Musikfestwoche auf Schloss Berleburg - Vom  Geheimtipp  zum feinen Festival

Der Geiger Luz Leskowitz und Königin Ingrid von Dänemark Mitte der 1970er Jahre im  Schloss Bad Berleburg.
Der Geiger Luz Leskowitz und Königin Ingrid von Dänemark Mitte der 1970er Jahre im Schloss Bad Berleburg.
Foto: privat
Die Internationale Musikfestwoche bringt hochkarätige Klassik auf Schloss Berleburg. Der Geiger Luz Leskowitz erinnert sich an spannende Begegnungen. Vom 8. bis 13. Juli geht das kleine, feine Festival in die 41. Runde. Mit dabei: Sebastian Knauer, Gudrun Landgrebe und das Ensemble „Wes10brass".

Bad Berleburg.. Erstklassige Musik mitten in die Provinz zu bringen, das bedeutete vor 40 Jahren eine Revolution. Diese ist mit dem Namen Luz Leskowitz verbunden. Denn der international renommierte Geiger gründete 1970 die Harzburger Musiktage und 1973 gleich darauf die Internationale Musikfestwoche auf Schloss Berleburg.

Vom 8. bis 13. Juli geht das kleine, feine Festival nun unter der künstlerischen Leitung des Salzburgers in die 41. Runde – mit bekannten Gesichtern, da die jährliche Reise nach Bad Berleburg für viele Musiker längst zum Familientreffen geworden ist. Und natürlich auch mit neuen Namen, denn Leskowitz legt Wert auf die Unterstützung von jungen Talenten.

Erstmals mit Pantomime

„Ich bin nicht der Typ, den es nicht mehr gibt, wenn man ihm die Geige aus der Hand nimmt. Mein Motor ist ständig in Bewegung, weil ich stets neue Ideen umsetzen möchte“, schildert der Künstler, warum er nach wie vor weltweit unterwegs ist und vor sechs Jahren einen Nachwuchswettbewerb in Russland gründete.

„Bad Berleburg war damals ein Geheimtipp“, erinnert sich der Yehudi-Menuhin-Schüler, „das war noch bevor Gidon Kremer in Lockenhaus angefangen hat. Damals waren wir das einzige Festival weit und breit, heute muss man schon attraktive Sachen machen, um das Publikum zu gewinnen.“

An spannenden Angeboten fehlt es bei der Musikfestwoche nicht: Gudrun Landgrebe rezitiert am 8. Juli Bettina von Arnim, dazu spielt Sebastian Knauer Klaviersonaten von Beethoven. Die Salzburger Solisten stellen am 9. Juli „Nachtmusiken“ von Chopin bis Tschaikowsky vor. Der Pantomime Manfred Pomorin gestaltet zusammen mit Streichern und Klavier am 11. Juli einen Abend mit Schubert, Wagner, Debussy und Mozart. Das Ensemble „Wes10brass“ serviert zum Abschluss am 13. Juli im Schlosshof Feines vom Blech. Vorher, am 12. Juli, stellen sich drei Stars von morgen dem Publikum vor.

„Die Nachwuchsförderung liegt mir sehr am Herzen, und das funktioniert auch“, unterstreicht Leskowitz. Das Publikum in Bad Berleburg konnte bereits zahlreiche Künstler kennen lernen, für die Wittgenstein zu einem Karrieresprungbrett wurde.

„Ich möchte heute kein Musikstudent sein“, kommentiert Leskowitz die Veränderungen in der Klassik-Szene. „Es ist so schwierig geworden, überall wird an der Kultur gekürzt. Man muss sich als junger Musiker sehr bemühen; selbst Preisträger werden nicht mehr automatisch herumgereicht.“

Viele gute Freunde gefunden

In Bad Berleburg haben Leskowitz und seine Salzburger Solisten viele gute Freunde gewonnen. „Das Klima ist dort für so etwas sehr gut.“ Die Schirmherrschaft von IKH Prinzessin Benedikte stellt dabei eine unverzichtbare Unterstützung dar. Gerne erinnert sich Leskowitz an Königin Ingrid von Dänemark, die Mutter von Prinzessin Benedikte. Die musikbegeisterte Monarchin war seinerzeit regelmäßiger Gast der Musikfestwoche. „Zweimal hat sie mich eingeladen, ein musikalisches Wochenende in der Kapelle von Schloss Fredensborg zu gestalten. Und sie hat mir in Bad Berleburg genau erklärt, was sie dabei hören wollte. Ihr verstorbener Mann war ja Dirigent.“ König Frederik IX. von Dänemark galt als derart begabter Maestro, dass Walter Gieseking zu ihm gesagt haben soll: „Schade, dass sie König geworden sind.“

Zu den Projekten die Leskowitz künstlerisch leitet, gehören neben Bad Berleburg auch die Salzburger Schlosskonzerte, die größte Kammermusikreihe der Welt. Dort fördert er ebenfalls junge Musiker. „Mein Anliegen seit frühester Jugend war es, nicht nur Konzerte zu spielen, sondern etwas Bleibendes zu schaffen, besonders für die nachfolgende Generation.“

 
 

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