Ein Blick in Wittgensteins Historie

Lars-Peter Dickel
Maria Huick schaut auf Berleburg. Die Ehefrau des Amateurfilmers Philipp Wasowicz besuchte 1936 mit Mann und Tochter Sonja Berleburg.
Maria Huick schaut auf Berleburg. Die Ehefrau des Amateurfilmers Philipp Wasowicz besuchte 1936 mit Mann und Tochter Sonja Berleburg.
Es musste ein Kinos sein. Einen besseren Ort für eine Filmpremiere gibt es nicht. Und mit dem Bad Berleburger Capitol Kinocenter wiederholte sich am Dienstagabend auch ein Stück der Filmgeschichte.

Bad Berleburg/Wittgenstein.  Es musste ein Kinos sein. Einen besseren Ort für eine Filmpremiere gibt es nicht. Und mit dem Bad Berleburger Capitol Kinocenter wiederholte sich am Dienstagabend auch ein Stück der Filmgeschichte.

„Das Wittgensteiner Land - Filmische Streifzüge der 1920er bis 1980er Jahre“ lautet der Titel einer Sammlung von sechs einzelnen schwarz-weißen und auch farbigen Filmen, die das Medienzentrum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) aufwändig restauriert, digitalisiert und zu einer DVD zusammengefügt hat. Die Hauptrolle bei allen diesen Filmen spielt in diesem Fall die Kulisse. Das Wittgensteiner Land: Die Idylle der Berge, Wälder und auch die der Kleinstädte wie Laasphe und Berleburg. Gefilmt wurde sie von professionellen Filmemachern wie Hubert Schonger, der während seiner Streifzüge auch 1927/28 auf dem Stünzelfest drehte, oder dem Lüdenscheider Paul Kellermann der 1965 „Waldland Wittgenstein“ in Farbe filmte. „Der Film wird alle die erfreuen und stolz machen, die in diesem immer wieder gepriesenen Berg und Waldland ihre Heimat haben“, schrieb die Westfalenpost damals und die Westfälische Rundschau freute sich über „ein Maß an Schönheit, wie wir es nicht erwartet hatten! Ja, das ist unser Wittgenstein!“ Übrigens: Premiere feierte dieser Waldland-Film vor 49 Jahren im Berleburger Capitol.

Rappelvoller Kinosaal

Neben diesen professionellen Produktionen steht der Urlaubsfilm des passionierten Hobbyfilmers Philipp Wasowicz, der die Urlaubserinnerungen seiner Familie im Berleburg des Jahres 1936 festhielt. Ein kurzes, aber bedeutendes Fragment ist die Eröffnung des Naturparks Rothaargebirge mit Bundespräsident Heinrich Lübke am 30. Oktober 1964. Den Löwenanteil machen aber zwei andere Streifen aus. Der Film zur 700 Jahr-Feier Bad Berleburgs mit rund 70 Minuten und der gut halbstündige Dokumentarfilm über den Schieferbergbau in Raumland.

Wie groß das Interesse an diesem Streifzug durch die Geschichte Wittgensteins ist, das zeigte ein bei 118 Zuschauern fast bis auf den letzten Platz belegter Premierensaal. Vertreter vieler Heimatvereine und die Berleburger Stadtverordneten genossen die Rückschau.

Und es gab auch Dankesworte: Die galten neben dem LWL-Medienzentrum vor allem dem Initiator, Kreisarchivar Thomas Wolf, der sich vehement für diese DVD eingesetzt hatte, und Armin Kohlberger. Der hat mit insgesamt 321 gesicherten, lokalen Filmschätzen im Kreisarchiv den Grundstock - auch für diese DVD gelegt.