„Helios hat gar keine eigenen Berechnungen“

Wohin geht der Weg? Der Helios-Konzern beharrt auf der Schließung, die Betriebsrat und Gewerkschaft als vermeidbar ansehen.
Wohin geht der Weg? Der Helios-Konzern beharrt auf der Schließung, die Betriebsrat und Gewerkschaft als vermeidbar ansehen.
Foto: WP

Bad Berleburg. „Die Helios-Unternehmensleitung hat überhaupt keine eigenen Berechnungen für eine mögliche Zusammenlegung von Rot­haar- und Herz Kreislaufklinik (HKK) im Gebäude der HKK angestellt.“

Für die Richtigkeit seiner Behauptung hat ver.di-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch zwar nicht mehr als Indizien, berichtet aber auch, dass sich mit dieser Aussage, „einer, der es wissen muss, verplappert hat“.

Für die Tatsache spreche, erklärte Weiskirch gestern gegenüber der Presse, dass sich die Unternehmensführung trotz mehrmaliger Aufforderung durch den Betriebsrat, die eigenen Berechnungen vorzulegen, stets in Schweigen gehüllt habe. „Die haben kein Konzept“, ist Weiskirch sicher. Genau in diesem Punkt wirft er dem Konzern „totale Unseriosität“ vor. Auch sei die so genannte, vom Betriebsrat favorisierte und der Helios-Geschäftsführung vorgestellte „Variante 2“ „inhaltlich keiner Bewertung zugeführt“ worden.

Der Betriebsrat hatte mit Hilfe externer Experten ein eigenes, aus seiner Sicht tragfähiges, machbares und sogar profitables Konzept (Variante 2) zur Weiterführung der HKK vorgelegt, was die Geschäftsleitung allerdings „mit globalen Behauptungen“ zurückgewiesen habe.

Weiskirch: „Hätte Helios unsere Berechnungen wenigstens geprüft, die, dem HKK-Betriebsrat nicht vorliegenden Zahlen der Rothaarklinik eingebracht, und wäre er dann zu dem Ergebnis gekommen, das läuft nicht, dann hätten wir das sogar akzeptiert.“ Aber der Arbeitgeber habe alles abgelehnt, erklärte der Gewerkschafter gestern. Er vermutet weiterhin, dass Helios sich von der HKK trennen will, um am Standort Bad Berleburg die vom Mutterkonzern erwarteten „Margen von 15 Prozent“ zu erwirtschaften.

Aber weder der Betriebsrat noch Jürgen Weiskirch geben nicht auf, sondern sehen doch noch „einen Hoffnungsschimmer“. Zum einen könnten über den am kommenden Montag in Berlin tagenden Gesamtbetriebsrat aller 16 Wittgensteiner Kliniken (früher WKA) Betriebsergebnisse der Rothaarklinik für eine verlässlichere und genauere Wirtschaftlichkeitsberechnung der Variante 2 einfließen. Denn der HKK-Betriebsrat kommt nicht an diese Zahlen.

Zum anderen setzen die fast 180 betroffenen Mitarbeiter auf die lokale Politik. Gestern Abend tagte der Berleburger Ältestenrat samt Landrat Breuer zum Thema. „Die haben schon Mittel in der Hand“, wies Jürgen Weiskirch darauf hin, dass der Landrat sich zum Beispiel in der Frage positionieren muss, „ob die 20, von Helios beantragten Neurologischen Betten aus Bad Laasphe“ von der Bezirksregierung nach Bad Berleburg genehmigt werden“, so Weiskirch.

 
 

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