Laaspher Rat will „Hexen“ rehabilitieren

Bad Laasphe..  Es kommt ein bisschen spät, aber immerhin. Die Stadt Bad Laasphe wird in ihrer nächste Ratssitzung am Donnerstag, 25. Juni, an die Opfer von Hexenprozessen Erinnern und sie auf diese Weise auch von dem Unrecht, das den Menschen widerfuhr, rehabilitieren.

Gleichwohl, und das macht die Stadtverwaltung Bad Laasphe deutlich, ist sie „nicht Nachfolger der früheren Gerichtsbarkeit“. Das bedeutet, die Stadt kann geschehenes Unrecht nicht wiedergutmachen. Diese Rehabilitation erfolgt auch nicht in konkreten Einzelfällen, sondern pauschal. „Wir können als Stadt nicht alle Fälle recherchieren. Dann besteht die Gefahr jemanden zu vergessen“, erläutert Sozialdezernent Rainer Schmalz, der auch „fest davon ausgeht“ dass es eine breite Mehrheit für die Vorlage geben wird.

Thema auch in Dortmund

Nachdem der Wirtschaftsförderungsausschuss Bad Laasphe Ende Mai die Ausstellung von Reinhard Schmidt und Anna Lisa Gröger zur Hexenverfolgung in Wittgenstein im 17. Jahrhundert besucht hat, haben Gröger und Schmidt sich an den Rat der Stadt mit der Bitte um Rehabilitation gewandt. Der Wirtschaftsförderungsausschuss begrüßte dies, konnte dazu aber keinen Beschluss fassen. Das wird der Rat jetzt tun.

Mit dieser pauschalen Anerkennung, dass vielen Menschen im Rahmen des Hexenwahns Opfer von falschen Verdächtigung, Folter und Hinrichtungen wurden, steht Bad Laasphe nicht allein. Erst in diesem Jahr befasste sich auch der Rat der Stadt Dortmund mit dem Thema. Hallenberg tat dies übrigens bereits 2011.

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