Monumentales Werk der Ahnenforschung

Foto: WP

Bad Berleburg. 28 Jahre lang war Jochen Karl Mehldau aus Karlsruhe in Wittgensteiner Kirchenarchiven auf der Suche nach Familiengeschichten, verwandtschaftlichen Zusammenhängen und menschlichen Ursprüngen.

Nun hat er nach intensivster Sisyphosarbeit die selbst auferlegte Aufgabe mit größter Zufriedenheit beendet. Der Hobby-Genealoge übergab nun sein Werk, zusammengefasst in sechs Karteikästen nebst vier Unterlagenordnern, an die Kirchengemeinde in Bad Laasphe.

Durch Bücher gewühlt

Jochen Mehldau suchte während seiner Ehrenamtstätigkeit 15 Kirchengemeinden des Altkreises auf und „wühlte" sich durch die Kirchenbücher. Eine Überzeugungsarbeit. Anders kann dies nicht beschrieben werden; denn auf dem Weg zum Ziel lagen etliche Steine. So mancher hätte entmutigt aufgegeben und Familiengeschichten einfach unerforscht gelassen. Aber der Genealoge war nicht allein.

Eine Vielzahl Mitwirkender säumten die Straße seiner Leidenschaft, anders sei es für ihn kaum möglich gewesen die Ahnenforschung mit dieser Akribie zu betreiben. Da wurden Verwandte befragt, alte Papiere in Standesämtern erkundet.

Er arbeitete sich durch Begrifflichkeiten der alten deutschen Sprache und Todeseintragungen, die vornehmlich in Latein vorgenommen wurden. Der Zustand der Kirchenbücher ist vielfach sehr marode, die Schrift verblasst, das Papier vergilbt, Blätter beschädigt oder falsch abgelegt. Zudem taten sich oft große Lücken in den Chroniken auf.

Riesiger Aufwand

Das Ergebnis Mehldaus anfänglicher Erkenntnisse war ein riesiger Aufwand beim Suchen, der ab und an auch den Schatten des Zweifels aufkommen ließ. Seine regelmäßigen 14-tägigen Urlaube, die sich im Laufe der Zeit auf zwei ganze Jahre summierten, verbrachte Jochen Mehldau damit Salbuch- und Grundbesitzregister, Steuerlisten, Eheverträge, Testamente und Einwohnerverzeichnisse zu durchforsten.

Ohne Obacht hätte das Ganze im Chaos geendet. Somit hat er mit seinem System Daten zu ordnen und zu sichern sofort richtig gelegen. Das Anlegen von Karteikarten schien dabei am sinnvollsten. Die Vorteile bei späterer Ahnensuche liegen eindeutig im geringeren Suchaufwand, in der höheren Zuverlässigkeit der Ergebnisse und zudem ist die Schonung der Kirchenbücher gewährleistet, die nun im Schrank bleiben können.

„Nun ist Wittgenstein komplett und ich habe 140 000 tote Wittgensteiner katalogisiert", lächelt Jochen Mehldau zufrieden. Angefangen im ältesten Kirchenbuch Westfalens, dem Feudinger Sterberegister von 1543, das damals noch die katholischen Ursprünge beinhaltete, bis in die Neuzeit bewies er langen Atem, der kaum durchzuhalten gewesen wäre ohne die Unterstützung seiner Ehefrau Eva.

Jedes Ehrenamt lebt von Dank und Anerkennung. Mit seinen 41 Ahnenreisen nach Wittgenstein hat sich im Laufe der Zeit eine enorme Menge an Kategorien in die Arbeit „eingeschlichen". Doch Jochen Mehldau blieb auf seinem Weg, getreu seinem humorvollen Arbeitsmotto „Wer sucht, wird süchtig".

Geschichte bedenken

Superintendent Stefan Berk unterstrich den Dank an Jochen Mehldau, der mit Gütern kaum zu bezahlen sei und gab den Gästen bei der Übergabe die Wichtigkeit der eigenen Geschichte und die Klärung der Tradition mit Linien und Verbindungen zu anderen Menschen zu bedenken. Die Motivation des Karlsruhers wuchs in seiner leisen aber nicht einsamen Arbeit.

Die Zielstrebigkeit wird somit vielen Generationen zugute kommen und Interessenten der Wittgensteiner Genealogie Wege der eigenen Familiengeschichte öffnen. Uralte Unterlagen aus den Kirchenbüchern hat der ehemalige Karlsruher Stadtdirektor Jochen Mehldau durchforstet und für die Nachwelt in Dateien angelegt.

 
 

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