Energiegenossenschaft als ein Weg

Handwerker einer Fachfirma montieren an einem sonnigen Tag im März 2010 ein Solardach auf der Scheune eines Bauernhofes in Haltern. Mit der Sonnenenergie sollen der Stall und das angrenzende Wohnhaus mit Energie versorgt werden. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Handwerker einer Fachfirma montieren an einem sonnigen Tag im März 2010 ein Solardach auf der Scheune eines Bauernhofes in Haltern. Mit der Sonnenenergie sollen der Stall und das angrenzende Wohnhaus mit Energie versorgt werden. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Bad Laasphe..  Die von der Politik propagierte Energiewende sorgt für einen Boom sogenannter Energiegenossenschaften. Die Idee dahinter: Bürger schließen sich zusammen, installieren Solarzellen, Windräder oder Biogasanlagen und sorgen so dafür, dass ihr Strom garantiert aus erneuerbaren Quellen stammt. Nun denkt auch Bad Laasphe über die Schaffung einer Energiegenossenschaft nach.

Katrin Gehles hat eine weite Anfahrt vor sich. In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 27. Februar wird die Beraterin der in Düsseldorf angesiedelten Energieagentur NRW über die Möglichkeiten der Gründung einer solchen Genossenschaft sprechen. Dafür interessieren sich immer mehr Menschen: Knapp 70 dieser Vereinigungen gibt es in NRW, 65 davon seien in den letzten vier Jahren entstanden, so Gehles. In ganz Deutschland seien seit 2008 500 Energiegenossenschaften gegründet worden. „Es gibt zwei Varianten“, so Gehles. „Entweder tun sich Bürger zusammen, um gemeinsam zum Beispiel eine Photovoltaikanlage zu bauen. Oder ein großer Akteur schiebt das an, etwa eine Volksbank oder Sparkasse.“

Die Unterschiede: Verbünden sich Privatpersonen, müssen sie mit hohem Zeitaufwand rechnen. Zudem rechne sich das System erst nach 15 bis 20 Jahren, so Gehles. Initiiert etwa eine Bank die Maßnahme, sind Aufwand und Renditezeiten (fünf bis zehn Jahre) für die Gesellschafter geringer, aber auch Einflussmöglichkeiten und Renditehöhe. Welche Variante für Bad Laasphe geeigneter wäre, vermag Gehles nicht zu beurteilen. „Das hängt davon ab, wie viele aktive Bürger sich finden.“

In Bad Berleburg bereits Realität

Die Stadt verweist darauf, dass es bis zur tatsächlichen Gründung einer Laaspher Energiegenossenschaft noch weit sei: „Wir planen nichts Konkretes, es geht im Umweltausschuss nur darum, die rechtlichen Möglichkeiten zu erörtern“, so eine Sprecherin. In Bad Berleburg hat man bereits gute Erfahrungen mit dem Thema gemacht. Dort wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) namens Bürgersolar gegründet, die Solaranlagen auf den Dächern der C.-G.-Salzmann-Schule und der Grundschule Aue-Wingeshausen unterhält.

Dass das Thema nun in Laasphe diskutiert wird, geht auf das Konto der SPD-Fraktion im Stadtrat. Die stellte nämlich eine entsprechende Anfrage im Rat. Ob die Chancen einer Gründung allzu gut sind, bezweifeln jedoch selbst Sozialdemokraten. Fraktionschef Nils Wacker stellt klar: „Die Trägerschaft muss aus der Bürgerschaft kommen, die Politik kann nur den Anstoß geben. Wie ich das einschätze, ist die Resonanz in der Bevölkerung nicht so groß.“ Immerhin: Wacker würde mitmachen – „als Privatmann“.

 
 

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