Leider nur lapidare Lippenbekenntnisse

Lippenbekenntnisse. Es sind leider lapidare und inhaltsgleiche Lippenbekenntnisse, die in den vergangenen Tagen von Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern über die Medien transportiert worden sind. Flüchtlingshilfe scheint im Kreisgebiet zu einem parteipolitischen Lieblingsthema geworden zu sein. Doch wer konkrete Ansätze oder sogar Soforthilfe in jeglicher Form erwartet hätte, kann nur den Kopf schütteln. Die CDU wirft der SPD (ver-)zögerndes Handeln vor. Prompt folgt die Antwort mit dem Vorwurf des Nichtstuns der „Gegenseite“.

Vielleicht sollten wir einmal die Presse-Erklärungen in die verschiedenen Sprachen der Menschen in den Unterkünften in Burbach und Bad Berleburg übersetzen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Flüchtlinge ebenfalls den Kopf schütteln. Denn von großen Plänen, Ankündigen von Projektgruppen und Beratungen und Planungen haben sie gar nichts.

Wohl aber haben sie etwas von der Initiative, die sich ohne Mediengetöse in Erndtebrück gebildet hat. Dort hat sich ein privater Kreis gefunden, um etwas zu tun. Spontan und sofort. Vielleicht hat den Initiatoren um Irmlind Laues „Runden Tisch“ in Bad Berleburg das Beispiel dafür gegeben, dass pragmatisches Umgehen mit Anliegen der Flüchtlinge machbar ist.

Die Erndtebrücker Idee, heimische Wirtschaftsunternehmen für eine Zusammenarbeit mit Flüchtlingen zu begeistern, ist lobenswert. Sie könnte dann wegweisend sein, wenn der erste Syrer sein Praktikum an irgendeiner Wittgensteiner Werkbank beginnt.

Um das schnell zu ermöglichen, können Politiker jedweder Couleur ihre Beziehungen spielen lassen. Ab sofort.

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