Mit dem Hammer lässt sich Physik wunderbar lernen

Lars-Peter Dickel
Projekt KITEC Lachsbachschule
Projekt KITEC Lachsbachschule
Foto: WP
Spätestens nach KITec (Kinder entdecken Technik) können Schüler mit Hammer, Nägeln, Handbohrer und Säge umgehen, entwickeln technisches Verständnis und Teamfähigkeit.

Bad Laasphe. Spätestens nach KITec (Kinder entdecken Technik) können Schüler mit Hammer, Nägeln, Handbohrer und Säge umgehen, entwickeln technisches Verständnis und Teamfähigkeit.

Auch die Bad Laaspher Lachsbachschule gehört zu den Partnerschulen der Firma Robert Bosch, genauer gesagt von Bosch-Thermotechnik im benachbarten Eibelshausen. Neben einem Parternschaftsvertrag, der auch Pratikumsplätze für Schüler und Betriebsbesichtigungen umfassen wird, erhielt die Bad Laaspher Förderschule in dieser Woche fünf KITec-Kästen, mit denen insgesamt 25 Kinder - also eine ganze Klasse - technisches Wissen im Selbstversuch erlernen können.

Anne Conrad von Bosch Thermotechnik hat die Kästen dem Lehrerkollegium vorgestellt. „Ich bin begeistert, dass alle mitgemacht haben“. Genauso wie die zukünftig die Schüler, mussten auch die Erwachsenen erst einmal einen Werkzeugführerschein machen. Dazu wurden Handpuppen aus Holz gebastelt. Anschließend wurden an die drei Gruppen die Aufgaben vergeben zwei Türme, eine Brücke und ein Auto zu bauen. Klingt einfach, ist aber Hürde. Denn nur wenn die Gruppen untereinander Kommunizieren, die Größe des Autos und der Brücke absprechen, kann das Auto anschließend auch über eine Brücke zwischen zwei Türmen rollen.

Anne Conrad: „Auch die Kinder erhalten Bauaufträge und müssen sich ihre Lösungen selbst erarbeiten. Das sie dabei an ihre Grenzen stoßen können, ist Teil des Konzeptes.“

„Wir sind begeistert“, sagt Schulleiter Frank Schmidt. Er sieht hierin die Chance, dass seine Schüler schnell herausfinden, was sie gut können und eben auch schneller Erfolgserlebnisse haben. Auch lasse sich trockener Unterrichtsstoff didaktisch wertvoller aufbereiten.

Insgesamt ist die Partnerschaft zwischen Bosch und der Lachsbachschule dauerhaft angelegt. Das Unternehmen sorgt immer für Nachschub an Holz und Nägeln in den Kästen. Im Umkehrschluss berichten die Lehrer, was gut läuft, bzw. was am KITec-System vielleicht verbessert werden kann.

Ganz uneigennützig ist Bosch übrigens auch nicht. Der Technikkonzern braucht gut ausgebildete Fachkräfte und hat sich anlässlich seines 125-jährigen Bestehens zum Ziel gesetzt technisches Verständnis bei Kindern und Jugendlichen insgesamt zu fördern. Deshalb ist das Unternehmen auch Mitbegründer der „Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland“. In dieser Wissensfabrik entstand auch der KITec-Baukasten. Mittlerweile sind bundesweit über 100 Schulen damit ausgestattet. Aber mit der Lachsbachschule war es erstmals eine Förderschule.