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Geschichten rund um den Rundfunk

In seinem interessanten Fachvortrag erinnerte Dr. Hans-Jürgen Krug (hier mit Museumschef Hans Necker) an die 90-jährige Geschichte des Hörspiels.
Foto: picture alliance / dpa
  • Projekt „Radio in Wittgenstein und im Hinterland“
  • Alt und neu: Seminar zu modernem Radiomachen im Radiomuseum
  • Fakten rund um die Radionutzung in Wittgenstein
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Bad Laasphe..  Das Projekt „Radio in Wittgenstein und im Hinterland“ geht nach längerer Anlaufzeit nun in die heiße Phase. Das Internationale Radiomuseum Bad Laasphe, der Medienwissenschaftler Dr. Hans-Jürgen Krug sowie die Landesanstalt für Medien (LfM) laden zu zwei interessanten Terminen.

Mit dem Handy Radio machen

Am Samstag, 8. Oktober, beginnt um 10 Uhr eine Einführung in modernes Radiomachen. Zwei professionelle Medientrainer von der LfM werden in einem eintägigen Workshop zeigen, wie mit dem Smartphone Radio, aber auch Fernsehen und Internet, gemacht werden kann. Dies gilt heute in Fachkreisen als die modernste Produktionsform. Auch erste Aufnahmen sollen schon gemeinsam realisiert, geschnitten und montiert werden. „Ziel ist es, am Ende des Jahres ein fertiges Produkt für den Bürgerfunk vorzuweisen“, erklärt Krug.

Und wer dabei Lust bekommt, sich einmal näher mit dem Medium Radio zu beschäftigen, darf am Freitag, 28. Oktober, ein weiteres Mal das ehrwürdige Gebäude an der Bahnhofsstraße aufsuchen. Krug, der an Ort und Stelle schon mehrere Vorträge gehalten halt, schildert an diesem Tag ab 19 Uhr in seinem Vortrag „Radio und Region – Idee und Entwicklung des „Partizipationsradios (des Radios für alle, d. Red.)“. Und illustriert, wie sich die Umwelten in Wittgenstein und im Hinterland veränderten, als WDR und Hessischer Rundfunk, Radio Siegen, Radio Unerhört Marburg und der Bürgerfunk die bis dato im Hörfunk kaum präsente Region für sich entdeckten.

Der Wissenschaftler wird auch Interview-Aussagen von einheimischen Zeitzeugen präsentieren, die tief in ihrer persönlichen Historie mit dem Medium Radio gegraben haben. Dabei entsteht eine spannende Zeitreise von den 1920er-Jahren bis heute.

Radio-Boom barg Gefahren

Dass in Laasphe damals vor allem in erster Linie das „Frankfurter Rundfunkprogramm“ gehört wurde, ist sehr wahrscheinlich. Hörspiele und klassische Konzerte bildeten den Grundstein des Programms. Und das damals noch so brandneue Medium veränderte nach und nach immer mehr den Alltag. Ende 1930 gab es in Deutschland 3,2 Millionen Rundfunkhörer, 400 000 neue waren allein seit 1929 hinzugekommen. Der Siegeszug des Rundfunks brachte allerdings auch Probleme mit sich. Staubsauger und Föhns störten beispielsweise erheblich den Empfang, schon im Oktober 1930 räumte die Wittgensteiner Lokalpresse dem Thema „Wie Biedenkopf seine Rundfunkhörer schützt“ viel Platz ein.

Und dies, obwohl bis in die 50er Jahre nicht einmal 20 Prozent der Bewohner Wittgensteins und des Hinterlandes ein Radio besaßen. Aber auch Trickbetrüger erkannten schnell die Vorteile der neuen technischen Entwicklung und köderten die interessierten Hörer mit eigentlich nicht existierenden Preisrätseln. Ebenfalls machten wilde Gerüchte über hunderte Tote bei Straßenkämpfen in Laasphe über das Medium Radio die Runde, diese wurden aber schnell als Falschmeldungen enttarnt. Diese und weitere spannende Anekdoten hat Krug auf Lager – und präsentiert diese in der passenden Atmosphäre des traditionsreichen Museums. Einige spezielle Exponate wie Tondokumente aus alten WDR-Sendungen lockern den Vortrag auf.

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Do, 19.07.2018, 13.49 Uhr