Mit pfiffigen Projekten unsere Heimat Wittgenstein stärken

Es hatten sich 80 Teilnehmer angemeldet, gekommen waren 100: Das Interesse an Leader-Projekten in Wittgenstein ist also erfreulich groß.
Es hatten sich 80 Teilnehmer angemeldet, gekommen waren 100: Das Interesse an Leader-Projekten in Wittgenstein ist also erfreulich groß.
Foto: Christoph Vetter
  • Unerwartet starke Resonanz beim Auftakt der Ideen-Präsentation
  • Erlebnismühle, Beachsoccer oder Einkaufshelfer zählen zu den Neuvorstellungen
  • Erfahrener Sauerländer verrät Wittgensteinern wertvolle Tipps für Förderanträge

Wittgenstein..  „Unsere Heimat stärken, über Grenzen hinaus in den Dialog kommen und die Region zukunftsfähig machen“, das sind Ziele, die am vergangenen Samstag durch fünf konkrete Projekte für das Leader-Programm Wittgenstein greifbar wurden. Rund 80 Anmeldungen für die Auftaktveranstaltung hatte Regionalmanagerin Carolin Brauer erhalten, gezählt wurden im Saal auf dem Sonnenhof in Wingeshausen mehr als 100 ideenreiche und zugleich wissbegierige Gäste.

Gegenseitiges Vertrauen

Holger Saßmannshausen, Vorsitzender des Vereins Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Wittgenstein begrüßte gern „viele junge Menschen“ und war sicher, dass „wir die Region erreichen werden“, um letztlich mit EU-Unterstützung den ländlichen Raum und damit das Leben der Menschen stärken zu können.

Dass das durchaus funktionieren kann, berichtete Reinhold Weber, der frühere, langjährige Bürgermeister von Eslohe und aktuell Vorsitzender der LAG Sauerland. Vorausgesetzt, gegenseitiges Vertrauen ist vorhanden, sagte Weber, „dann lohnt es sich für unsere Dörfer, dann können überschaubare Projekte in verhältnismäßig kurzer Zeit angepackt und realisiert werden.“ Aus Erfahrung rät Weber den Wittgensteiner zu spitzfindigen Formulierungen, wenn es an die Förderanträge geht: Einen Kinderspielplatz werde die Bezirksregierung nicht unmittelbar fördern wollen, wenn es aber Generationenpark heiße, kommen die Mittel eher – in die Tat erfolgreich umgesetzt im Bierdorf Grevenstein.

Vier Kompetenzgruppen arbeiten im Sauerland thematisch und nicht einzeln für die angeschlossenen Kommunen Meschede, Bestwig, Schmallenberg und Eslohe. In den Gruppen erarbeitete Vorschläge gehen an den erweiterten LAG-Vorstand, der letztlich über die Förderwürdigkeit entscheidet und Anträge stellt.

Abschreiben erwünscht

Noch beim Abschied gab ein schmunzelnder Reinhold Weber den nicht unwichtigen Hinweis an Holger Saßmannshausen: „Sehen Sie zu, dass die Kommunen Gelder für Leader-Projekte in den Haushalt einstellen. Dann klappt‘s leichter“. Saßmannshausen nahm die Ratschläge aus dem Sauerland dankbar an: „In der Schule durfte man früher nicht abschreiben; hier im Leader-Prozess ist es erwünscht, gute Ideen der Nachbarn zu übernehmen. Vor allem können wir hier die von anderen gemachte Fehler vermeiden“.

Das sind die Ideen

Fünf Projekte, fünf Ideen, fünf „Macher“ – einige der Maßnahmen sind bekannt und an dieser Stelle auch schon beschrieben worden. Das sind „Lebendige Trauerkultur in Wittgenstein“ und „Nahwärme Birkelbach und Womelsdorf“. Erstmals jedoch haben Michael Knebel (Bad Berleburg), der TV Laasphe/Förderverein Wabach sowie das Feudinger Ehepaar Lars Tröller und Dr. Melanie Jana-Tröller ihre Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Einkaufshelfer

Der Berleburger IT-Kaufmann Michael Knebel präsentierte „Scotty, der Shopping-Beamer“. Dahinter verbirgt sich eine Software zum Chat oder Video-Chat, die das Einkaufen im örtlichen Einzelhandel für Kunden wie Verkäufer einfacher und – äußerst unterhaltsam gestalten soll. Nach Anfrage eines potenziellen Interessenten nimmt der Verkäufer ihn online über eine Videobrille quasi mit ins Geschäft, kann ihm die Ware „live“ präsentieren und nach Bestellung schnellstens liefern. Je nach Warenwert passiert das kostenlos. Michael Knebel verspricht „ein fast reales Einkaufserlebnis mit persönlicher Beratung“, das er im Mai 2017 an den Start bringen möchte.

Sand-Spielfeld

Im Bad Laaspher Sportpark Wabach kann nach der Vorstellung von Stephan Hochdörffer (Vorsitzender TV) und Oberturnwart Uwe Born ein Multifunktionsspielfeld aus Sand entstehen, das von allen Wittgensteinern für verschiedene Sportarten genutzt werden kann. Interesse an einer Kooperation haben bereits das Städtische Gymnasium, die Feuerwehr und das Haus der Jugend angekündigt.

Hochdörffer und Born favorisieren den Start im Frühjahr mit dem Bau von einem Beachsoccerfeld sowie von zwei Beachvolleyballfeldern. Stephan Hochdörffer: „Wir sehen das als neues Freizeitangebot für die sportbegeisterte Bevölkerung, für Einheimische und Gäste unserer Region“.

Erlebnismühle

Zurück in ihren Geburtsort Feudingen kehrt dieser Tage Dr. Melanie Jana-Tröller mit ihrem Mann Lars Tröller. Beide haben sich mit ihrer Familie die „Rekultivierung der alten Mühle Feudingen“ zu einer Erlebnismühle auf die Fahne geschrieben. Unter dem Motto „Vom Korn zur Kruste“ soll in der historischen Mühle, in dem der Betrieb 1989 eingestellt worden war, neues Leben entstehen. Wichtigste Maßnahme ist die Erneuerung des Wasserrades samt Antrieb und Becken. Bei einer Realisierung könnten ab 2019 Kindergärten, Schulen und Touristen das Mühlenensemble hautnah erleben.

 

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