Ein Abend voller Fröhlichkeit und Harmonie

Eine bunte, fröhliche Musikergesellschaft arrangierte ein heiteres „Bläserfest“ auf Schloss Berleburg.
Eine bunte, fröhliche Musikergesellschaft arrangierte ein heiteres „Bläserfest“ auf Schloss Berleburg.
Foto: WP
Eine illustre und konzertante Zusammenstellung melodiöser Musikwerke erwartete das Publikum am vierten Abend der 40. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg. Intendant Luz Leskowitz ist abermals ein großer Wurf in der Auswahl der Solisten gelungen.

Bad Berleburg..  Eine illustre und konzertante Zusammenstellung melodiöser Musikwerke erwartete das Publikum am vierten Abend der 40. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg. Intendant Luz Leskowitz ist abermals ein großer Wurf in der Auswahl der Solisten gelungen.

Künstler mit gutem Namen

Einige der Künstler gestalteten in der Vergangenheit schon eines oder mehrere Konzerte in Berleburg. Und somit hatten sie bereits im Vorfeld bei den Stammbesuchern einen guten Namen. Karl Leister (Klarinette) und Ingemar Brantelid (Cello) sind im alten Gemäuer gern gesehen. Ihnen gesellten sich die Eheleute Margit-Anna Süß (Harfe) und Hansjörg Schellenberger (Oboe und Englischhorn), sowie Sharon Bezaly (Konzertflöte) zu.

Eine buntes Programm aus drei Jahrhunderten musikalischen Schaffens und vier Herkunftsländern der Komponisten sorgte für einen außerordentlichen Gute-Laune-Effekt.

Wider das Vergessen

Der Italiener Antonio Pasculli war sozusagen „Lieferant“ für seine höchst muntere „Hommage a Bellini“, die von Margit-Anna Süß und Gemahl Hansjörg Schellenberger originell umgesetzt wurde. Bedauerlich ist, dass in Anbetracht des unterhaltsamen Werkes, Pascullis Gesamtarbeiten schnell in Vergessenheit geraten sind. Welch Wohlklang hätte den Zuhörer sonst möglicherweise erwartet?

Einen großen Anspruch sowohl im ersten als auch im zweiten Teil hatte, wie sollte es anders sein, wenn in Berleburg Luz Leskowitz und die Salzburger Solisten weilen? - Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Koryphäe unterschiedlicher Musik- und Instrumentengattungen kannte die Zwillingsschwestern Elena (Geige) und Tatjana (Viola) Issaenkova, Luz Leskowitz (Geige) und Ingemar Brantelid natürlich nicht, doch schien das „Quintett für Klarinette“ den fünf Salzburger Solisten wie auf den Leib geschneidert.

Fantasien aller Couleur

Das „Bläserfest“ im mozart’schen Sinne vervollständigte das „Quartett für Flöte, Violine, Viola und Violoncello in D-Dur, KV 285. Sharon Bezaly „gesellte“ sich zu den Musikerkollegen mit unnachahmlichem Temperament. Der gesamte Körper der Israelin schwebte mit der Flöte über ihrer Partitur. Die Augen nicht allein auf dem Notenblatt, sie schweiften über den Publikumsraum und schwängerten die Atmosphäre mit Fröhlichkeit, welche sich ebenso auf das „Duo für Flöte und Oboe“ des Argentiniers Alberto Ginastera übertrug. Hansjörg Schellenberger tat es in punkto Dynamik Sharon Bezaly gleich. Die Instrumentenkombination und vornehmlich das Werk erforderte Vitalität. Fantasien aller Couleur setzten sich da im Schloss in den Köpfen der Zuhörer frei, von tirilierenden Vögeln bis hin zur bewegungsreichen Morgengymnastik. Die Frische, die diesem Stück obliegt trugen die beiden Bläser impulsiv ans Publikum heran.

Last but not least - kam der Franzose Maurice Ravel durch die „Introduction et Allegro“ zu Wort. Beinahe vollständig traten hier alle Musiker des Abends zusammen, um mit Zartheit der Harfe, Walzerrhythmik, berückenden und hauchfeinen Harmonien die Motive zum Finale zu bringen. Die Musikfreunde im abermals voll besetzten Schlossfoyer taten es den Musikern zum Schluss gleich, nach donnerndem Applaus gingen sie in einen Klatschsalvenreigen über.

 
 

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