Im alten Gasthof tummelt sich das Narrenvolk

Weidenhausen..  Dieser Abend sollte endlich noch mal die Leidenschaft des Karnevals in Weidenhausen wecken. Im ehemaligen Gasthof Wilke sorgte der gemischte Chor „Arion“ Weidenhausen für eben diesen Effekt. Rund 80 begeisterte Jecken folgten nämliche der Einladung der Sängerfreunde und kamen auch der Aufforderung des Kostümierens vorbildlich nach. „Wir wollten mit dieser Veranstaltung natürlich neben unseren Vereinsmitgliedern auch den Freunden und Gönnern sowie den Weidenhäusern allgemein einen unvergesslichen und abwechslungsreichen Abend bieten, der ganz im Zeichen des aktuellen Karnevals steht“, erklärte der 1. Vorsitzende des Chores „Arion“, Daniel Benfer, begeistert.

Regelmäßig in den 1990er Jahren

Neben der köstlichen Versorgung des ehemaligen Küchenteams des seit 2012 geschlossenen Gasthofes boten die Verantwortlichen um Benfer ein buntes Rahmenprogramm. So lieferte Alleinunterhalter Rolf Diehl aus Hilchenbach traditionelle Karnvealsschmankerl und aktuelle Kölner Fetenhits als Stimmungskanonen für die rund 80 anwesenden kostümierten Jecken. „Ich war früher schon öfters dabei und habe die Musik gespielt, das wurde direkt wiedererkannt. Als ich reinkam, sangen die Leute „Lebt denn der alte Holzmichel noch““, erläutert Diehl zu seinem erneuten Besuch im Wittgensteiner Land. Denn das letzte Mal fand die Feier regelmäßig in den 1990er Jahren statt, ehe es zu einer einmaligen Feierlichkeit im Jahr 2010 kam.

Positive Resonanz

Doch nach den Erfahrungen im Jahr 2015 gibt sich Benfer begeistert: „Wenn ich die positive und ausgelassene Resonanz der Leute sehe, bekommen wir vom Chor Lust auf eine Fortführung der Tradition in den nächsten Jahren“. Dass zum Karneval neben guter Stimmung und „viel Höhner und Brings“ auch die gewisse, subtile Art Selbstironie gehört, bewiesen die Veranstalter in der Wahl des Rahmenprogramms. Neben einer traditionellen Büttenrede von Steffen Körnig („Mama, woher komme ich?“ – „Der Storch hat dich gebracht.“) offenbarte die Gruppe „Muckibude“ ihre Athletik in einem extravaganten Workout. Dabei handelte es sich zwar um eine fiktive, wohl teils überdrehte Choreographie des eigentlichen Sinnen, aber die Muskeln der realen „Pumpertruppe“ schienen zumindest in so manchem Licht echt zu glänzen.

Für das beste Kostüm haben sich die Verantwortlichen um Benfer ebenso eine überraschende und unterhaltsame Anekdote einfallen lassen: Für den einfallsreichsten Mann winkte als Preis eine Schlossbesichtigung, dessen räumlicher Umfang jedoch trog und man mit dem Gewinn allenfalls die Scheune abschließen kann.

Für das beste Frauenkostüm gab es ein Zehnerpack Rotkäppchen Streichhölzer, während der Paarpreis mit einem luxuriösen Candle-light Dinner in Form einer Tüten-Suppe inklusive zweier Kerzen gekrönt wurde. „Selber schuld, wer da mitmacht“, erklärte Benfer mit einem jeckisch-verschmitzten Lächeln.

Der 1. Vorsitzende persönlich ließ sich bei der „Sarkasmus-Runde“ jedoch auch nicht lumpen und initiierte mit seinem Bruder Fabian Benfer eine Imitation des „youtube“-Hits „Eure Mütter, mein Sack“. Für das endgültig ernsthaft-künstlerische Flair des Karnevals sorgten dann doch noch Lara Gillmann und Kristin Afflerbach mit einem traditionellen Gardetanz.

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