten. Zwar speist die so genannte Sombornquelle Trinkwasser höchster Qualität, trotzdem haben die fleißigen Handwerker doch Hopfenkaltschalen aus dem Fass vorgezogen

Das sind die Chubby’s

Wie angedeutet, den Backofen hat federführend Thomas Wetter zusammengeschweißt. Das liegt ja auch nahe, er ist schließlich gelernter Zimmermann ...

Jetzt müssen nur noch zwei Fragen geklärt werden: Was verbirgt sich hinter Clubby’s, und warum heißt der Potsdamer Platz Potsdamer Platz? Hinter Clubby’s verbergen sich ehrenamtlich tätige Grillplatzbetreiber, und Frage zwei kann Karl-Heinrich Sonneborn beantworten: Der von Wanderern und Radfahrern stark frequentierte Bereich am Härdler hat seinen Namen von einem Waldarbeiter, der seinerzeit folgenden markanten Satz prägte: „Hier ist ja genau soviel Betrieb wie am Potsdamer Platz.“