Kinder stecken im Kreislauf der Armut fest

Bad Laasphe..  Bewegende Worte fand Joshua Laser, Schüler der Klasse 8b des Gymnasiums Schloss Wittgenstein, als er seiner Klasse seine Erlebnisse bei einer Hilfsorganisationen auf den Philippinen in Form einer Power Point Präsentation schilderte. Joshua ist in den Weihnachtsferien 2013 auf die Philippinen gereist, um sich dort die Lebensbedingungen der armen und von Naturkatastrophen gezeichneten Menschen und vor allem der Kinder dort anzuschauen und, um selbst zu helfen.

Mit Spenden Schulen gebaut

Er hospitierte bei drei verschiedenen Hilfsorganisationen, insbesondere widmete sich Joshua der „Springboard Foundation“, einer im Jahre 2002 von fünf Personen gegründeten Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Schulen und Kindertagesstätten zu bauen. Mit Hilfe von Spendengeldern werden außerdem Krankenhäuser renoviert. Zu den weiteren Spenden gehören Medikamente, Werkzeuge und Geräte für die berufliche Ausbildung. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden auch Familien-Entwicklungsprojekte angeboten.

Vorsitzender der „Springboard Foundation“ ist John Milne, die Präsidentin ist Annette Helbig, Joshuas Tante. Ihren Hauptsitz hat die Hilfsorganisation in Paranaque City.

Missbrauchte Kinder

Joshua berichtete von einem „Kreislauf der Armut“, der sich unerbittlich fortsetze, da niemand über Verhütung Bescheid wisse und immer mehr Kinder geboren werden, die wiederum arm sind, nicht zur Schule gehen und in Slums leben. Ihre Behausungen seien Pappkartons oder einfache Blechhütten. Der Großteil dieser Kinder werde missbraucht, was von der Regierung eher unterstützt als verhindert werde, so Joshua.

Von der Hand in den Mund

Dazu kommen die Naturkatastrophen, von denen die Menschen häufig heimgesucht werden, die ihnen das Leben sehr schwer machen. Die meisten Kinder, die von zu Hause weggelaufen sind, weil sie missbraucht oder schlecht behandelt wurden, arbeiten auf Müllbergen und leben eher von der Hand in den Mund. „Ein schweres Leben“, findet Joshua, das könne sich niemand hier in Deutschland vorstellen, wie schlecht es den Menschen auf den Philippinen, vor allem aber den Kindern, gehe. Sie haben alle faule Zähne im Mund, weil die Eltern ihnen billige süße Säfte vom Straßenrand geben, um ihnen genug Zucker zum Leben zuzuführen, da zum Teil Hungersnot herrsche. Die „Springboard Foundation“ reagiert darauf mit speziellen Ernährungsprogrammen für Kinder. Auch Geburtshäuser und Entwicklungszentren für Frauen werden durch die Hilfsorganisation unterstützt.

Ausbildung mit einfachsten Mitteln

In der Stadt Virlani gibt es eines der Häuser, die von den Hilfsorganisationen angemietet werden, um missbrauchte und vernachlässigte Kinder zu unterstützen und zu schützen. Hier bekommen sie eine kostenlose Unterkunft und sinnvolle Beschäftigung.

Joshua berichtete von einer Dorfschule, die von der Hilfsorganisation ins Leben gerufen wurde, um Kinder zu unterrichten. Begeistert schilderte er die Freundlichkeit der Kleinen und ihre Lust am Lernen. Er betonte die Wichtigkeit, den Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, wenn es auch nur mit den einfachsten Mitteln sei.

Nachwirkungen des Taifuns

Aktuelles aus der Stadt Tacloban gehörte ebenfalls zu den Themen, die Joshua in seinem Referat behandelte. Der Taifun Haiyan, der am 14. November 2013 in der philippinischen Provinzhauptstadt wütete, zeige noch immer die schrecklichen Folgen. Leichen lägen auf den Straßen, Verletzte seien ohne medizinische Versorgung überall verstreut. „Auch hier sind Medikamente und Lebensmittel lebensnotwendig“, erklärte Joshua. Häuser und Schulen werden teilweise von der Hilfsorganisation wieder aufgebaut.

Dankbar für Schulbildung

Zum Ende seines Berichtes betonte der Achtklässler, dass die Armut, die es in Deutschland gebe, keinesfalls mit der Armut auf den Philippinen verglichen werden könne, denn so schlecht, wie es den Menschen dort gehe, gehe es keinem, der in Deutschland lebt. Eine Schulausbildung sei dort keinesfalls selbstverständlich, umso mehr müssten sich die Kinder hier in Deutschland freuen, dass sie die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen.

Die Klasse 8b des Gymnasiums Schloss Wittgenstein zeigte sich beeindruckt von Joshuas Vortrag und entschloss sich kurzerhand, einen Betrag aus der Klassenkasse für die Hilfe auf den Philippinen zu spenden, denn jeder Cent zählt.

 
 

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