Hausgeschichten von 1570 bis 1870

Jochen Mehldau arbeitet an einer Haus-Chronik der Bad Laaspher Altstadt-Häuser.

Wittgenstein.. Jochen Karl Mehldau, wohnhaft in Karlsruhe ist zwar gebürtiger Kasselaner, seine Mutter stammt allerdings aus Erndtebrück und er hat seinerzeit auch die Aufbauschule in Laasphe besucht. Ein Glück für Wittgenstein. Der Dipl. Ingenieur hat drei Jahrzehnte heimische Kirchenarchive ausgewertet und somit digitalisiert. Er ist deshalb der Spezialist für Genealogie, sprich Ahnenforschung. Jetzt hat der 77-Jährige ein neues Projekt in Angriff genommen – die Hauschronik der Laaspher Altstadt.

Wie kamen Sie auf die Idee, und mit was für einem Zeitaufwand rechnen Sie?

Jochen Karl Mehldau: Ausgangspunkt waren die Ausarbeitungen von Prof. Wilhelm Hartnack, der auch während des 2. Weltkriegs und auch danach rund die Hälfte der Laaspher Häuser bearbeitet hat. Sein Werk möchte ich gerne in den nächsten ein bis zwei Jahren vervollständigen.

Wie soll das Buch aufgebaut sein? Sind dort dann auch alle ehemaligen Eigentümer und Bewohner aufgeführt?

Mehldau: Die Häuser werden mit Straße und Hausnummern aufgeführt. Es soll die Namen der Erbauer und auch die der Architekten, sprich Baumeister, enthalten und zwar in der Zeitspanne von 1570 bis 1875, weil dann nämlich der Datenschutz greift. Auch die Stammbäume alter Laaspher Familien werden Inhalt sein. Um an diese Informationen zu gelangen müssen die unterschiedlichsten Dokumente in Augenschein genommen werden. Dazu gehören unter anderem auch alte Steuerlisten.

Kommen Sie bei der Anfertigung des Buches ohne fremde Hilfe und Unterstützung aus?

Mehldau: Auf der Jahreshauptversammlung der Bürgeraktionsgemeinschaft „Schöne Altstadt“ Bad Laasphe ist mir bereits Unterstützung signalisiert worden. Es wäre schön, wenn die Heimatfreunde Aufgaben übernehmen können, die ich von Karlsruhe aus nicht leisten kann, schließlich bin ich pro Jahr nur rund sechs Wochen in Wittgenstein.

Haben Sie noch weitere Projekte im Hinterkopf, oder was würden sie gerne noch verwirklichen?

Mehldau: Bei der Auswertung der Wittgensteiner Kirchenbücher habe ich rund 150.000 Datensätze, sprich Personen, erfasst. Diese Lebensläufe würde ich gerne auswerten und Fragen klären, wie alt sind sie geworden, oder wann haben sie geheiratet.

Wer 30 Jahren in Archiven forscht, stößt garantiert auf die ein oder andere Anekdote. Wer oder was hat Sie mal zum Schmunzeln gebracht?

Mehldau: Mich amüsiert besonders die Tatsache, dass es einige Wittgensteiner gibt, die von Karl dem Großen abstammen – ich übrigens auch. Bei mir ist es die 43. Generation.

 
 

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