Immer mehr fahren auf dem Ederradweg

Battenberg-Dodenau..  Radwandern entlang von Flussradwegen wird immer beliebter – auch der Ederradweg lockt immer mehr Touristen an. Doch in der Region sollen noch weitere Touren ausgewiesen werden. Das Ziel: Radler sollen nicht nur durch die Region fahren, sondern mehrere Tage hier verbringen.

Bei Messen oder Urlaubsanfragen können die heimische Touristiker künftig ein neues Faltblatt verteilen. Der Plan gibt allgemeine Informationen zwischen der Quelle bei Lützel bis zur Mündung. Außerdem sind Sehenswürdigkeiten, Fahrrad-Werkstätten, Badestrände und Schwimmbäder verzeichnet. Auf Bed&Bike-Betriebe und Anbindungen mit Bus und Bahn wird ebenso verwiesen.

Es habe längere Zeit keine solche Karte gegeben, berichtete Klaus Dieter Brandstetter, Geschäftsführer der Touristik-Service Waldeck-Ederbergland. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Gabriele Garthe, Claus Günther von der Edersee-Touristic und Silvia Henk von der Ederbergland-Touristic präsentierte er gestern in Dodenau den neuen Plan.

Ziel sind vier Sterne

Ziel des Faltplanes sei, eine übergreifende Information zum Eder-Radweg zu geben. Er solle nicht die Karten auf Ortsebene ersetzen, sondern einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten entlang der 185 Kilometer langen Strecke verschaffen. Radeln an Flussradwegen sei ein Trend und werde noch beliebter, berichtete Brandstetter. „Es gibt einen Boom, der noch ansteigt, während er beim Wandern gesättigt ist.“

Unter anderem durch Fernsehsendungen war die Eder-Trasse im vergangenen Jahr überregional noch bekannter geworden, Anfragen häufen sich. Wichtig bei der Vermarktung sei aber auch die Zertifizierung durch den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), betonte Claus Günther.

Bei einer ersten Untersuchung wurde ermittelt, welche Verbesserungen nötig sind, um eine möglichst gute Bewertung zu erhalten. Ziel seien „mindestens drei Sterne“, sagte Brandstetter: „Aber wir streben vier an“.

Schwachpunkte seien vor allem Beschilderung und Marketing. Denkbar sei, den Radweg erst in Erndtebrück beginnen zu lassen: Dann würde der vergleichsweise schlecht zu fahrende Abschnitt ab der Mündung nicht in die Wertung einbezogen werden. Eine weitere Schwachstelle sei der schlechte Weg zwischen Viermünden und Herzhausen. Die einheitliche Beschilderung soll bis September fertig sein – bislang gab es Unterschiede zwischen westfälischem und hessischem Teil des Weges.

Maximal sind fünf Sterne möglich. Die Zertifizierung soll bis spätestens 2017 abgeschlossen sein. Dann sollen neue Prospekte und Faltblätter herausgegeben werden.

Günstig ist die Zertifizierung nicht: Klaus Dieter Brandstetter beziffert die Kosten auf insgesamt 150 000 bis 170 000 Euro. Bei der Finanzierung arbeiten mehrere Leader-Förderregionen zusammen.

Gäste länger in der Region halten

Aus Sicht der Touristiker sind die ADFC-Sterne unabdingbar für die weitere Werbung. Denn das Ziel ist, mehr Radtouristen an die Eder zu locken – und ihnen hier einen längeren Urlaub zu ermöglichen. Deshalb sollen entlang des Ederradwegs weitere Touren ausgewiesen und zertifiziert werden.

Klaus Dieter Brandstetter nennt als Vorbild die Wanderrouten, die in den vergangenen Jahren entstanden sind – ähnlich soll es bei den Radwegen sein. „Wir haben einen deutlichen Anstieg an Tagesgästen mit Fahrrad“, sagt Claus Günther. „Die sollen mehrere Tage in der Region bleiben und die verschiedenen Touren fahren.“

EURE FAVORITEN