Keine Zukunft ohne schnelles Internet

Röspe..  Das Dorf Röspe mit seinen 156 Einwohnern hat in allernächster Zeit offenbar keine guten Chancen, den Anschluss beim wirklich schnellen Internet zu finden. Per Kabel? Über Mobilfunk? Via Satellit? Schon seit 2009 ist Ortsvorsteher Olaf Kettler „unterwegs“, um auf wenigstens einem dieser Kanäle etwas zu erreichen – bislang jedoch nicht wirklich mit Erfolg. Doch es gibt zumindest Hoffnung.

Infoabend im April

Die Telekom möchte ihr Telefon-Netz, über das bei Bedarf auch Internet laufen kann, offenbar in der nächsten Zeit nicht aufrüsten. Zu unwirtschaftlich. Doch Kettler lässt nicht locker, fragt bei der Bezirksregierung in Arnsberg nach. Dort befürworte man „eine große Lösung für die Region“, berichtet der Ortsvorsteher – etwa mit dem benachbarten Bad Berleburg.

Mittlerweile ist der Weg dorthin schon etwas konkreter: Experten aus Arnsberg und des Kreises Siegen-Wittgenstein waren neulich zu Besuch im Erndtebrücker Rathaus, zeigten Möglichkeiten auf, wie sich für schnelles Internet Fördertöpfe anbohren lassen. Dazu soll es in Kürze eine gemeinsame Befragung in Erndtebrück und Bad Berleburg geben, um in der Bevölkerung den wahren Bedarf zu ermitteln.

Mehr greifbare Informationen und Tipps erhofft sich Kettler auch von einem Info-Abend mit Michael Krämer, Breitband-Beauftragter des Kreises Siegen-Wittgenstein, speziell für Erndtebrück. Dieser Abend war im Februar wegen Krankheit des Referenten ausgefallen, wird aber wohl Mitte April nachgeholt.

Krämer ist aber nicht nur Breitband-Beauftragter, sondern vertritt auch die Tele-Kommunikations-Gesellschaft (TKG) Südwestfalen, einen Zusammenschluss der südwestfälischen Kreise. Und die TKG bietet in strukturschwachen Gebieten auch Internet per Richtfunk-Antenne an.

Richtfunk nur für 20 Häuser

Richtfunk – wäre das ein Weg für Röspe zum schnellen Internet? Nein, fürchtet Ortsvorsteher Kettler – denn seines Wissens seien auf diese Weise auch nur 20 Häuser im Dorf erreichbar. Und wie sieht es mit Breitband via Satellit aus? „Zu kostenintensiv“, hat Kettler festgestellt. Internet per Mobilfunk? Langt laut Kettler nur für fünf Rösper Haushalte: „Der Rest liegt nicht im Empfangsbereich des nächsten Sendemastes.“ Funkloch nennt man das wohl.

Dass Röspe schnelles Internet bekommt, ist Kettler aber sehr wichtig: „Sonst stirbt der Ort aus“, fürchtet er. Immerhin 70 Prozent der Bewohner seien vom Alter her „85plus“. Und junge Neubürger, für die ein Leben ohne Internet kaum noch denkbar ist, seien wohl kaum zu gewinnen, wenn das Dorf auf die Dauer von der digitalen Außenwelt abgehängt bleibe. Aber auch einige Rösper Senioren im Ort seien durchaus internetbegeistert, weiß Kettler. Sein Vater zum Beispiel: „Der ist 80, aber ein großer Fan. Für ihn ist das Netz eine wichtige Info-Quelle.“

Bleibt Kettler nur noch ein Versprechen der Bundesregierung: schnelles Internet in strukturschwachen Regionen bis 2018. Mal sehen, ob es bis dahin klappt. In Röspe. In der gesamten Edergemeinde.

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