Endlich: Die „Beatles“ erobern Bad Laasphe

Während Mary lieber den Beatles zuhört, gehört Thommys Herz den „Stones" – wobei die Grenzen schon lange nicht mehr so strikt gezogen sind wie einst in den Sechzigern.
Während Mary lieber den Beatles zuhört, gehört Thommys Herz den „Stones" – wobei die Grenzen schon lange nicht mehr so strikt gezogen sind wie einst in den Sechzigern.
Foto: Wolfgang Thiel
Sammlerstücke des Siegener Rock-Museums machen es möglich. Die Ausstellung zum Thema im Radiomuseum ist eröffnet.

Bad Laasphe..  „All You Need Is Love: Die Beatles erobern Bad Laasphe“. Unter diesem Motto steht eine Ausstellung des Siegener Rock-Museums, die in den Räumen des Radiomuseums noch bis zum Herbst zu sehen sein wird. Maria (Mary) und Wolfgang (Thommy) Thomas zeigen dort einen Ausschnitt aus der Beatles-Abteilung ihrer umfangreichen Sammlung zur Geschichte der Rock- und Popmusik. Mit dabei sind neben Schallplatten und Postern auch Bücher und Zeitschriften sowie eine Reihe von Werbeanzeigen, die ab 1967 im US-Magazin „Billboard“ erschienen sind.

Die Schlagzeile war so groß, als sei der Krieg ausgebrochen: „Paul steigt bei den Beatles aus“, verkündete der britische „Daily Mirror“ am 10. April 1970, also vor fast genau 45 Jahren, auf der ganzen Titelseite. Damit war die Trennung der Beatles endgültig besiegelt. Ein rabenschwarzer Tag für Millionen Fans auf der ganzen Welt. „Dabei war die Trennung eigentlich nur noch eine Formsache“, erzählt Wolfgang Thomas unserer Zeitung.

Die vier Pilzköpfe Paul McCartney, John Lennon, George Harrison und Ringo Star lagen schon lange im Clinch, verfolgten ihre Solo-Projekte und hielten nur noch für die Öffentlichkeit den Anschein einer Gruppe aufrecht. Nach Johns Ermordung durch einen Fan 1980 gab es für die verbliebenen drei Beatles vor Georges Krebs-Tod 2001 immerhin noch eine kleine Wiedervereinigung: 1995 gingen sie letztmals zu dritt ins Studio und spielten mit „Free as a bird“ und „Real Love“ zwei bis dahin unveröffentlichte Stücke von John Lennon ein.

John Lennon war der rebellischste der Beatles – ein notorischer Schulschwänzer, der fast täglich in Prügeleien verwickelt ist. Paul McCartney lernt er auf dem Sommerfest einer Kirchengemeinde kennen. Bis in die Spätphase der Gruppe hinein schreiben sie fast alle Songs zu zweit, sind Freunde, Rivalen – oder beides zugleich. George Harrison wird Anfang 1958 in die Band aufgenommen und bringt es schnell zum Lead-Gitarristen. Im August 1960 spielen sie auf St. Pauli, treten im „Indra“ und im „Kaiserkeller“ auf, bei späteren Gastspielen auch im legendären „Starclub“. Am Schlagzeug sitzt damals Pete Best, der Ende 1962 gegen Ringo Star ausgetauscht wird. Stu Sutcliff spielt bis November 1960 den Bass, dann steigt er aus, um Kunst zu studieren. Ab 1961 übernimmt Paul den Part.

Zurück in Liverpool, wird der Schallplatten-Händler Brian Epstein auf die Band aufmerksam, steckt sie in schwarze Anzüge und dringt auf Disziplin und gutes Benehmen. Ihre erste Aufnahme „Love me do“ erscheint am 5. Oktober 1962 und landet auf Platz 17 der englischen Charts. Die zweite, Anfang 1963 veröffentlichte Single „Please Please Me“ klettert bis auf Platz 2. Doch erst mit den Tourneen im Frühjahr 1963 bricht jene ansteckende Krankheit aus, die die Beatles von allen Bands vor ihnen unterscheiden wird: die sogenannte Beatlemania. Dies war auch die Zeit, in der sich ein Teenager aus Lüdenscheid für die Band, oder genauer gesagt für Mädchenschwarm Paul McCartney interessierte.

Mary Thomas trifft Paul McCartney

Doch es dauert fast 40 Jahre, bis Mary Thomas Sir Paul am 30. April 1999 bei der Eröffnung der „Paul McCartney Paintings“ im Siegener Kunstforum Lyz persönlich die Hand schütteln kann. Zu ihren Lieblingsliedern zählt die engagierte Sammlerin das 1963 veröffentlichte „She loves you“ – und das zwei Jahre später auf den Markt gekommene „Norwegian Wood“.

Die Beatles gibt es schon lange nicht mehr, doch ihre Musik zeigt sich unverwüstlich. Damit prägten sie nicht nur ein Jahrzehnt, sondern das gesamte Genre des Pops.

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