Hausbesitzer verzweifelt gesucht

Martin Schneider, Ortsvorsteher von Wunderthausen, steht vor dem Haus in der Wemlighäuser Straße. Der Besitzer scheint verschwunden, Kaufinteressenten haben also keinen Ansprechpartner.
Martin Schneider, Ortsvorsteher von Wunderthausen, steht vor dem Haus in der Wemlighäuser Straße. Der Besitzer scheint verschwunden, Kaufinteressenten haben also keinen Ansprechpartner.
Foto: WP
Der Eigentümer kümmert sich nicht mehr um seine Immobilien in Wittgenstein.

Wunderthausen.  Nein, der Briefkasten quillt nicht über. Zeitungsboten und Briefträger haben sich daran gewöhnt, dass unter der Adresse Wemlighäuser Straße 10 in Wunderthausen keine Post mehr angenommen wird. Das kleine Gebäude, das die Wunderthäuser „Klettke-Haus“ nach einem früheren Bewohner nennen, steht seit 2014 leer; der Besitzer ist verschwunden; die RWE hat den Strom längst abgestellt.

„Wir bekommen keinen Kontakt. Der Mann ist nicht greifbar“, bestätigt Manuel Spies, Immobilien-Manager der Stadt Bad Berleburg, die von dem Besitzer einen Schuppen direkt neben dem Fachwerkhaus seit Jahren gepachtet hat – kostenlos. Dort hat der städtische Bauhof Streusalz gelagert, die Dorfgemeinschaft überwintert dort Ruhebänke. Für Ortsvorsteher Martin Schneider eine praktische Angelegenheit, liegt das Holzhaus doch direkt im Dorf, knapp 100 Meter neben dem alten Feuerwehrgerätehaus.

Es gibt offenbar Kaufinteressenten

Jetzt ist der Vertrag zwischen dem Besitzer und der Stadt ausgelaufen. An eine Verlängerung denkt Manuel Spies wohl nicht; er kann sich vorstellen, dass die Belange des Bauhofes in den Räumen der alten Schule gedeckt werden können. „Letztlich will der etwas von uns“, deutet Spies an, dass er die Suche nach dem Eigentümer nicht als vordringlich ansieht. Andererseits würde Spies die Sache mit dem Besitzer gern geregelt haben.

Der steht übrigens noch bei anderen auf der „Vermisstenliste“: Auch die Gemeindeverwaltung in Erndtebrück und die nordrhein-westfälische Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) sind auf der Suche nach dem Mann. Er ist nämlich Mitglied der GbR, die vor vier Jahren den Erndtebrücker Bahnhof erworben hat.

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es für beide Immobilien Interessenten: In Wundert­hausen, das bestätigt Ortsvorsteher Martin Schneider, möchte ein Siegerländer gern ein Ferienhäuschen einrichten; für den Bahnhof der Edergemeinde steht angeblich ein Gastronom „Gewehr bei Fuß“.

Die umfangreiche Recherche unserer Zeitung verlief ohne Ergebnis. Der Mann scheint wie vom Erdboden verschluckt.

 
 

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