Energiewende verlangt auch Opfer

Die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel aus Neheim informierte sich in Bad Laasphe bei Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg über dessen Windpark mit acht Anlagen. Anschließend traf sie sich mit der Bürgerinitiative WEGAS Windenergienutzung aber sinnvoll
Die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel aus Neheim informierte sich in Bad Laasphe bei Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg über dessen Windpark mit acht Anlagen. Anschließend traf sie sich mit der Bürgerinitiative WEGAS Windenergienutzung aber sinnvoll
Foto: WP

Bad Laasphe.  Am Ende fielen Sätze, die die Gegner von Windkraftanlagen nicht gerne hören. Vorher aber hat die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel gut zugehört, Fragen gestellt und vor allem auch viele Fragen beantwortet.

Am Dienstagmittag informierte sich die Sauerländerin zuerst bei der Wittgenstein New Energy in Bad Laasphe über den allerersten Wald-Windpark in NRW, bevor sie sich Zeit für kritische Stimmen aus den Reihen der Bad Laaspher Bürgerinitiative WEGAS (Windenergienutzung aber sinnvoll) im Rathaus nahm.

Dann sagte Sippel, was sie denkt: „Ich bin nicht grundsätzlich gegen Windenergie im Wald, aber man muss die Standorte ordentlich prüfen.“ Die Problematik mit dem Schattenwurf sei durch Abstandsregelungen lösbar. „Die Sache mit dem Lärm ist aber viel komplizierter“, gesteht Sippel zu und schiebt das Thema Infraschall beiseite, weil es hier in Deutschland bislang ihrer Kenntnis nach erst eine Studie gebe, die nicht durch eine zweite belegt sei. Die Problematik Windkraft hat aus Sippels sicht viel mit subjektivem Empfinden zu tun, und die Neheimerin vergleicht die Situation mit ihrer eigenen als Anwohnerin der Autobahn, die sie ab und an auch störe, von deren Notwendigkeit sie aber überzeugt ist. Übertragen auf Windkraft sagt sie auch: „Ich glaube nicht, dass der Lärm der Grund für das Unwohlsein ist, sondern die Veränderung der Landschaft.“ Die Europapolitikern steht zur Energiewende und zum Atomausstieg. Und sie sagt auch deutlich, wer das wolle, müsse auch die alternativen Energien akzeptieren. Für die Windkraftgegner heißt dies: „Wir müssen damit leben, dass sich die Landschaft verändern wird. Ich will sie nicht belügen: Es wird sie nicht geben, die windradfreie Idylle.“

Zuvor hatte die Politikerin mit Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und dessen Mitarbeiter Cliff Reppel eine Anlage des insgesamt acht Windräder umfassenden Parks besucht. Der Forstwirt war durch den Orkan Kyrill zur Windenergie gekommen: „60 000 Kubikmeter Holz lagen hier umgeworfen und trieben mir die Sorgenfalten ins Gesicht“, erinnert sich Prinz Wittgenstein. Zusammen mit dem damaligen Werkstudent und heutigen Mitglied der Geschäftsführung, Cliff Reppel, wurde die Idee für einen Windpark im Wald geboren - „als die schwarz-gelbe Landesregierung so etwas noch ablehnte“, so Prinz Wittgenstein. Später entstand zwischen Hesselbach, Banfe und Laasphe der erste Waldwindpark.

Streit um Lärm Grenzwerte

Cliff Reppel und auch Prinz Wittgenstein betonen immer wieder, dass sie wegen der Umweltauflagen sehr viele Gutachten zum Vogelschutz und zu Fledermäusen eingeholt haben und dass sie sich mit den Gegnern auseinandersetzen. Beispielsweise versuche man bei den Lärmemissionen deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte zu bleiben, so gebe es zwischen 22 und 6 Uhr eine Programmierung, die die Geräusche mindere. Genau das aber zweifeln Anwohner wie Alexander Berger oder auch Mirko Becker an, die sich auf Messungen berufen. Berger will auf diesem Wege am liebsten eine Nachtabschaltung erreichen.

 
 

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