Kanal überlastet – Stadt investiert in Ausbau

Eberhard Demtröder
Blick in die Wemlighäuser Wohnstraße „Am Hillerbach“: Ein Teil davon wird demnächst Baustelle – für einen großen Stauraumkanal.
Blick in die Wemlighäuser Wohnstraße „Am Hillerbach“: Ein Teil davon wird demnächst Baustelle – für einen großen Stauraumkanal.
Foto: WP
Bad Berleburg steckt rund 638 000 Euro in einen neuen Stauraumkanal für das gesamte Obere Odeborntal. Gebaut wird „Am Hillerbach“ in Wemlighausen.

Wemlighausen.  Im Grunde sei der Abwasserkanal am Hillerbach im Wemlighausen „überlastet“, laufe nicht selten mit „Vollfüllung“, sagt Achim Vorbau, Leiter der Stadtwerke. Und angesichts der häufigen Unwetter mit Starkregen in der letzten Zeit wird die Situation wohl auch nicht besser. Deshalb nehmen die Stadtwerke Bad Berleburg nun ihr nächstes großes Bauprojekt in Angriff: Für rund 638 000 Euro entsteht „Am Hillerbach“ ein großer Stauraumkanal, um durchlaufenden Abwassermassen aus dem gesamten Oberen Odeborntal künftig besser Herr zu werden.

Ausgeklügelte Steuerungstechnik

Damit investiert die Stadt ähnlich wie in der „Mühlwiese“ erneut eine große Summe, um das Bad Berleburger Kanalnetz fit zum machen für die Zukunft. Derzeit laufe Regenwasser im Kanal in die nahe Odeborn über, erläutert Vorbau. Nach dem Vorbild „Mühlwiese“ in der Kernstadt soll das mit einem neuen Stauraumkanal anders werden: Hier soll auflaufendes Regenwasser solange gestaut werden, so Vorbau, bis die dahinter liegende Kanalisation „sauber“ sei. Dann werde es in die Odeborn abgeleitet – und das Schmutzwasser aus Girkhausen, Schüllar und Wemlighausen weiter zur Kläranlage Bad Berleburg in der Limburgstraße.

Weitere 120 000 Euro gibt die Stadt in Wemlighausen für neue Mess- und Regeltechnik aus. Damit wird es ähnlich wie demnächst auch in der „Mühlwiese“ möglich, den Durchfluss von Abwasser und Regenwasser in Wemlighausen zu messen und von der Kläranlage aus sinnvoll zu steuern.

Stadtwerke-Leiter Achim Vorbau geht davon aus, dass die Bauarbeiten noch in diesem Jahr starten – möglichst kurzfristig. Wie der Bauzeitenplan konkret aussehen werde, kläre derzeit die beauftragte Baufirma. Geschätzte Bauzeit: etwa fünf Monate. Mit den direkt betroffenen Anwohnern habe es bereits Gespräche gegeben. Und es werde sichergestellt, kündigte Vorbau an, dass jedes Grundstück auch während der Bauarbeiten angefahren werden könne.

Keine Kosten für die Anlieger

Im Zuge der Bauarbeiten sollen zwischen der Einmündung Heiderbrücke/Am Hillerbach und dem Haus Am Hillerbach 3 auf rund 85 Metern neue Kanalrohre mit 2,50 Metern Durchmesser unter die Erde, um den Stauraumkanal zu bilden. Zum Vergleich: Normale Abwasserrohre unter der Straße sind zwischen 30 und 80 Zentimeter breit.

Für die umfangreiche Kanal-Sanierung in Wemlighausen entstünden den Anliegern „Am Hillerbach“ und „Auf der Heide“ im Übrigen keine Kosten, betont Achim Vorbau. Hier seien allein die Stadtwerke in der Pflicht.

Und die aufgerissene Straße, die sich ja eigentlich noch in einem guten Zustand befinde, werde anschließend wiederhergestellt. Für die Vergabe der Baumaßnahme an die Arbeitsgemeinschaft Trippe-König-Knoche aus Schmallenberg hatte die Stadtverordneten-Versammlung vergangene Woche bereits grünes Licht gegeben.

„Hier wird gemacht, was gemacht werden muss“, wirbt Wemlighausens Ortsvorsteherin Doris Frank im Gespräch mit unserer Zeitung um Verständnis für die anstehenden Bauarbeiten. „Es ist wohl so, dass die Rohre das nicht mehr fassen“, sagt sie. Gleichzeitig lädt Frank zur Informations-Veranstaltung am 12. Juli ein, in der Stadtwerken Bad Berleburg und beauftragte Firmen weitere Details der Baumaßnahme erläutern.