Honigbienen übernehmen wichtige Rolle im Natur-Haushalt

Berleburg.  Den Markennamen „Echter Deutscher Honig“ kennen und schätzen gut 47 Prozent aller Verbraucher. Damit gehört er zu den wohl bekanntesten Honigmarken in Deutschland.

Beliebt nicht nur bei Genießern

Die deutschen Imker mit ihren Bienen gehören zu den fleißigsten auf der Welt. Jedes Bienenvolk produziert eine durchschnittliche Erntemenge von 15 bis 20 Kilogramm Honig. Zusammengerechnet ernten die deutschen Imker 20 000 bis 25 000 Tonnen Honig pro Jahr – das entspricht etwa 20 Prozent des Verbrauchs in Deutschland.

Landauf, landab sind Honigbienen bei Genießern, Landwirten, Obstbauern und Mutter Natur beliebt. Schließlich verdanken wir ihnen nicht nur wertvollen Honig, denn als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen sowie als wichtiges Bindeglied in vielen Lebensgemeinschaften nehmen sie eine bedeutende Rolle ein.

Anders gesagt: Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von Bienen ab. Mehr noch: Vielen Tierarten sichern sie die Nahrungsgrundlage.

Die Honigbiene ist wirtschaftlich eine echte Größe. Um das nachzuvollziehen, reicht meist schon eine Zahl: Rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab. Rund 80 Prozent der 2000 bis 3000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen.

Platz drei hinter Rind und Schwein

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-Fache. Dies sind rund zwei Milliarden Euro jährlich in Deutschland und 70 Milliarden US-Dollar weltweit. Damit nimmt die Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.

Auch Obst und Gemüse profitieren deutlich, denn Erträge und Qualitätsmerkmale wie Gewicht, Gestalt, Zucker-Säure-Gehalt, Keimkraft, Fruchtbarkeit und Lagerfähigkeit werden deutlich gesteigert.

Das Sammelgebiet eines Bienenvolkes erstreckt sich auf annähernd 50 Quadratkilometer. Es ist damit etwa so groß wie das Stadtgebiet einer Großstadt wie Köln.

Für ein Glas Honig müssen Arbeitsbienen rund 40 000 Mal ausfliegen und dabei zwei bis sieben Millionen Blüten besuchen. Für ein Pfund Honig fliegt eine Biene dreimal um die Erde. An guten Tagen können die Sammlerinnen eines Volkes mehrere Kilogramm Blütennektar einfliegen.

Jeder Imker hält durchschnittlich 7,5 Bienenvölker. Aber weniger als ein Prozent betreiben die Imkerei erwerbsmäßig.