Großes Kino im Heimatmuseum Banfetal

Hans Armin Kohlberger präsentiert Heimatfilme
Hans Armin Kohlberger präsentiert Heimatfilme
Foto: WP

Banfe..  Der Vorführraum im Banfer Heimatmuseum ist verdunkelt, nur eine Leinwand bringt Licht in die heimelige Atmosphäre. Rund sechs Meter vor der Leinwand steht Armin Kohlberger und sorgt dafür, dass sein Publikum mit Heimatfilmen bestens unterhalten wird. Ob nun Stumm- oder Tonfilm, beide Varianten stammen aus einer Zeit, in der Filmaufnahmen noch echte Raritäten waren. So stellt eine Aufnahme des dargebotenen Materials die aufwendige Produktion einen Wagenrades dar, das vor 60 Jahren vom Schreiner über den Schmied mit echter Handarbeit gefertigt wurde.

Starke Resonanz

„Ich möchte einfach, dass solche Aufnahmen, in erster Linie Handwerks- und Heimatfilme, der Nachwelt erhalten bleiben“, erklärt Kohlberger die Idee hinter der „Kinovorstellung“ am Sonntagnachmittag im Banfer Heimatmuseum. Vor einem Jahr stießen die Vorführungen des leidenschaftlichen Hobbyfotografen auf eine starke Resonanz. Für Kohlberger Grund genug, ein Jahr später noch einen draufzusetzen. Nach einem weiteren Heimatfilm über das hessische Dorf Zumrodde und dessen gesellschaftlichen Wandels in den 1960er Jahren, lädt Kohlberger zu einer Premiere: Als der Naturpark Rothaargebirge am 30. Oktober 1964 eröffnet wurde, war mit dem damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke ein prominenter Gast zugegen, um an den Feierlichkeiten der Region teilzunehmen.

Nie gezeigte Aufnahmen

Der Auftritt des deutschen Staatsoberhauptes wurde gefilmt, jedoch in den Wittgensteiner Gefilden nie öffentlich gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein sowie dem Landesmediencenter in Münster präsentierte Achim Kohlberger nun die Aufnahmen im Originalformat, 16 Millimeter. „Ich war damals selber als 15-jähriger vor Ort und erinnere mich noch sehr gut daran. Ich denke, dass es vielen Anwesenden noch so gehen wird, wenn sie diese Aufnahmen sehen werden“, freut sich Kohlberger.

Ein wichtiges Stück Heimatgeschichte

Für den gebürtigen Niederlaaspher sind solche Filme ein wichtiges Stück Heimatgeschichte, die einfach „überliefert werden“ müsse. Denn trotz der modernen Technik, die eben diese alten Filmaufnahmen durch digitale Aufbereitung für manch einen interessanter gestaltet, schwört Kohlberger nach wie vor auf Filmgeräte in Super-8-Qualität. „Ich liebe einfach die Atmosphäre eines 16-Milimeter-Filmes. Die großen Bilder, das flackernde Licht und das ratternde Filmgerät bringen mich einfach ins Schwärmen“, beschreibt Kohlberger.

An diesem Sonntagnachmittag zieht diese Atmosphäre nicht nur die ältere Generation in ihren Bann, auch Kinder und Jugendliche können ihre Blicke nicht von der Leinwand abwenden.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen