Mit „HIPPY“ Eltern-Kind-Beziehung stärken

Heike Schüssler, Natalia Walter, Jewgenia Funk und Felicitas Hegemann arbeiten sehr erfolgreich mit "HIPPY" und werben stark für die Fortsetzung des pädagogischen Programms.
Heike Schüssler, Natalia Walter, Jewgenia Funk und Felicitas Hegemann arbeiten sehr erfolgreich mit "HIPPY" und werben stark für die Fortsetzung des pädagogischen Programms.
Foto: WP
Kindergarten „Pusteblume“ bietet für Bad Berleburg ein bislang einmaliges Förderprojekt an

Bad Berleburg. HIPPY – ein Bezug zur „Flower-Power-Zeit“ der 1970-er lässt sich hier inhaltlich nicht herstellen. Heike Schüssler in der AWO-Kita „Pusteblume“, die davon im Jahr 2014 erfuhr, schmunzelt, denn diese Frage wurde ihr schon häufiger gestellt. HIPPY (Home Interaction for Parents and Preschool Youngsters) ist ein Projekt, das von Impuls-Deutschland ins Leben gerufen wurde und heißt in der deutschen Übersetzung „häusliche Kommunikation oder Wechselbeziehung für Eltern und Vorschulkinder“.

Pädagogische Ziele erläutert

In vierköpfiger Eltern- und Mitarbeiterinnenrunde erläutert Heike Schüssler, Regionalleiterin für Kinder, Jugend und Familie beim AWO-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/ Olpe die pädagogischen Ziele des Projektes und ertastet hierbei auch schon die ersten Etappenziele in der Arbeit mit den Lernbüchern und -heften daheim. Zusammengefunden haben sich Natalia Walter, Jewgenia Funk und Felicitas Hegemann zum Austausch.

Die Mütter und Kita-Mitarbeiterinnen zeigen sich überzeugt von den häuslichen Übungen, die täglich etwa 20 Minuten dauern sollten. Die freiwillige Teilnahme der Familien mit Kindergartenkindern der Kommune Bad Berleburg am Projekt erfordert natürlich mehr als nur das Schauen in die begleitenden „HIPPY-Bücher“.

„Die Ausbildung von Koordinatorinnen (Männer können natürlich auch teilnehmen, derzeit sind jedoch keine gemeldet), fand im Vorfeld der Aktion bei Impuls Deutschland in Bremen statt. Eine Nachschulung von zwei weiteren Damen findet im März statt. Zunächst war das Ganze als Zwei-Jahres-Programm angedacht, doch die Nachfrage ist gut“, so Heike Schüssler. Sogenannte Hausbesucherinnen schulen die Eltern und geben ihnen mit fünf Lehrbüchern und entsprechenden fünf Arbeitsheften für jede Buchausgabe die Werkzeuge für die pädagogische Arbeit mit dem eigenen Kind an die Hand. Ziele sind die gute Vorbereitung auf die Schule, die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung und die Unterstützung von Eltern oder Erziehungspersonen in Entwicklungs- und Erziehungsfragen. „HIPPY“ soll definitiv Kindergarten-ergänzend sein. Es ersetzt den Kindergartenbesuch nicht.

Sehr positiv hat Natalia Walter es bis jetzt erlebt, dass ihr Sohn Christian in der gemeinsamen Lernzeit mit der Mutter sich nicht streng an eine Einheit halten muss. Wichtig ist Zahlen, Farben und Formen zu unterscheiden, die Fein- und Grobmotorik zu stützen und das Gelernte in späteren Aufgaben erfolgreich anzuwenden. „Das macht den Kindern unglaublichen Spaß und zeigt ihnen im Fortschreiten der Bücher, beim Basteln, Nacherzählen von Bildergeschichten und im Textverständnis den Aha-Effekt und die Freude über das eigene Können und die Komplexität“, beflügelt auch Jewgenia Funk.

Zwanglosigkeit prägt das Projekt

Wichtig bei dieser Art der Eltern-Kind-Kommunikation ist die Zwanglosigkeit und die Freiwilligkeit. Die Lust und das Spielerische dieser pädagogischen Methode geben Rückmeldungen aus den Grundschulen preis. Positiv sei die sprachliche Entwicklung der Kinder und die dadurch vorhandene Sozialkompetenz, auch Kinder mit Migrationshintergrund zeigten überaus positive sprachliche Leistungen. Selbst Eltern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind begeistert dabei und mögen es, sich die Sprache auf spielerische Art zu erarbeiten und immer komplexer zu werden. HIPPY ist ein Projekt für Kinder von vier bis sieben Jahren. Für jüngere Kinder wurde das Projekt „Opstapje“ konzipiert.

Hier werden dann Eltern von Kleinkindern von 18 Monaten bis drei Jahren geschult. „Beide Projekte werden wir dann wieder nach den Herbstferien 2016 starten“, so Heike Schüssler.“Das Lernprojekt darf allerdings nicht als Defizit orientiert angesehen werden, diese müssen dann individuell mit anderen Methoden behandelt oder therapiert werden. „Pusteblume“ ist Hauptstandort für „HIPPY“. Alle Kindergärten in der Kommune Bad Berleburg können daran teilnehmen. Kommunenübergreifend möchte die Kita nicht arbeiten, der Aufwand sei zu umfangreich.

Dazu möchte Heike Schüssler dann lieber eine Kita in den jeweiligen Wittgensteiner Kommunen aufrufen. Die Materialien werden ausschließlich aus Spenden finanziert. Heike Schüssler und Felicitas Hegemann bringen es daher auf den Punkt: „HIPPY“ ist absolut sinnvoll. Wer sich dahingehend mit einer Spende beteiligen möchte, ist immer willkommen.“

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